Definition und Begriff der Tugend


Das deutsche Wort Tugend hat keinen Ursprung im Lateinischen virtus oder Griechischem ἀρετή arete, sondern kommt vom deutschen Verb taugen. Ursprünglich wird damit die Tüchtigkeit, Tauglichkeit oder Vorzüglichkeit einer Person beschrieben. Allgemein versteht man darunter eine Eigenschaft, die hervorragt oder eine vorbildliche Haltung.

Der grischische Begriff ἀρετή arete wird oft mit „Tugend“ übersetzt, ist aber eigentlich nur die „Gutheit“. Damit wird die Tüchtigkeit einer Handlung herausgestellt, egal ob von Mensch oder Tier. Daher kann man hier nicht von der Tugend, wie wir sie heute kennen, gesprochen werden. In philosophischen Texten hat sie aber einen moralischen Wert. Dennoch sollte man diesen Begriff in den philosophischen nicht mit den neuzeitlichen, christlichen Vorstellungen der Tugend vermischen.

Der lateinische Begriff virtus kommt ursprünglich von vir und bedeutet wortwörtlich „Mannhaftigkeit“. Das wurde vor allem als militärische Tapferkeit angesehen. Virtus war aber auch die Übersetzung von ἀρετή arete und erhielt somit deren Bedeutung von moralischen Eigenschaften.

Eigentlich kann jede Fähigkeit, die eine gute Leistung hervorbringt, als Tugend bezeichnet werden. Die Ethik sieht die Tugenden als Eigenschaften an, die es sich zu erstreben lohnt, weil man damit das sittlich Gute unterstützt. Das sittlich Gute jedoch kann immer anders interpretiert werden, so dass diese Definition etwas unklar ist. Es kommt immer auf die Kultur und die Definition dieser Kategorie an.

Der Begriff Tugend erhält im Mittelalter einen Bedeutungswandel: Im Althochdeutschen kommt es von der Grundbedeutung der Brauchbarkeit, Kraft oder Tüchtigkeit. Im Mittelalter wurden theologische und philosophische Schriften aus dem Lateinischen übersetzt und bewirkten damit die Wandlung der Tugfend zu einem moralischen Begriff. Christlich bezeichnet er dann eine Vollkommenheit im Gegensatz zur Sünde und dem Laster.

Es gibt zahlreiche Tugendkataloge, die ich in diesem Artikel nicht vorstellen möchte, da es den Rahmen sprengen würde. Vielleicht komme ich bei Gelegenheit, wenn ich Zeit für einen solchen Artikel habe, wieder auf dieses Thema zurück und stelle hin und wieder ein paar Tugendkataloge vor.

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2 Kommentare zu “Definition und Begriff der Tugend

  1. Das Wörtchen Tugend und auch die Bedeutung, die es mittlerweile hat, scheinen in der heutigen Zeit völlig „aus der Mode“ gekommen zu sein. Wie ja auch die an sich noble Bezeichnung Gutmensch immer mehr zum verächtlichen Schimpfwort degradiert wird. Das lässt sehr tief blicken, finde ich…

  2. kowkla123 sagt:

    Tugend ist immer positiv gewesen und auch heute noch glaube ich, auch wenn es oft mehr in der Ecke schön brav und sich immer zurückhaltend verhalten angesiedelt wird(z.B. eine Frau ist tugendhaft, wenn vor der Ehe….)schönen Dienstag, Klaus

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