Wunder in unserer Zeit


Berichte von Wundern finden sich in der Bibel und in zahlreichen Heiligenlegenden. Doch selbst heutzutage ereignen sich diese, wie die jüngst erfolgte Heiligsprechung der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. belegt. Denn zur Heiligsprechung bedarf es mindestens eines nachgewiesenen Wunders, bei Johannes Paul II waren es sogar zwei, eine Heilung von Parkinson und eine von einem Aneurysma. Doch wie passen Wunder in eine Zeit, in der Wissenschaftler die Welt „erklären“ wollen?

Ein Wunder bedeutet keineswegs die Außerkraftsetzung naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten, wirkt es doch gerade in dieser Welt. Es handelt sich um eine einmalige Begebenheit, die aus dem Glauben heraus erwachsen ist. Durch die Einmaligkeit entzieht sich das Wunder aber häufig einer naturwissenschaftlichen Untersuchung, die auf der Wiederholbarkeit im Experiment aufbaut. Ein Wunder stellt damit keinen Konflikt mit Forschungsergebnissen dar, sondern ereignet sich in einer Lücke der empirischen Analyse dieser Welt.

Wunder lösen nach vielen Berichten Furcht aus und auch heute noch fürchten sich die Menschen vor dem scheinbaren Widerspruch zu ihren bisherigen Erfahrungen. Psychologisch nachvollziehbar ist eine Abwehrhaltung, die sich heutzutage als Flucht in die wissenschaftliche Erklärbarkeit zeigt. Für einen Christen sollten Wunder Freude über Gottes Wirken in der Welt auslösen. Als Jesus über den See ging, gerieten die Jünger in Angst. Sie hielten Jesus für ein Gespenst. Doch Jesus wies diese an: „Fürchtet euch nicht!“ Jesus weitet so den Blick auf die Fülle des ewigen Lebens, die wir bereits in dieser Welt erfahren dürfen.

Wunder sind ganz besondere Glaubensereignisse, quasi Perlen am Brautkleid der Kirche, mit dem diese mit Christus Hochzeit feiert. Lasst uns auch unsere persönlichen Glaubensereignisse zu kleinen Wundern und zum Schmuck machen!

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3 Kommentare zu “Wunder in unserer Zeit

  1. Papageno sagt:

    Papst Paul VI. soll selig gesprochen werden, weil er ein noch ungeborenes Kind (Fötus) von einer eigentlich unheilbaren Krankheit als „medizinisch nicht erklärbar“ geheilt hat. Irgendwie fragwürdig. Aber die Kirche ist zur Zeit auf dem heilig- und seligsprechend Trip….

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/papst-paul-vi-wird-angeblich-selig-gesprochen-12926612.html

    • klugwurst sagt:

      Die Zahl der Heilsprechungen nimmt tatsächlich zu. Nach Wikipedia hat Johannes Paul II. in seiner Amtszeit mehr als doppelt so viele Menschen heiliggesprochen als die Vorgänger der letzten 400 Jahre zusammen. Andererseits muss berücksichtigt werden, dass es mittlerweile so ca. 1,2 Milliarden Katholiken gibt. So viele katholische Christgläubigen hat es in den 400 Jahren zuvor nicht annähernd gegeben. Dass Johannes Paul II „nur“ 482 Heiligsprechungen vorgenommen hat und dies in seiner langen Amtszeit, wirkt dann sogar eher vorsichtig als übertrieben. Und die Prüfung der Wunder ist tatsächlich in der Regel eine sehr wissenschaftliche Angelegenheit, zu der manchmal auch Atheisten eingeladen werden.

  2. kowkla123 sagt:

    auf diese Weise erfahre ich etwas, mit dem ich mich eigentlich gar nicht beschäftige, schönes Wochenende, Klaus

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