Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz


Ab heute, 1. August, haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Das bedeutet, dass sie nach Ende der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen können, weil ihre Kinder betreut werden können. Das jedoch hat alles seine Nachteile. Die Eltern haben manchmal keine andere Wahl, da sie nach der Elternzeit nur noch das Kindergeld bekommen, womit sie die anfallenden Kosten kaum decken können. Der Kita-Platz ist zwar auch nicht billig, aber sie können ihn sich durch doppelten Verdienst und einen kleinen Zuschuss leisten.

Dies jedoch hat zur Folge, dass die meisten Eltern die Entwicklung ihrer Kinder ab dem 1. Lebensjahr nicht mehr ganz verfolgen können. Die Kinder werden aus ihrer Lebenswelt herausgerissen und in ein Programm gesteckt, das sie vielleicht nicht mehr als Persönlichkeit wahrnimmt. Nicht jede Kita ist schlecht, aber sie kann nie die elterliche Liebe und Nähe ersetzen. Die Quittung dafür werden wir vermutlich in ein paar Jahren oder Jahrzehnten sehen, wenn die Kinder dann erwachsen sind. Eltern sind ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung. Dieser fällt dann in den ersten wesentlichen Jahren weg und die Kinder verlieren so ihre Bindung zu den Eltern und sie haben kein Vorbild, wie sie es bei eigenen Kindern machen würden. Daher sollte der Anspruch auch skeptisch gesehen werden, nicht nur dass die Kinder eine Betreuung haben, damit die Eltern arbeiten können.

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6 Kommentare zu “Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz

  1. Hallo Monika,

    halb Deutschland und die gesamte Politik schreit nach KiTa-Plätzen. Ich habe selbst keine Kinder, aber ich finde, dass Du einen wichtigen Aspekt erwähnt hast.
    Vor allem frage ich mich wie aus mir und meinen Altersgenossen „anständige“ Menschen werden konnten. Früher gab es auch keine KiTa’s, sondern „nur“ Kindergärten.

    Liebe Grüße
    Thomas

    • luiselotte sagt:

      ….es geht nicht so unbedingt um Kindergartenplätze, sondern um Krippenplätze und in Großstädten muss man fast arbeiten, also beide Elternteile, wenn man über die Runden kommen möchte und seinem Kind etwas wie z. B. später ein Studium bieten möchte.

  2. Das ganze Konzept von Kita-Plätzen und Betreuungsgeld scheint mir recht unausgegoren zu sein. Und ich frage mich schon seit langem, ob wir uns durch den Erfolgs- und Konsumdruck, der uns quasi pausenlos von verschiedenen Seiten indoktriniert wird, mittlerweile nicht zu sehr entmenschlichen lassen – der – beinahe – Zwang, unsere Kleinkinder nicht mehr selber behüten und erziehen zu können, sondern sie in die sogenannten Kitas abgeben zu müssen, scheint mir ein recht deutliches Indiz dafür zu sein.

  3. kowkla123 sagt:

    einerseits hast du Recht, aber vieles spricht auch für die „Kita“, in der ehemaligen DDR gab es da kein Problem und die Linder hatten einen guten Vorlauf für die Schule und für die sinnliche Entwicklung gab es auch genug Zeit von beiden Seiten, ich fand es gut, einen guten Tag wünsche ich dir, Klaus

  4. kowkla123 sagt:

    übrigens als Ergänzung, das Betreuungsgeld finde ich blöd, ist doch nur ein Versuch Geld zu sparen

  5. luiselotte sagt:

    …ich bin ja nun mal Erzieherin. Und dieses Gesetz zieht einen ganzen Rattenschwanz hinter sich her. Mittlerweile sind ganze Kinderkrippen in Scharren aus den Boden geschlossen und es gäbe vermutlich viele Plätze, wenn das Personal nicht fehlen würde.
    Erzieherin will allerdings kaum noch Jemand werden, weil das Gehalt nicht stimmt. Es sollen jetzt Erzieherinnen im Schnelldurchlauf ausgebildet werden, wobei wir hellauf schreien, weil es dann nur noch um die Quantität geht und nicht mehr um die Qualität. Das würde bedeuten, die Qualität, was der Bayrische Bildungs- und Erziehungsplan fordert, ginge total flöten.
    In München gibt es eine Telefonnummer, bei der Eltern sich melden können, wenn sie noch keinen Krippenplatz bekommen haben, und sie bekommen Auskunft, wo etwas noch frei ist, sie müssen allerdings in Kauf nehmen, dass sie bis zu 1,5 Stunden dorthin brauchen, denn der Krippenplatz kann auch in Obermenzing sein, und es ist egal, ob die Eltern in Baldham wohnen.
    Denn wo der Krippenplatz zu sein hat, ist in dem neuen ‚Krippenplatzgesetz‘ nicht geregelt. Allerdings, eins ist sicher: Es wird Klagen hageln!

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