Kultureller Wochenrückblick


Diese Woche ist überschattet von den kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost. Daneben haben die Grünen zweimal gewählt, einmal die Kandidaten für die nächste Bundestagswahl und zum Anderen die Bundesvorsitzenden. Es war wieder eine spannende Woche zum Verfolgen.

Sonntag 11. November:

Israel feuert erstmals seit Jahrzehnten Warnschüsse in Richtung Syrien ab. Grund dafür sei eine Granate gewesen, die in den Golan Höhlen eingeschlagen ist. Die Regierung Israels habe schon früher vor Grenzverletzungen gewarnt. Bisher wurden die Angriffe von Israel niedrig bewertet, da sie aus Versehen geschehen seien, um eine Eskalation zu vermeiden. Weil der Treffer auf einen Grenzposten auch als Fehler gewertet wird, habe man nur mit einem Warnschuss reagiert. Anfang Oktober gab es bereits einen Zwischenfall an der syrisch-türkischen Grenze, als der Bürgerkrieg in Syrien einen tödlichen Granateneinschlag in einem Grenzdorf verursachte. Seitdem ist die Gefahr groß, dass sich der syrische Bürgerkrieg auch auf die Nachbarländer ausweiten könnte. Die Kämpfe in Syrien gehen ohne Erbarmen weiter.

Montag 12. November:

Claudia Roth, die Chefin der Grünen, hatte bei der Urwahl für die Bundestagswahl eine herbe Niederlage erleben müssen. Sie landete beim Rennen um das Spitzenduo nur auf Platz 4. Sie gibt aber nicht auf und sagt, dass das nicht die Wahl zum Bundesvorsitz in der Partei gewesen sei. Das heißt, dass sie ihren Posten verteidigen will. Trotz ihrer Niederlage bewertet Claudia Roth die Urwahl positiv. Für sie steht fest, dass es nun keine Zeit ist für persönliche Entscheidungen, sondern dass die Regierung abgewählt werden muss. Welche Opposition sagt das nicht?

Dienstag 13. November:

Das traditionsreiche Unternehmen „Frankfurter Rundschau“ meldet Insolvenz an. Die Pleite wurde auf der Betriebsversammlung verkündet. Es soll allerdings keine Kündigungen ausgesprochen werden, da die Redakteure berufliche Perspektiven bräuchten. Die Entscheidung für das Gruhner+Jahr Blatt „Financial Times Deutschland“ fällt bis zum 21. November. Auch hier ist eine Zeitung von der Insolvenz bedroht. Bedeutet das, dass die Zeitungen aussterben? Welche Gründe könnte es hierfür haben? Ich selbst würde nicht nur das Internet als Grund angeben, sondern auch die Art und Weise der Berichterstattung, weil einige Zeitungen sich immer mehr dem Stil der Boulevard-Zeitungen angepasst haben.

Mittwoch 14. November:

Ahmed Dschabari, ein Militärchef der radikal-islamischen Hamas, wurde bei einem Luftangriff auf Gaza getötet. Das bestätigten sowohl Hmas als auch Israel. Die Gewalt in dieser Region reißt nicht ab, sondern nimmt zu. Militante Palästinenser feuerten aus Rache Dutzende Raketen auf Israel. Mehrere Gebäude brannten, von Opfern ist aber nichts bekannt. Israel bezeichnete Dschabari als einen der führenden Terroristen. Die Offensiven werden wohl weiter geführt.
Anmerkung: Am Abend kam es zu einem Luftalarm in Tel Aviv. Bis in den späten Abend und in den frühen Morgen dauerten die Kämpfe an. Hoffentlich kommt dieses Gebiet bald zum Frieden.

Donnerstag 15. November:

Rund 450.000 Menschen waren von dem größten Stromausfall seit Jahrzehnten in München betroffen. Ampeln fielen aus. Die Polizei konnte nicht rechtzeitig vor Ort sein, so regelten die Münchner den Verkehr selbst. Der Stromausfall dauerte knapp eine Stunde an. Menschen waren in Aufzügen eingesperrt und die Einsatzkräfte hatten viel zu tun. Es ist noch immer nicht sicher, was die Ursache für den Ausfall ist. Unter Focus ist nachzulesen, dass der Hochspannungsexperte Albert Claudi sagt, dass es weniger Stabilität im Netz gäbe. Wir müssen also häufiger mit Stromausfällen rechnen.

Freitag 16. November:

Der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda wollte die Mehrwertsteuer verdoppeln. Die Opposition stimmte nur zu, wenn es Neuwahlen gibt. Noda hat daraufhin das Parlament aufgelöst. Die Neuwahlen finden am 16. Dezember statt. Die Wahlen wären eigentlich erst im August 2013 gewesen. Die demokratische Parti DPJ von Noda wird vermutlich einen schweren Stand haben und ihre Regierung nicht verteidigen können.

Samstag 17. November:

Claudia Roth, um eine Brücke zum Montag zu schlagen, wurde mit einem sehr guten Ergebnis (88,5 %) als Bundesvorsitzende der Grünen gewählt. Vor 2 Jahren erreichte sie nur 79,3 %. zdemir wurde als Co-Vorsitzender mit leicht abgesunkenen 83,29 % gewählt.

Zitat der Woche:

So lang nur ein Mensch da ist, dem der Krieg Vorteil bringen kann, und dieser eine hat Macht und Einfluß genug, diesen Krieg zu entfesseln, ist jeder Kampf gegen den Krieg vergeblich.
Arthur Schnitzler, (1862 – 1931), österreichischer Dramatiker und Erzähler

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17 Kommentare zu “Kultureller Wochenrückblick

  1. ich sagt:

    am Mittwoch sind bei dem Angriff 3 Menschen getoetet worden – in ihren Wohnungen und einige verletzt. das auf dein Schreiben – von Opfern ist nichts bekannt.

    • Monika sagt:

      Guten Morgen,

      das habe ich zu dem Zeitpunkt nicht gewusst. Ich schreibe die Berichte relativ zeitnah. Es war mein Fehler, dass ich am ende der woche da nicht noch einmal nachgeahkt habe. Danke für den Hinweis.

      Viele Grüße

      Monika

  2. Das was mich am meisten umtreibt, ist das Thema Krieg. Auch und gerade aus aktuellem Anlass.
    Dem Zitat kann ich aber nur teilweise zustimmen. Ja, es wird immer Menschen geben, die aus Gier nach Macht und Geld Kriege vom Zaun brechen wollen. Allerdings sollte man nie aufhören, Menschen die Auswirkungen von Krieg zu zeigen, sie dazu bringen, darüber nachzudenken und miteinander zu reden. Und vielleicht einander zu verzeihen. Denn neuer Krieg erzeugt wieder neues Leid und neuen Hass und diese führen wieder zum Krieg. Das kann man mehr als gut in Israel und Palästina sehen.
    Wenn Menschen das begreifen, werden auch die Kriege weniger werden. Denn ohne Volk können die Mächtigen so viel Krieg machen wollen wie sie wollen, wenn keiner da ist, der die Hand gegen den anderen erhebt…selbst auf’s Schlachtfeld wollen die Mächtigen sicher nicht. Dann hätten sie ja vielleicht nichts mehr von ihrer Macht und dem Reichtum.
    Kanzler Schröder hat damals nur gewonnen, weil er sich gegen den unseligen Irak-Krieg ausgesprochen hat. Ein Zeichen dafür, welche Macht das Volk hat, wenn es sich nur einig ist.
    Ob das weltweit irgendwann gelingt, sei dahin gestellt. Fest steht: „Wer „kämpft“kann verlieren, wer nicht „kämpft“, hat schon verloren.“

    Liebe Grüße und einen friedlichen Sonntag
    Ute

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Ute,

      in gewisser Weise muss ich Dir recht geben. Wenn aber ein Mensch die Gier und die Macht hat, Kriege anzuzetteln, dann werden die Menschen auch nicht den Kreislauf begreifen, den diese Kriege verursachen. Die Menschen, die dann Opfer sind, bzw. alles verlieren, sind leider meistens nicht gleichgültig und wollen alles vergelten, auch wenn sie vorher gegen den Krieg waren.

      Ich hoffe, dass dort bald Ruhe herrschen. Wie man so schön sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

      Viele Grüße

      Monika

      • Guten Monika,
        stimmt, viele Menschen wollen dann „Vergeltung“, aber genauso viele wollen einfach, dass dies nie wieder passiert. Das habe ich von meinen Eltern, Verwandten, Nachbarn und anderen, die das erleben mussten, so gelernt. Auch von Menschen die im KZ waren. Sie wollten allesamt keine „Vergeltung“, sondern haben auch mit ihrer Offenheit dafür gesorgt, dass mir klar geworden ist, dass man nie wegschauen darf.
        Die Mentalität der Menschen dort, ist eine etwas andere, das ist mir sehr wohl bewusst. Trotzdem setze ich meine Hoffnung in genau die, die so denken, wie vorher beschrieben. Und sie gibt es auch da.
        Wenn ich etwas aus den Briefen gelernt habe, die ich jetzt poste, dann ist es, dass wir die Hoffnung nie verlieren dürfen. Alles andere liegt nicht in unserer Hand, aber wenn die Hoffnung verloren ist, ist alles verloren.
        Ich wünsche dir einen ganz schönen Tag
        Ute

        • Monika sagt:

          Guten Morgen Ute,

          diesen Aspekt habe ich zuerst nicht bedacht, aber er stimmt. Es ist jedoch immer die Frage, wie sich da dann das Verhältnis zwischen diesen beiden Gruppen bildet. So muss, wenn ein Krieg erst mal angefangen, wie sich jetzt im Nahen Osten abzeichnet, die Möglichkeit der anderen Gruppe bestehen, diesem Einhalt zu gebieten. Dies ist aber leider nicht immer möglich.
          Die Briefe, die Du postest, sind sehr wichtig. Und ich finde auch, dass man die Hoffnung nicht verlieren sollte. Es liegt nicht in unserer Hand, ob dort weiter Krieg geführt wird oder nicht, dafür sind wir zu weit entfernt, aber die Hoffnung und das Gebet vieler Menschen kann etwas bewirken.

          Viele Grüße und einen schönen Tag

          Monika

  3. giselzitrone sagt:

    Krieg ist was schreckliches man sollte meinen die Menschen seien schlauer geworden.Wünsche dir einen guten glücklichen Sonntag. Gruss Gislinde.

  4. Ich beobachte die Geschehnisse im Nahen Osten mit großer Sorge. Wenn dieses Pulverfaß sich richtig entzündet, und leider, leider gibt es dafür jetzt Anzeichen genug, dann könnte uns binnen kurzem der Dritte Weltkrieg ins Haus stehen… Deutschland sollte sich da tunlichst heraus halten – aber ich fürchte, dieser Appell ist umsonst…
    Ich wünsche dir einen unbeschwerten Sonntag!

    • Monika sagt:

      Guten Morgen,

      leider ist das wahr. Ich würde aber nicht unbedingt gleich zu einem Dritten Weltkrieg gehen, da viele Staaten dieses Szenario fürchten wegen den Atombomben, die die ganze Welt vernichten könnten.

      Viele Grüße

      Monika

  5. kowkla123 sagt:

    ich setze mal das Zitat noch mal an den Anfang:
    So lang nur ein Mensch da ist, dem der Krieg Vorteil bringen kann, und dieser eine hat Macht und Einfluß genug, diesen Krieg zu entfesseln, ist jeder Kampf gegen den Krieg vergeblich.
    Und ich sage, ja, er hat Recht und es macht schon Sorge, dass sich die schon vorhandenen und neu entstehende Pulverfässer mal so richtig entzünden, dann kann es nur furchtbar sein, hoffen wir, das die friedliebende Mehrheit immer im Stande ist, das aufzuhalten, KLaus

  6. Feli sagt:

    Es mag in jedem Mensch der Wunsch nach Frieden stecken, dieser fällt jedoch unter „unmögliche Wünsche“. Frieden ist widernatürlich; er entspricht nicht dem menschlichen Naturell.

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Feli,

      leider kann ich dem nur zustimmen, auch wenn ich mir wünschte, dass der Frieden kommt, er wird leider nie kommen, nicht auf dieser Welt. Die Hoffnung jedoch darauf darf man nicht aufgeben.

      Viele Grüße

      Monika

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