Das Vatikanische Geheimarchiv


Das Vatikanische Geheimarchiv wurde am 31. Januar 1612 von Papst Paul V gegründet. Die inventarisierten Bestände des Archivs allein zählen 35.000 Bände, aber das sind noch nicht alle. Pius IV. hatte zwar schon Pläne für ein zentrales Archiv der Kurie, aber Papst Paul V. setzte das in die Tat um. Aus der Vatikanischen Bibliothek wurde eine eigene Organisationseinheit gegründet und mit Beständen aus dem Archiv der Apostolischen Kammerund aus dem Engelsburgarchiv erweitert.

Die vereinzelten Nachrichten des Mittelalters sind noch nicht systematisch organisiert. Die Urkunden, die von weltlichen Herrschern, also Kaiser, Königen, Fürsten und anderen, für die Päpste ausgestellt wurden, wurden zusammen mit dem päpstlichen Schatz archiviert. 1810 zog das Archiv auf Befehl Napoleons nach Paris um. 1815 bis 1817 allerdings wurde das Archiv wieder zurück verlegt. Man stellt aber schwere Verluste dabei fest im Gegensatz zur Römischen Republik (eine für 5 Monate bestehende demokratische Republik im Kirchenstaat) von 1849.

Die Bestände wurden bis in das späte 19. Jahrhundert meist unter Verschluss gehalten. Dies ließ den Spekulationen freien Lauf, was in diesem Archiv wohl gelagert sein könnte. Jedoch konnten Wissenschaftler aus aller Welt auf Antrag schon seit dem 17. Jahrhundert einzelne eingelagerte Dokumente einsehen. Die erste umfassende Einsicht wurde erstmals dem deutschen Historiker Ludwig Pastor (1854 – 1928) gewährt. Für sein Buch „Geschichte der Päpste seit dem Ausgang des Mittelalters“ musste er das vatikanische Geheimarchiv als Recherche heranziehen.

Das Archiv legt uneingeschränkt seine Akten bis 1922, dem Ende des Pontifikats von Benedikt XV., offen. Am 20. Februar 2002 hat Papst Johannes Paul II die Dokumente des Staatssekreteriates aus der Zeit von 1922 bis 1939 zur Einsicht herausgegeben. Allerdings gab es die Einschränkung, dass Dokumente, die das Deutsche Reich betreffen, nur für die Forschung einsehbar sind. Auf Beschluss Papst Benedikts XVI sind seit dem 18. September 2006 letztendlich sämtliche archivierten Dokumente des Pontifikates von Papst Pius XI. bis zu seinem Tod 1939 für Wissenschaftler freigegeben. Die Katalogisierung dieser Dokumente wird voraussichtlich 2014/2015 abgeschlossen sein.

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