Irdischer und himmlischer Wein


Joh 2, 1-10 berichtet von der Hochzeit zu Kana, zu der Jesus eingeladen war. Als der Wein ausging, half er dem Gastgeber aus, indem er Wasser in Wein verwandelte. Ein katholischer Priester legte diese Begebenheit in seiner Predigt so aus, dass Jesus nichts gegen irdische Genüsse habe, ja sie sogar in gewisser Weise unterstütze. Die Auslegung geht wegen ihrer Banalität vollständig am Wesenskern des Wunders vorbei, wie mir jetzt auffällt.

Der von Jesus verwandelte Wein ist besser als der vorher servierte und veranlasst den für die Organisation Verantwortlichen gegenüber dem Bräutigam zu folgender Aussage: „Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben.“ Dies bedeutet für den Bräutigam Christus, dass zur himmlischen Hochzeit mit seiner Kirche zuerst der irdische Wein und dann der himmlische serviert wird. Insofern ist es entgegen der Auslegung des Priesters unklug, sich auf Erden zu berauschen und zu betrunken für den himmlischen Genuss zu sein.

Wunder in unserer Zeit


Berichte von Wundern finden sich in der Bibel und in zahlreichen Heiligenlegenden. Doch selbst heutzutage ereignen sich diese, wie die jüngst erfolgte Heiligsprechung der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. belegt. Denn zur Heiligsprechung bedarf es mindestens eines nachgewiesenen Wunders, bei Johannes Paul II waren es sogar zwei, eine Heilung von Parkinson und eine von einem Aneurysma. Doch wie passen Wunder in eine Zeit, in der Wissenschaftler die Welt „erklären“ wollen? Weiterlesen