Mein Verhältnis zu Kindern


Jeder weiß, dass wir in demographisch schweren Zeiten leben und vor allem: leben werden. Dabei wäre es sehr einfach, dem gegenzusteuern. Aber es scheint noch einfacher zu sein, das nicht zu tun. Ich finde das schade. Denn Kinder sind schon etwas ganz besonderes, und für mich ist es doppelt besonders, selber Vater zu sein. Bis heute fühle ich mich geehrt, wenn meine Kinder, die längst erwachsen sind, mich mit „Papa“ anreden. Für mich waren sie sogar in vielen Dingen Quelle der Inspiration und Vorbild.

Vater zu sein ist ein wesentlicher Teil meiner persönlichen Berufung, der ich auf unserem blauen Planeten nachzukommen habe, wobei mir die demographische Entwicklung ehrlich gesagt schnuppe ist. Ich habe mich auch nie einen Deut um Männer- oder Vaterbilder geschert, über die landauf landab diskutiert wird, als wäre beides ohne ein jahrelanges Studium (von was?) nicht möglich. Das sieht die Natur ganz anders. Ich wollte einfach Vater sein, und indem ich das geworden bin, ist meine Frau Mutter geworden und umgekehrt. So machten wir uns, um es philosophisch auszudrücken, gegenseitig zur Bedingung für die Erfüllung der Berufung des anderen. Das ist so herrlich dynamisch und deshalb kaum in Worte zu fassen. In der Bibel steht, Mann und Frau würden ein Fleisch, was tatsächlich zutrifft: In den Kindern sind Mann und Frau ein Fleisch. Kann es Schöneres geben?

Man kann sich denken, dass ich deshalb für all die abscheulichen Verbrechen, die an Kindern begangen worden sind und werden, nur abgrundtiefen Abscheu übrig habe. Dass ich mich aber jedesmal aufs neue freue, wenn mich aus einem Kinderwagen heraus oder von den Armen von Papa und Mama herab glänzende Kinderaugen anblicken.

Ich möchte noch etwas nachschieben. Es wird immer wieder so getan, als wäre Schwangerschaft etwas rein weibliches. Naja, ich denke, dass, ebenso wie die Mutter im Verlaufe einer Schwangerschaft auf die Geburt zusteuert, das auch der Vater tut. Er nimmt ja Anteil an dem Geschehen, das sich im Bauch seiner Frau (und nicht nur da) abspielt, und er ist sehr erfreut zu erleben, wie sich neues Leben entwickelt, dem er Vater sein darf. Er steht keineswegs abseits. Ich habe, das als kleine Anekdote zum Schluss, sogar die Wehen meiner Frau erkannt, obwohl sie selber der Meinung war, sie hätte einfach nur Kreuzschmerzen. Aber ich sagte zu ihr: „Das glaube ich nicht. Denn bei Kreuzschmerzen stöhnst du anders.“ Und was soll ich sagen, es waren die Wehen.

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2 Kommentare zu “Mein Verhältnis zu Kindern

  1. kowkla123 sagt:

    hast du gut geschrieben, schließe ich mich voll und ganz an, schönen Donnerstag, Klaus

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