Die Ökumene aus katholischer Perspektive


Frage: Wie viele Kirchen gibt es, wenn sich die evangelische und die katholische Kirche vereinen?

Antwort: Drei. Die evangelische, die katholische und die unierte Kirche.

Die Scherzfrage zeigt ein Dilemma der ökumenischen Bemühungen auf. Trotz der erfreulichen Nachrichten in der Ökumene der katholischen Kirche mit den verschiedenen orthodoxen Konfessionen ergab sich genau dieses Bild. Viele orthodoxe Richtungen haben den Papst anerkannt und sind mit Rom uniert, dürfen aber weiterhin ihre liturgischen Formen pflegen. Dennoch sind die Gläubigen der unierten Kirchen meist in der Minderheit im Vergleich zu ihren eigenständig gebliebenen Glaubensbrüdern. Ausnahmen wie die syrisch-maronitische Kirche, die nach Wikipedia seit 1182 zur Gänze zu Rom zählt, bestätigen eher die Regel.

Wenn schon die Ökumene mit den Orthodoxen so problematisch ist, um wie viel schwieriger muss die Ökumene mit den Protestanten erscheinen, ist doch die Religion auf unheilvolle Weise mit der Politik verknüpft worden? Verzagen dürfen wir dennoch nicht. Wir können zu Gott beten um Einigkeit. Und wenn uns die Zeit hierfür zu lange wird, sollten wir die Situation ein wenig mit Humor nehmen. Des Apostels Paulus Selbstironie im ersten Korintherbrief, die die ernst gemeinte Aufforderung zur Einheit enthält, kann ich auch mit einem Schmunzeln lesen: „Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?“ schreibt er und weist diejenigen, die sich unter Berufung auf ihn absondern wollen, in die Schranken.

Nicht uninteressant halte ich den Austausch von Christen mit den Juden im Lichte der Ökumene. Kann man nicht von der ersten Kirchenspaltung reden, als sich die Christen als eigenständige Kirche konstituierten? Genauso ist es zu verstehen, wenn dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen die Päpstliche Kommission für religiöse Beziehungen zum Judentum zugeordnet ist. An diesem durch alle Verfolgungen hindurch treuen Volk Gottes können wir erkennen, dass für die Ökumene die Hinwendung zu Gott und das Vertrauen in ihn einer der wichtigsten Punkte für einen dauerhaften Zusammenhalt ist.

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Ein Kommentar zu “Die Ökumene aus katholischer Perspektive

  1. kowkla123 sagt:

    ist nicht so meine Welt, KLaus

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