Der Adventskalender – Geschichte und Kommerzialisierung


Der erste Advent

Der zweite Advent

Der erste Advent

Der zweite Advent

Der Adventskalender ist heutzutage in vielen verschiedenen Formen verbreitet. Einerseits gibt es ihn mit Bilder, Gedichten, Schokolade und vielen anderen Dingen hinter den Türchen. Es existieren aber auch sogenannte lebendige Adventskalender. Sie sind entweder religiös oder inhaltlich sakulär gehalten. Die meisten Adventskalender umfassen den Zeitraum vom 1. bis 24. Dezember, einige religiöse Kalender aber beginnen beim 1. Adventssonntag. Somit variiert hier die Anzahl der Tage (s. Die Nähe des Advents).

Geschichte und Bedeutung

Ursprünglich war der Adventskalender eine reine Zählhilfe. Erstmals wurde vermutlich 1851 so ein Adventskalender hergestellt. Zuerst stammt er aus dem protestantischen Umfeld. So wurden in religiösen Familien nach und nach jeden Tag ein weiteres Bild an der Wand hinzugefügt. Eine einfachere Variante ist, dass Kinder von 24 Strichen jeden Tag einen wegwischen dürfen. Oder es gab eine Weihnachtskerze, die jeden Tag bis zur bestimmten Markierung abgebrannt wurde. Letzteres war während des Nationalsozialismus als Ersatzform des Adventskalenders stark verbreitet. Diese Tradition stammt aus Skandinavien.

Der heute verbreiteste Adventskalender sind 24 Türchen, hinter denen sich Bilder mit Gestalten aus den biblischen Geschichten verbergen. Dies geht vermutlich auf einen englischen Pfarrer zurück. Ab den 1950er Jahren wurde dieser flächendeckend und kostengünstig angeboten und erlangte so seine Verbreitung. Meistens waren es Motive aus verschneiten Städten. Das 24. Türchen war meistens größer und enthielt ein Krippenmotiv. 1958 gab es den ersten Adventskalender mit Schokolade. Hinter der Schokolade verbarg sich dann noch ein weihnachtliches Motiv, das den Bezug zur Weihnachtszeit darstellte. Heute sind diese Schokoladestückchen meist in weihnachtliche Formen dargebracht. Immer häufiger jedoch findet man selbstgemachte Adventskalender. Somit kann man kleine Geschenke hinter jeder Tür finden. Mit 857 m2 ist der Adventskalender im Böttchergässchen der weltgrößte freistehende Adventskalender. Die Türen sind 2 x 3 Meter groß und werden täglich geöffnet.

Verschiedene Formen des Adventskalenders und Kommerzialisierung

Seit Kurzem werden Hörbücher auch als Adventskalender verwendet. So hört man jeden Tag eine Geschichte vom 1. bis 24. Dezember. Weihnachtliche Geschichten, Legenden, winterliche und adventliche Motive beherrschen diese Hörbücher. Ab und zu sind auch statt Geschichten Lieder zu hören. Ich finde diese Art von Kalender sehr erfindungsreich und nützlich. So können Kinder an die Tradition und Bücher herangeführt werden. Natürlich spielen da auch andere Faktoren eine Rolle, aber so ein Adventskalender kann das verstärken.

Schon seit Langem wird der Adventskalender vermarktet und somit haben sich auch die Motive gewandelt und stellen nicht mehr nur biblische Motive dar, sondern Motive, die von allen verstanden werden. Dies aber versteckt den ursprünglichen christlichen Bezug, den der Adventskalender hatte. Verschiedene christliche Organisationen wollen mit nicht-kommerziellen Adventskalendern und christlichen Motiven den Trend umkehren. Dies ist aber nicht so einfach, weil auch das Internet viele Adventskalender in verschiedenen Formen kennt. Der Kommerz macht auch vor dem Adventskalender nicht halt.

Leider stoppt auch die die Schnelllebigkeit der Gesellschaft nicht. Somit fehlt auch hier die Ruhe, die der Adventskalender in die Adventszeit bringen sollte. Zudem sind die Motive vielfach vom ursprünglichen Sinn abgetrennt.

Liebe Leser, ich wünsche einen ruhigen und besinnlichen zweiten Advent.

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8 Kommentare zu “Der Adventskalender – Geschichte und Kommerzialisierung

  1. Guten Morgen Monika,
    ich habe kürzlich nach „Stille Nacht…heilige Nacht“ gesucht und bin auf eine Seite gestoßen, bei der man jeden ein Stück der Entstehungsgeschichte des Liedes hören kann. Das gefällt mir sehr gut. Ansonsten mag ich auch viel lieber die traditionellen Kalender. Wenn ich keinen solchen finde, gibt es gar keinen. Dann tut sich aber meist sowas auf, wie oben beschrieben. 🙂
    Für dich auch einen besinnlichen 2. Advent und herzliche Grüße
    Ute

  2. kowkla123 sagt:

    Schöne Informationen, finde ich, ich suche auch immer nach praktischen, die ich gut auf meinen Schreibtisch legen kann, ich wünsche einen schönen 2. Advent

  3. Ocean sagt:

    Liebe Monika,

    das sind sehr interessante Hintergrund-Informationen. Ich stelle mir gerade so vor, was die Kinder heutzutage davon halten würden, wenn sie nur täglich ein Strichlein wegwischen dürften 😉 Damit wäre doch keiner mehr zufrieden..einfach nur die Vorfreude als „Countdown“ Richtung Weihnachten. Und im Nikolausstiefel sollte ja zumindest ein neues Spiel für den IPad ..oder so ..stecken. Lach, wir haben zum Nikolaus einen großen USB-Stick bekommen (beruflich) – und ich muß sagen, daß ich das gut fand, denn damit konnte ich zumindest etwas anfangen 🙂

    1971 hat meine Oma ihren ganzen Enkeln Adventskalender genäht. Diesen Adventskalender fülle ich hier für uns jedes Jahr – in Erinnerung an sie. Ansonsten habe ich ja mit Schmücken und all dem nicht so viel am Hut – und die Kommerzialisierung insgesamt stört mich eher ..

    Dir liebe Grüße und einen schönen zweiten Advent 🙂
    Ocean

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Ocean,

      danke für das Lob :). Ich denke, wenn die Kinder heute einen Strich wegwischen dürfen, wären sie gar nicht mehr zufrieden. Das liegt aber alles an der Kommerzialisierung und der Werbung. Ich denke, dass hier das Einfache vielfach nicht mehr gesehen und respektiert wird.
      Das ist eine schöne Geschichte mit dem Adventskalender :). So etwas ist eine schöne Erinnerung.

      Viele Grüße

      Monika

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