Das erstaunliche Leben des Walter Mitty


Ohne es beabsichtigt zu haben, saß ich heute in einem sogenannten Preview des Films „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“. Offizieller Kinostart ist nach meinem Kenntnisstand erst der Neujahrstag. Durch diesen Zufall kann „Welt der Kultur“ trotz der bescheidenen Möglichkeiten eines Liebhaberblogs eine hochaktuelle Filmrezension bieten.

Der Film basiert nach dem Abspann auf einer Kurzgeschichte von James Thurber. Vermutlich ist „The Secret Life of Walter Mitty” gemeint. Nach der Beschreibung von Wikipedia zu urteilen, hat aber diese Kurzgeschichte inhaltlich nichts mit dem Film gemein.

Die Hauptfigur des Films ist der tagträumende Walter Mitty, ein Archivmitarbeiter für Filmnegative bei der Zeitschrift LIFE. Walter Mitty ist Single und ist der stille Verehrer der Kollegin Cheryl Melhoff, die er sich aber nicht anzusprechen traut. Das Magazin wird übers Wochenende überraschend verkauft. Die Printausgabe soll eingestellt werden und auf das Titelblatt der letzten Ausgabe soll ein Bild, das der Starfotograf Sean O’Connel eingeschickt haben soll. Doch das Fotonegativ ist nicht bei Walter Mitty angekommen. Der Fotograf selbst ist ständig auf Reisen und mit den modernen Kommunikationsmitteln nicht zu erreichen. In dieser verwickelten Situation spricht er seine heimliche Liebe doch an. Auf ihren Rat hin begibt er sich auf die Suche nach dem Fotografen nach Grönland, um Informationen über das Negativ einzuholen. Dort bleibt er nicht lange, wird er doch in immer größere reale und nicht mehr geträumte Abenteuer verwickelt.

Ben Stiller spielt die Hauptrolle in dem Film und ist gleichzeitig der Produzent. Ihm ist ein unterhaltsamer Film gelungen, der aber trotz der Länge von fast zwei Stunden keine inhaltliche Tiefe gewonnen hat. Es wurden einige interessante Filmeffekte eingebaut. Ansonsten stellt der Film eine überschaubare Zahl von Lebensweisheiten dar, die in Hollywoodwatte gepackt wurden. Auf den künstlerischen Wert wurde weniger wert gelegt, was man an den schnellen effekthascherischen Schnitten und an folgender Filmszene erkennen kann. Auf Grönland sieht man in einer Fernsicht ganz klein ein Auto von rechts aus fahren. Die Filmmusik ist stumm. Bei ungefähr einem Viertel der Leinwandbreite wird zur nächsten Szene geschnitten. Eine solche Filmeinstellung sollte eigentlich konsequenterweise dazu verwendet werden, dass das Auto die ganze Leinwandbreite still durchfährt, um die menschenleere Weite zu veranschaulichen. Offenbar wollten sich die Filmemacher damit Zeit für andere Effekte sparen.

Also nicht mehr als ein unterhaltsamer Zeitvertreib ohne höhere Ansprüche.

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Ein Kommentar zu “Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

  1. kowkla123 sagt:

    sehr interessant, ich wünsche dir eine gute Woche und einen guten Rutsch ins neue erfolgreiche Jahr 2014 bei hoffentlich bester Gesundheit, Klaus

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