Casting Shows – Geschichte und Gegenwart


Mittlerweile gibt es viele Casting-Shows. Sie sind zu einem bekannten Bild der Medienlandschaft geworden, ob nun Sänger, Models oder andere Künstler gesucht werden. Der Stil ist immer der Gleiche. Es werden Talente gesucht. Zunächst wird aus einer großen Anzahl von Bewerbern ausgewählt. Diese Auswahl ist teilweise im Fernsehen zu sehen. Die Teilnehmer versuchen dabei, eine Jury von sich und ihren Talenten zu überzeugen. Meist finden vor den Wettbewerben durch die hohe Anzahl der Teilnehmer Massencastings statt, an denen viele Kandidaten an verschiedenen Orten Deutschlands teilnehmen können.

Geschichte der Casting-Shows

Die Casting-Shows wurden nicht erst seit 15 Jahren im Fernsehen bekannt. Es gab sie schon viel früher. Schon 1953 entwickelte die ARD ein Format um eine Personenauswahl. Hans Joachim Kuhlenkampf war in der Hörfunksendung „Wer fragt am besten?“ auf der Suche nach Moderatoren. Er moderierte genauso wie Peter Frankenfeld („Wer will, der kann – Die Talentprobe für jedermann“) die ersten Formate, die in Richtung Casting-Shows zeigten. Die entwickelte sich sogar in dem Maße, dass erfolgreich entdeckte Talente wiederum Talente entdecken, wie Dieter Pröttel, der nachdem er in einer solchen Sendung erfolgreich war, Michael Schanze durch den „Talentschuppen“ zum Erfolg verhalf.
Auch hier erhielt das Format mit der Zeit Einfluss aus Amerika, als in den 80er-Jahren von NDR die „Gong-Show“ angepasst wurde. Bei diesem Format konnten die Zuschauer ihr Veto einlegen und mitbestimmen. Sie konnten also bestimmte Künstler bei ihren Darbietungen, wenn sie ihnen nicht gefallen haben, fallen lassen.

Gegenwart

Heutzutage gibt es einen Vielzahl an Casting-Shows, vor allem im Privatfernsehen. Mit Plattenverträgen, Arbeitsplätzen und anderen Versprechen werden so Bewerber geködert. Der Schwerpunkt hierbei liegt bei Musik-Shows. Hier müssen die Teilnehmer ihr Können vor einer Jury zeigen, die unter Umständen mit Hilfe der Zuschauer im Saal oder zu Hause per Telefon über den Weitergang der Karriere in diesem Talent-Wettbewerb entscheidet. Die Auswahl der Bewerber wird über Wochen und Monate gezeigt und die Teilnehmer werden durch Coaches getrimmt. Zur Unterhaltung der Zuschauer, um Einschaltquoten zu haben, müssen sich die Künstler Herabsetzung und Demütigungen gefallen lassen. Doch das ist noch nicht alles. Zur Ergänzung dieser Shows werden Magazine produziert. Die Kandidaten werden in allen Medien von jeder Seite beleuchtet, auch das kleinste Detail des Privatlebens, das auch über Erfolg oder Niedergang entscheiden kann.

Gründe für die Teilnahme an den Casting-Shows

Die Gründe für die Teilnahme an den Shows sind extrem vielfältig. Viele, die geringe berufliche Qualifikationen aufweisen, sehen hier die Möglichkeit, berühmt zu werden und mithilfe der Shows in ein anderes gesellschaftliches Umfeld zu gelangen. Das werden wohl die Hauptgründe für die Bewerbung sein. Der Casting-Boom ist auch ein Ausdruck der Gesellschaft in ihrer Entwicklung. Es geht darum, dass sich die Kandidaten innerhalb einer kurzen Zeit präsentieren und dass diese kurze Zeit über ihre Karriere entscheidet. Die westliche Welt der Jugendlichen, die sich dort bewerben beruht auf ein Weltbild, das auf den Star fixiert ist, dessen Status auch sie erreichen können, wenn sie nur wollen. Viele Bewerber wollen sich durch die Teilnahme selbst vermarkten oder selbst profilieren bzw. sich selbst beweisen.

Über den Sinn und dem Nutzen der Shows lässt sich dabei immer noch streiten. Es werden durch die Vermarktung nur bestimmte Typen gesucht und keine Talente mehr.

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2 Kommentare zu “Casting Shows – Geschichte und Gegenwart

  1. Frau Tonari sagt:

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich dafür noch Menschen finden, die sich vor laufender Kamera von solchen Bohlend & Co herabwürdigend behandeln lassen müssen.
    Und ich frage mich, ob die keine Freunde haben, die ihnen im Vorfeld ehrlich sagen, dass sie sich zur Lachnummer machen. Vielleicht aber sind 30 Sekunden „Auf- und Ar…tritt“ im Fernsehen ja besser als gar keine Aufmerksamkeit?

  2. SalvaVenia sagt:

    Existierte eine anständige Bildung, hätten die Menschen auch eine entsprechende Verantwortung erlernt, derlei abstoßenden Voyeurismus gar nicht erst zuzulassen.

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