Filmkritik: Der kleine Prinz


Gescheiterte Umkreisung der berühmten Vorlage von Antoine de Saint-Exupéry

„Man hört nur mit dem Herzen gut“: Man verschone mich bis auf weiteres mit diesem Satz! Nachdem ich diesen Film gesehen habe, will ich ihn nicht mehr hören. Er steht mir bis hier!

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry ist eine bezaubernde Geschichte, die sich dieser Film insofern unter den Nagel gerissen hat, als er sie nicht einfach adaptiert, sondern sie dazu benutzt, eine eigene Geschichte zusammenzufabulieren, die um den Saint-Exupéry-Stoff kreist. Der Film hat durchaus seine lichten Momente, in den lichtesten erinnert er sogar an Jacques Tati. Aber je öfter mich dieser Film mit dem Satz, den ich nicht mehr hören möchte, behelligt hat, desto mehr bin ich auf Distanz zu ihm gegangen. Von den hölzern wirkenden Animationen will ich gar nicht erst sprechen.

Der mit knapp 110 Minuten viel zu lange Film ist der gescheiterte Versuch, die Vorlage von Saint-Exupéry unserer durchdigitalisierten Geldgier-Welt plausibel zu machen. Gescheitert schon allein deshalb, weil das gar nicht nötig ist. „Der kleine Prinz“ ist eine auch heute, vielleicht sogar mehr denn je verständliche Kritik an einem zerstörerischen Lebensstil. Aber ich werde auch um die Vorlage einen Bogen machen, weil ich den Satz, den ich bis auf weiteres nicht mehr hören, bis auf weiteres auch nicht mehr lesen will.

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2 Kommentare zu “Filmkritik: Der kleine Prinz

  1. kowkla123 sagt:

    danke, wünsche einen schönen 4. Advent

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