Mein Verhältnis zum Aphorismus


Aphorismus: Was sagt das Lexikon?

Aphorismus: Was sagt das Lexikon?

Ein Buch mit Aphorismen liest man eher so wie man Gedichte liest. Man kann es nicht wie einen Roman „weglesen“. Vorsichtig dosiert muss man es lesen, vielleicht mit Pausen dazwischen für die innere Nachwirkung. Das Praktische am Aphorismus: Er spart eine Menge Zeit, und er ist ungemein anregend.

Der Aphorismus ist mir im Laufe der Jahre richtig ans Herz gewachsen. Ich sehe ihn ihm eine eigene literarische Gattung und nicht einfach nur einen Brosamen, der vom Tisch der „großen“ Literatur abfällt, um als Kalenderspruch sein zweifelhaftes Dasein zu fristen. Für mich gilt: Je kürzer und spitzer er ist, je mehr geistige Unruhe er stiftet, je unbedingter er sich aufdrängt, je mehr er sprachlich hermacht, desto besser ist ein Aphorismus, desto seltener ist er aber auch.

Ohne ihn (und ohne das Gedicht) hätte ich vermutlich schon längst mit dem Schreiben aufgehört, weil es eine ziemlich mühselige Arbeit ist, in meinem Fall noch dazu eine, die an den Verlagen dieser Welt, nein: an denen die Verlage dieser Welt meist vorbeigehen. Deshalb habe ich schon einmal ernsthaft versucht, mit dem Schreiben aufzuhören. Aber ein einziger aphoristischer Satz, der unvermutet in mir Gestalt angenommen und der mir aus welchen Gründen auch immer gefallen hat, genügte, dass ich nicht länger widerstehen konnte: Ich musste ihn einfach notieren, und schon gehörte ich wieder der schreibenden Zunft an, als wäre nichts gewesen. Ich muss wohl damit leben, dass es die Freude und nichts als die Freude ist, die mich zum Schreiben antreibt, und Aphorismen machen mir sehr viel Freude. Was interessieren mich da Verlage, die sich nicht für meine Aphorismen interessieren?

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3 Kommentare zu “Mein Verhältnis zum Aphorismus

  1. Susanne Haun sagt:

    Liebe Monike,
    ich habe ein Buch, in dem ich sie sammel und das ich mir von Zeit zu Zeit wieder anschaue….
    Das ist sehr aufbauend.
    Grüße von Susanne

  2. kowkla123 sagt:

    das hast du richtig gemacht, mich regt es auch immer wieder an und sammeln tue ich sie auch, wünsche dir einen guten Tag, KLaus

  3. Also ich mag Aphorismen sehr und ich würde mir wünchen, die Verlage würden mehr Notiz davon nehmen.
    Im Gegenzug nehme ich ihnen aber auch nicht alles ab, womit sie meinen, viel Geld verdienen zu können.
    LG
    Ute

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