Das Fest der Kreuzerhöhung


Am heutigen Sonntag, den 14. September, feiert die katholische Kirche das Fest Kreuzerhöhung. Ich bin auf dieses Fest nur deshalb aufmerksam geworden, da es dieses Jahr auf einen Sonntag fällt und es dadurch bei meinem Messbesuch gefeiert wurde.

Die erste Lesung des Tages ist Num 21, 4-9, wo Moses auf das Geheiß Gottes hin eine kupferne Schlange an einer Fahnenstange aufhing und mit Hilfe derer jeder Israelit, der von einer giftigen Schlange gebissen wurde, am Leben blieb. Die Schlangenplage war eine Strafe Gottes für das ungehorsame Volk Israel gewesen. Im Tagesevangelium Joh 3, 13-17 erläutert Jesus dem Pharisäer Nikodemus, der jenen heimlich bei Nacht aufgesucht hatte, das Ziel seiner Sendung. „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ heißt es in der Einheitsübersetzung. Mit einem zeitlichen Abstand zur Kreuzigung am Karfreitag wird auf diese Weise klar, dass das Kreuz zwar ein Zeichen des Leids und des weltlichen Scheiterns eines Verbrechers ist, dass es aber in Wahrheit doch ein Zeichen der Hoffnung und des Sieges ist. Denn das Kreuz ist von Gott erhöht worden.

Das Fest Kreuzerhöhung hat seine Ursprünge bei Kaiser Konstantin im vierten Jahrhundert. Das Christentum etablierte sich nach anfänglicher Verfolgung im römischen Reich. Kaiser Konstantins Mutter Helena fand der Legende nach eine Kreuzesreliquie. Kaiser Konstantin gebrauchte das erhöhte Kreuzesholz als Symbol der Anbetung, aber genauso interpretierten er und seine byzantinischen Nachfolger es als Schutzmacht seiner militärischen Unternehmungen wie z. B. an der Milvischen Brücke 312. Es wurde geraubt und wieder zurückerobert, bis es in einer anderen Schlacht im 12. Jahrhundert verloren ging.

Diese militärische, weltliche Deutung des Sieges durch das Kreuz wird heutzutage abgelehnt und durch einen Sieg des Lebens ersetzt. Wie Mose erhöhte kupferne Schlange die Schlangenplage besiegte, so erkennt der gläubige Christ im erhöhten Kreuz, dem Zeichen des Verbrechens, den Sieg des Lebens über Sünde und Schuld.

Auf dem Weg nach Hause befand ich mich noch ein wenig im Gebet und sah eine Parallelität zur heutigen sündhaften Verwirrung von Teilen der islamischen Welt, die in einem weltlich verstandenen Dschihad einen Sieg ihres Glaubens sieht. Diese Verwirrung zerfrisst den Islam, und es leiden die rechtschaffenen Muslime und die verfolgten Ethnien und Religionen. Da der Islam und das Christentum trotz der im Grundsatz so verschiedenen Traditionen doch an den einen und wahren Gott glauben, so trüben die Verbrechen, die im Namen des Islam ausgeübt werden, auch die christliche Verkündigung. Darum möchte ich bitten, dass auch die Muslime den Sieg Gottes, den Sieg Allahs nicht militärisch verstehen mögen, wie auch Kaiser Konstantins Verwirrung hoffentlich überwunden ist.

Advertisements

2 Kommentare zu “Das Fest der Kreuzerhöhung

  1. kowkla123 sagt:

    da hab ich ja wieder was dazu gelernt, eine gute Woche, Klaus

Hier können Sie in die Diskussion einsteigen. Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s