Geburtstag und/oder Namenstag


Jemand trägt den Namen eines Heiligen. Das ist der Namenspatron. Dieser Namenstag wird dann am christlichen Gedenktag gefeiert. In einigen katholischen Ländern ist der Namenstag gleich wichtig oder sogar noch wichtiger wie der Geburtstag.

In vielen europäischen Ländern wird der Namenstag gefeiert, aber auch außerhalb Europas wie in Lateinamerika. Dabei ist die Feier des Namenstages mit der des Geburtstages zu vergleichen. Der Geburtstag ist der Tag, an dem man geboren wurde, wie der Name schon sagt. Das Geburtstagskind und der Namensträger werden von Familien, Bekannten, Freunden und Arbeitskollegen beschenkt. 1566 empfiehlt der Catechismus Romanus, Täuflingen, den Namen eines Heiligen zu geben, ebenso wie 1614 das Rituale Romanum.

Wie hoch der Namenstag in Deutschland geschätzt wird, hängt stark von der Region, der Erziehung und der religiösen Umwelt ab. Erstens wird es ein wohl eher ein katholisches Umfeld sein, da diese Tradition und Kultur dort beheimatet ist. Zweitens wird nur in Ausnahmefällen ein Erwachsener Namenstag feiern, wenn er es nicht zu Hause als Kind gefeiert hat. Und drittens die Region: In Deutschland ist es in Bayern und Baden-Württemberg eher verbreitet als in Berlin, in Sachsen und einigen anderen Bundesländern, einerseits weil einige überwiegend evangelisch geprägt sind durch die Reformation und andererseits in den östlichen Bundesländern wegen der Geschichte (in der DDR nämlich sind viele vom Glauben abgekommen und es gibt viele Religionslose dort).

Für gläubige Katholiken ist der Namenstag viel wichtiger als der Geburtstag, weil der Namenspatron sie in ihrem Leben begleitet und ihr Fürsprecher bei Gott ist. Sie dienen auch als Vorbilder, an denen die Gläubigen ihr Leben ausrichten können. Leider wird immer wieder der Namenstag einfach nur gefeiert ohne auf seine Bedeutung als Fürsprecher, Vorbild und Begleiter hingewiesen zu werden. Es wird manchmal als einfaches Fest gesehen und nicht als einen Tag, der das Leben des einzelnen Gläubigen begleiten soll.

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17 Kommentare zu “Geburtstag und/oder Namenstag

  1. kowkla123 sagt:

    ich habe interessiert gelesen und ja, für uns aus dem „Osten“ ist es schon was Besonderes, Kirche und so war nicht vordergründig, wünsche dir Glück und Zufriedenheit, alles Gute für diesen Tag, Klaus

  2. Ich weiß meinen Namenstag gar nicht. Heisse Margot mit Vornamen, was für die oberbayerische Region in meinen Kinder- und Jugendjahren ohnehin sehr ungewöhnlich gewesen ist. Während man ringsum meine Klassenkameraden/innen feierte und hochleben ließ, wuchs in mir so manches Mal der Neid, weil ich auf keinem der gebräuchlichen Heiligenkalender einen Margot-Tag finden konnte. 😉

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Margot,

      vielleicht hilft es dir weiter, wenn Du weißt, dass Margot eine Form von Margarete ist (Wikipedia). Demnach könntest du am 22. Mai, 20. Juni, 20. Juli, 17. Oktober, 29. Oktober oder 16. November Namenstag haben, je nachdem nach welchem dieser Heiligen Du benannt wurdest.

      Viele Grüße

      Monika

  3. Guten Morgen Monika,
    dein Artikel fehlte bei mir im Reader, habe ihn erst im Posteingang gefunden.
    Der Namenstag war durchaus auch im „Osten“ bekannt, auch in evangelischen Gegenden. Es gab auch Grußkarten zum Namenstag. Gefeiert wurde er selten, da hast du recht. Aber wir haben als Kinder gern im Kalender geschaut, wann, wer Namenstag hat.
    Und ein Vorteil hat das Nichtfeiern ja auch, keiner mußte sich „ärgern“, wenn er nicht auftauchte. 😉
    Herzliche Grüße
    Ute

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Ute,

      danke für die Ergänzung. Aber muss sich denn jemand ärgern, wenn er keinen Namenstag hat? Das muss man dann in der Erziehung halt berücksichtigen, wenn die Tradition in der Umgebung mehrheitlich anders ist. Damit schlage ich aber ein anderes Fass auf, das noch weitreichender ist.

      Viele Grüße

      Monika

      • Ja „ärgern“ vielleicht nicht ganz so wörtlich, im Sinne von richtig Ärger haben. Aber ich kann mir schon vorstellen, das Kinder wie Margot, dann etwas traurig sind, wenn alle anderen feiern (können). 😉
        Und ob da die Eltern immer dran denken… möchte ich fast bezweifeln…
        Herzliche Grüße
        Ute

        • Monika sagt:

          Guten Morgen Ute,

          ja das stimmt. Da kann ich Dir nur zustimmen. Allerdings kann man der Traurigkeit auch etwas gegenwirken. Und das ist schade, wenn das nicht so ist.

          Viele Grüße

          Monika

    • Monika sagt:

      Apropos wegen dem Reader. Also an dem Autor kann es nicht liegen. Ich werde das also gleich mal im Forum ansprechen bei wordpress.com. Ich würde Dich bitten, dieses Thema auch zu verfolgen, da Du dies ja feststellst. Hoffentlich kommen wir dahinter, was es ist.

      • Ich schaue schon immer, der Reader mag hin und wieder nur fast. „F5“ drücken hilft manchmal. Und dich habe ich auch per Mail abonniert… also bekomme ich schon mit, wenn es was Neues bei dir gibt.
        Aber vielleicht geht es im Forum anderen auch noch so und oft weiß jemand Rat.

        Ich wünsche dir noch einen schönen Abend
        Ute

        • Monika sagt:

          Guten Morgen Ute,

          ich habe mir erlaubt, die ersten zwei Sätze ins Forum zu kopieren. Vielleicht hilft es ja etwas. Wir müssen nun abwarten, ob jemand helfen kann. Es sind ja schließlich auch bald Feiertage.

          Es ist gut, dass Du es auch per Mail bekommst. Dennoch möchte ich das geklärt haben, nicht dass auch andere davon betroffen sind.

          Viele Grüße

          Monika

  4. tinyentropy sagt:

    Das Konzept Namenstag habe ich tatsächlich nie so recht verstanden 😉 Danke!

    LG und Frohe Weihnachten!

    • Monika sagt:

      Danke sehr für das Lob. Es freut mich, dass ich hier weiter helfen konnte.

      Dir noch einen frohen Advent. Weihnachten ist ja noch nicht da 😉

      Viele Grüße

      Monika

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