EU-Beschluss über Zigarettenpackungen


Vor Kurzem kam die EU zu folgendem Beschluss: Auf den Zigarettenpackungen sollen Schockbilder abgebildet werden, wie eine Raucherlunge, ein Raucherbein o.ä. Frühestens in 2 Jahren kann dieser Beschluss in Kraft treten. Nun sucht die Tabak-Lobby nach Löchern, um dies zu umgehen. Das Ziel ist, Jugendliche am Zigarettenkonsum zu hindern, so dass nicht mehr so viele Jugendliche süchtig werden. Durch Tabakkonsum sterben in der EU jährlich etwa 700.000 Menschen.

Zahlreiche Studien legen dar, wie sehr das Rauchen die Gesundheit gefährdet. Die Tabak-Lobby ist aber so stark, dass sie sich ein gutes Image aufgebaut war. Es war sogar fraglich, inwieweit die EU diesen Beschluss festlegen konnte, weil die Lobby dagegen arbeitet. Der Wirtschaftswissenschaftler Tobias Effertz dagegen erklärt, dass das zwar Wirkung zeigen werde, aber nicht weit genug gehen werde (siehe sein Interview in der Frankfurter Rundschau. Er hätte lieber eine einheitliche Packung für Zigarettenschachteln. So könnten die Firmen nicht mehr mit Optik punkten und hätten eingeschränktere Werbemöglichkeiten. Ob dies aber die gewünschte Wirkung zeigt, wage ich zu bezweifeln, da meiner Meinung nach der Gruppenzwang und die Clique bei den Jugendlichen eine größere Rolle als die Werbewirkung zeigt. Wenn man dort ansetzen würde, würde man vielleicht mehr Ergebnisse erzielen.

Dennoch finde ich, dass der EU-Beschluss eine gute Richtung einschlägt und der Tabak-Lobby zeigt, dass sie keine Macht hat. Es wird zwar noch einige Zeit dauern, aber die Bilder werden kommen. In den USA kippte eine Klage eines Tabakkonzerns ein entsprechendes Gesetz. Diese Angst habe ich aber hier in Deutschland nicht. In Australien und Kanada beispielsweise gibt es schon ein entsprechendes Gesetz.

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5 Kommentare zu “EU-Beschluss über Zigarettenpackungen

  1. Der Emil sagt:

    Wenn das nur erst auch mit anderen gefährlichen Dingen geschehen würde: Autos, Schnaps, Zimmermannshämmer …

  2. Ich finde, es handelt sich um einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, bezweifle aber die Wirksamkeit. Soweit ich weiß, gibt es in England diese Bilder bereits auf den Schachteln. Dort sortieren die Menschen ihre Zigaretten einfach in schicke Etuis ein – und schon sieht man die Bilder nicht mehr….

  3. emsemsem sagt:

    Seit ich Zehnjährige mit Glimmstengel gesehen habe, bin ich in dieser Angelegenheit für ein restriktives Vorgehen. Es freut mich außerdem, dass der Tabakkonsum bei Kindern und Jugendlichen seit Einführung des Rauchverbots zurückgegangen ist.

  4. klugwurst sagt:

    Ich bin kein Anhänger von diesen Schockbildern, die ja doch nur eine Verrohung der Sitten darstellen. Wichtiger ist mir hingegen, dass die Zusatzstoffe konsequent aus den verschiedensten Tabakprodukten herausgehalten werden. Ich habe einmal in einer Doku gesehen, dass reiner Tabak ohne Zusatzstoffe für einen jugendlichen Körper so bitter ist, dass er ihn auch nicht durch hartnäckiges Training rauchen kann. Dies ist sicherlich wirkungsvoller.

    Außerdem würde ich es sehr begrüßen, wenn das Werbeverbot für die Tabakprodukte konsequenterweise auch auf die Verpackungen ausgedehnt werden würde. Eine Einheitspackung mit dem üblichen Warnhinweis und dem Namen der Zigarette genügt.

  5. Feli sagt:

    Raucher sterben – Nichtraucher auch

    Die geplanten Schockbilder schocken höchstens beim erstmaligen Sehen; zudem ist die Denkweise eher so, dass es immer die anderen trifft; also dürfte die gezeigte Raucherlunge keinen großen Eindruck machen.

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