Kultureller Wochenrückblick


Diese Woche ist tendentiell von einem Thema geprägt. Sie werden es lesen. Es ist ein Thema, das uns prinzipiell alle betrifft.

Sonntag 6. Januar:

Sudan und Südsudan hatte sich schon vor Monaten (September 2012) auf mehrere Wirtschafts- und Sicherheitsabkommen geeignet. Zwar wurde keins umgesetzt, aber nun gibt es einen konkreten Zeitplan. Unter anderem werde eine entmilitarisierte Grenzzone errichtet. Im September verpflichteten sich beide, ihre Truppen aus dem Grenzgebiet abzuziehen, aber es geschah nichts. Hoffentlich wird der Zeitplan eingehalten und es kann wieder etwas Ruhe in die Region einkehren.

Montag 7. Januar:

Die Eröffnung des neuen Flughafens von Berlin, der schon lange in den Schlagzeilen steht, weil er lange dauert und viel Geld braucht, muss erneut verschoben werden. Wieder gibt es Probleme bei der Brandschutzanlage. Und wieder verteuert sich der Bau des Flughafens. Nach Plan soll er nun 2014 fertig werden. Dementsprechend fordert die Opposition den Rücktritt von Wowereit und Platzek. Dieser Druck ist zu viel und im Laufe des Tages tritt Wowereit als BER-Aufsichtsrat (BER: Betreibergesellschaft) zurück. Bürgermeister von Berlin allerdings bleibt er weiterhin. Zudem will Brandenburgs Ministerpräsident Patzek in der nächsten Landtagssitzung die Vertrauensfrage stellen. Platzek soll aber nach der Sitzung der Flughafengesellschaft FBB Wowereit als Aufsichtsratsvorsitzenden folgen.

Dienstag 8. Januar:

Jost de Jager tritt als CDU-Landesvorsitzender von Schleswig-Holstein zurück. Dies geschieht aufgrund der verlorenen Landtagswahl im Mai und mangelnden Rückhalts in der Partei. Er wird den Vorsitz in der nächsten Landessitzung am Donnerstag niederlegen. Der Rücktritt erfolgt sehr überraschend.

Mittwoch 9. Januar:

Berlins regierender Bürgermeister Wowereit hat nun doch seinen Rücktritt angeboten. Dies habe er wegen des erneuten Aufschubs der Eröffnung des Berliner Flughafens gemacht. Doch die Partei (SPD) bat ihn, zu bleiben. Der Misstrauensantrag der Grünen und Piraten wird am Samstag in einer Sondersitzung des Berliner Abgeordnetenhauses eingebracht. Die SPD steht angeblich hinter ihm. Es bleibt nun, das Ergebnis abzuwarten.

Donnerstag 10. Januar:

Platzek, Brandenburgs Ministerpräsident von Brandenburg, folgt Wowereit als BER-Aufsichtsratsvorsitzender. Doch auch seine Kritik wächst, wie auch die Kritik von vielen Politikern als Aufsichtsratsvorsitzende. Ich bin gespannt, wie sich diese verfahrene Situation noch weiter entwickelt. Ich glaube kaum, dass sich Platzek lange halten kann, sowie dass der neue Flughafen von Berlin 2014 fertig wird. Dies ist aber nicht nur ein Problem, das Berlin betrifft, sondern eigentlich ganz Deutschland, denn es gibt viele Projekte, die ähnliche Züge aufweisen, wie der eingeschlafenen Transrapid in München oder Stuttgart 21.

Freitag 11. Januar:

Die EU-Kommission für Wettbewerb erhöht den Druck auf die große Suchmaschine Google. Der Vorwurf der Benachteiligung seiner Konkurrenten könnte Google zum Verhängnis werden. Entweder sollen die Einstellungen geändert werden oder Google muss Strafe zahlen. Google bevorzuge nämlich laut EU-Wettbewerbskommisar Joaquin Almunia seine eigenen Dienste gegenüber den Mitbewerbern. Ein Google-Sprecher bestätigte allerdings die Kooperation mit der EU-Kommission. Das Tauziehen geht weiter. Ich bin gespannt, wer sich hier durchsetzen kann.

Samstag 12. Januar:

Klaus Wowereit bleibt Bürgermeister von Berlin. 62 Abgeordnete stimmten für den Misstrauensantrag, 85 mit Nein. 75 Ja-Stimmen wären nötig gewesen, um Wowereit abzuwählen. Da SPD und CDU zusammen 85 Abgeordnete haben und einer gefehlt hat, muss einer der Opposition für ihn und gegen den Misstrauensantrag gestimmt haben.

Zitat der Woche:

Die Politik ist ein Teil der Ethik.
August Boeckh (1785 – 1867), deutscher klassischer Philologe, Begründer der historischen Altertumswissenschaft

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6 Kommentare zu “Kultureller Wochenrückblick

  1. „Die Politik ist ein Teil der Ethik“… Ach, was sind wir mittlerweile weit davon entfernt… Denke ich daran, kommt mir ganz spontan ein alter Supertramp-Song in den Sinn: „The Crime of the Century“…
    Wenn der Berliner „Großflughafen“ (angeblich soll er bei seiner Eröffnung im Jahre 20irgendwas ja bereits wieder zu klein sein) nicht so viel teures Geld kosten würde, wäre er ja eine Lachnummer sondergleichen… Kein Privat-Unternehmer könnte sich es leisten, solche Böcke zu schießen, was sowohl Planung als auch Durchführung betrifft…
    Ich wünsche einen schönen Sonntag! Und einen hoffnungsvollen Ausblick auf die kommende Woche…

    • Monika sagt:

      Hallo,

      das stimmt. Ich würde sagen, dass die Verzwickung zwischen Politik und Wirtschaft hier leider ein großes Hindernis darstellt, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen.

      Viele Grüße

      Monika

  2. kowkla123 sagt:

    Politik und Ethik , das geht gar nicht, es ist immer von Interessen geprägt und die Wirtschaft mit dem Profitstreben bestimmt die Politik, da ist kein Platz für Moral und Ethik, wer es versucht, ist raus, schönen Sonntag und schöne neue Woche

    • Monika sagt:

      Hallo Klaus,

      danke für Deinen Kommentar. Leider sieht man in der Politk keine Moral und Ethik. Platz hätte sie nämlich schon, wenn die Gesellschaft anders denken würde. Das würde sich nämlich in den nächsten Wahlen bestraft machen.

      Viele Grüße

      Monika

  3. Politik und Ethik sind zwei Dinge, die sich für mich ausschließen. Politik ist schon von je her ein schmutziges Geschäft. Egal wo…
    Und der Berliner Bürgermeister könnte heißen wie er wollte und von jeder Partei kommen, es wäre allen so gegangen. Das hat eben was mit der Nicht-Ethik der Politik und dem Klüngel zwischen Politik und Wirtschaft zu tun. Jeder will was von dem Steuer-Kuchen ab haben und kosten soll es auch nichts. Aber Ruhm und Ehre einbringen.
    Der Misstrauensantrag ist für mich reine Heuchelei, Profilierungssucht und Eigennutz. Die CDU kann gut von ihren eigenen Fehlern ablenken, die sie zu ihrer Regierungszeit gemacht haben und freut sich, wenn der Bürgermeister schwach ist. Dann sind ihre Chancen größer. Und von den Grünen hat man dazu vorher rein gar nichts gehört, noch nicht mal einen Einwand. Ich zumindest nicht.
    Herr Platzek als Nachfolger ist allerdings ein Witz und irgendwie schon wieder Klüngel.
    Hoffen wir auf bessere Nachrichten….
    Herzliche Grüße
    Ute

    • Monika sagt:

      Hallo Ute,

      ich kann Dir da nur zustimmen. Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Diese Woche geht ja dieses Theme weitere Kreise. Ob ich aber wieder im kulturellen Wochenrückblick darauf eingehe, weiß ich noch nicht.

      Viele Grüße

      Monika

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