Kultureller Wochenrückblick


Liebe Leser,

diese Woche ist von Gewalt, Politik und Radsport geprägt. Es war wieder einmal eine abwechslungsreiche Woche.

Sonntag 13. Januar:

Gegen Bundespräsident a.D. Christian Wulff soll es laut „Bild am Sonntag“ es nun zu keinem Strafprozess wegen Korruption geben, da es laut Medienberichten kein Beweise dafür gibt. Wegen diesen Vorwürfen war Wulff vor einem knappen Jahr zurückgetreten. Der Filmproduzent Groenewald soll Hotelrechnungen bezahlt haben, damit er für seine Filmprojekte Unterstützung bekommt. Das Ermittlungsergebnisse werden nach der Landtagswahl in Niedersachesen (also heute) bekannt gegeben.

Montag 14. Januar:

Die sozialistische Regierung in Frankreich plant, dass homosexuelle Paare ein Recht zur Adaption haben. Dies sorgt seit Monaten für Diskussionsstoff und mündete heute in einer Demonastration in Paris. Nachrichtenagenturen berichteten zunächst von 10.000-en Teilnehmern, die Polizei gab aber 340.000 an, die Organisation dagegen 800.000. Der Ruf der Demonstranten lautete nach Zeit „Die Papas und die Mamas gehen auf die Straße und verteidigen die Ehe“. Verschiedene Gesellschaftsschichten treten dabei gegen das Gesetz an: Laiengruppen der katholischen Kirche, politisch Konservative, Muslime, Juden und Evangelikale.

Dienstag 15. Januar:

Der Radsport musste heute eine herbe Niederlage einstecken. Nachdem Ex-Rad-Profi Lance Armstrong jahrelang abstritt, Drogen eingenommen zu haben, offenbarte er sich nun in der US-Talk-Show von Oprah Winfrey. Das Schweigen ist nun gebrochen. Die Sendung wird zwar erst am Donnerstag ausgestrahlt, jedoch berichtete eine mit der Sendung vertraute Person der Nachrichtenagentur AP jetzt schon über die Beichte Armstrongs. Dabei habe er auch angekündigt, gegen andere Personen auszusagen. Der Radsport hat somit wieder – in meinen Augen – einen erheblichen Schaden davon getragen, denn bei so vielen und auch großen Betrügereien kann man sich nicht mehr über die sportliche Leistung eines Siegers sicher sein.

Mittwoch 16. Januar:

Nach New York will nun auch US-Präsident Barack Obama den Zugang zu Waffen mit 19 Dekreten erschweren. Dies sind die Folgen des Amoklaufs von Newton vor einem Monat. Meiner Meinung nach sind diese Verschärfungen schon längst fällig gewesen. Ein Verbot von Sturmgewehren soll eingeführt werden sowie stärkere Kontrollen beim Waffenkauf. Bereits am Dienstag erließ das Parlament von New York das strengste Waffengesetz der USA. Die Änderungen brauchen allerdings auch die Zustimmung des Kongresses und dort wird sich traditionell der Widerstand der Republikaner gegen Änderungen im Waffengesetz abzeichnen. Jedoch soll das Recht eines jeden Bürgers eine Waffe zu besitzen nicht angetastet werden. Solange dieses Recht noch besteht, wird es meiner Meinung nach immer wieder zu Amokläufen kommen.

Donnerstag 17. Januar:

Lance Armstrong muss seine Bronze-Medaille von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney abgeben. Das gab das Internationale Olympische Komitee wegen der Doping-Affäre bekannt.
Ein weiteres dramatischeres Ereignis überschattet diesen Tag. In Algerien gelang es gestern auf einem BP-Gasfeld islamischen Extremisten Geiseln zu nehmen. Sie fordern ein Ende des Militäreinsatzes in Mali. Heute konnten 30 Geiseln entfliehen. Bei einem Angriff der algerischen Luftwaffe wurden viele Geiseln und 15 Entführer getötet. Die von Belmokhtar geführte „Brigade der Unterzeichner mit Blut“ bekannte sich am Abend zu der Tat. Die Geiselnahme ist jedoch noch nicht beendet, als ich diesen Wochenrückblick abgeschlossen habe.

Freitag 18. Januar:

Um auf Donnerstag Bezug zu nehmen. Das Geiseldrama in Algerien dauert an, auch wenn 650 Geiseln befreit werden konnten. Jedoch sind immer noch Menschen in der Gewalt der Geiselnehmer.
Ein weiteres Thema dieses Tages war, dass sich die drei größten Parteien in Simbabwe auf einen Verfassungsentwurf geeinigt haben. Binnen einer Woche soll nun bekannt gegeben werden, wann die Volksabstimmung über den Entwurf stattfinden soll. Damit soll die Reformation des poltischen Systems gelingen und es soll für glaubwürdige Parlamentswahlen sorgen. Nach mehr als zwei Jahren und mehrfachen Ausschreitungen kam es endlich zu dieser Einigung.

Samstag 19. Januar:

Eine Meldung überraschte mich heute, weil wir schon einige Politiker mit absichtlichen Plagiaten in den letzten Jahren erlebt haben. Nun erhebt die Promotionskommission der Universität Düsseldorf nicht mehr den Vorwurf, dass Bundesbildungsministerin Anette Schavan (CDU) absichtlich getäuscht habe. Sie habe es jedoch in Kauf genommen, dass gegen Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens verstoßen wird. Daher empfiehlt das Gremium weiterhin, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten. Meiner Meinung nach soll das Verfahren auch zu Recht stattfinden, denn Schavan kann diesen Titel unabhängig von ihrer eigenen Schuld nicht länger tragen, wenn ihre Arbeit nicht den Regeln entspricht.

Zitat der Woche:

Gewalt gegen Gewalt lehne ich ab.
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 – 1805), deutscher Dichter und Dramatiker

Advertisements

3 Kommentare zu “Kultureller Wochenrückblick

  1. War irgendwie schon klar, dass der Ex-Bundeswulff ohne Strafverfolgung ausgehen würde. Einem „kleinen Normalbürger“ macht man wegen einer Handvoll Euronen Steuerschulden die Hölle heiß – die „Großen“ kommen nach wie vor so gut wie immer ungeschoren davon, bzw. mit Strafen, die sie locker aus der Portokasse zahlen können…
    Der politisch-religiöse Flächenbrand in Afrika und dem Orient breitet sich weiter aus. Da habe ich beim Beobachten der jeweiligen Situationen, von Syrien angefangen über Israel und Ägypten bis hin zu Algerien, und jetzt Mali, stets ein ungemein mulmiges Gefühl…
    So viele verblüffende Erkenntnisse und Geständnisse sollen beim Armstrong-Interview ja doch nicht zutage getreten sein. Da wurde mal wieder viel Wind und Wirbel gemacht, um die Einschaltquoten – und somit die Werbe-Einnahmen – kräftig in die Höhe zu treiben…
    Wenn die FDP heute bei der Niedersachsen-Wahl unter die Fünf-Prozent-Marke rutscht, dann wird gefeiert, dann mach‘ ich hier ein Faß auf! :mrgreen:
    Ich wünsche einen schönen und geruhsamen Sonntag!

  2. Meines Wissens geht es in dem Gesetz um die Homoehe und die Adoption.
    Ich sehe keinen Grund, warum gleichgeschlechtliche Paare nicht genauso gut Kinder aufziehen könnten. Davon mal abgesehen, das nur ein Teil das überhaupt möchte.
    Und für einander einstehen, können diese Paare manchmal besser, als die anderen, von denen viele bi der kleinsten Schwierigkeit auseinanderlaufen.
    Und was manche hochrangigen Kirchenvertreter betrifft, sollten die eigentlich (noch) ganz andere Sorgen haben. Zum Beispiel, wie man die sexuellen Übergriffe auf Kinder aufarbeitet! Nach den kürzlichen Meldungen beschleicht mich irgendwie das Gefühl, dass da schon wieder vertuscht und gemauschelt wird.
    Das ist für mich nicht tolerierbar.
    Aber das müssen die Franzosen für sich entscheiden. So machen sie einen ziemlich prüden Eindruck…
    Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag.
    Ute

  3. kowkla123 sagt:

    alles Meldungen, dier einen eigentlich nicht mit Freude erfüllen, Ich wünsche einen geruhsamen Sonntag, KLaus

Hier können Sie in die Diskussion einsteigen. Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s