Kultureller Wochenrückblick


Die Wahl zum Oberbürgermeister Stuttgart überrascht. Zudem gibt es Auswirkungen im Radsport. Im Fall Berlusconi gibt es neue Entwicklungen. Lassen Sie sich überraschen.

Sonntag 21. Oktober:

Der Grünen-Politiker Fritz Kuhn gewinnt mit 7 % Unterschied zu seinem Konkurrenten Sebastian Turner (parteilos) den zweiten Wahlgang und wird somit der neue Oberbürgermeister von Stuttgart. Er löst damit Amtsinhaber Schuster ab. Seit 40 Jahre stellte diesen Posten die CDU und seit nunmehr 16 Jahren war Schuster (CDU) in diesem Amt. Auch mit einer Amtsperiode von 8 Jahren ist das eine hervorragende Zeit. Ob sie gut genutzt ist, ist allerdings fraglich. Man denke nur an das Projekt „Stuttgart 21“, in denen die Bürger ausgeschlossen wurden.

Montag 22. Oktober:

Lance Armstrong verliert all seine sieben Titel im Radsport. Das hat der Weltverband UCI beschlossen. Es soll dazu keine Nachrücker geben. Zudem wird Armstrong sein Leben lang gesperrt. Diese Strafe wurde ihm wegen Doping auferlegt. Ich schätze, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Viele, nicht so bekannte, Radprofis werden auch dopen und sie werden nicht belangt. Das hier ist ein Schauprozess. Ob er Wirkung zeigt, müssen wir abwarten. Die beste Wirkung wäre allerdings härteres Durchgreifen gegen jeden. Es ist klar, dass hier eine Konsequenz sein musste, weil das Doping von Armstrong bekannt wurde. Doch lautet meine Frage: Wie viel versteckt sich noch im Radsport?

Dienstag 23. Oktober:

Der Europäische Gerichtshof hat beschlossen, dass Fluggäste bei großen Verspätungen Anspruch auf Entschädigungen haben. Damit haben die Fluggäste, deren Flugzeuge mehr als 3 Stunden Verspätung haben, denselben Anspruch wie diejenigen von gestrichenen Flügen. Zudem sollen diese Ansprüche auch rückwirkend durchgesetzt werden können, in Deutschland 3 Jahre. Nur wenn die Verspätung auf außerordentliche Umstände zurückgeht, muss die Fluggesellschaft nicht zahlen, also z.B. spontaner Streik oder Witterungsverhältnisse.

Mittwoch 24. Oktober:

Die Übungsleiter von Vereinen sollen von der Bundesregierung besser gestärkt werden. Vom Kabinett wurde ein entsprechender Gesetzentwurf zur Förderung der ehrenamtlichen Tätigkeit von Bürgern vor. Die steuerfreie Übungsleiterpauschale soll somit von 2100 auf 2400 € steigen. Damit wollen sie das Ehrenamt als Grundpfeiler anerkennen. Das Problem dabei ist, dass nicht der Anreiz immer fehlt, sondern die Möglichkeit, Ehrenämter auszuführen. Viele Menschen in Deutschland haben zwei Jobs, weil sie sich mit einem kaum die Wohnung leisten können. Wo sollen sie dann die Zeit für ein Ehrenamt nehmen? Ich denke, dass hier zuerst etwas geschehen müsste.

Donnerstag 25. Oktober:

Ford schließt wegen der Absatzkrise in Europa zwei Werke in Großbritannien (Southhampton und Dagenham). Ford rechnet mit Milliardenverlusten und versucht mithilfe dieser Maßnahme bis 2015 wieder profitabel zu sein. Die Schließungen sollen Ersparnisse von bis zu 500 Millionen € bringen bei etwa 1,2 Milliarden € Verlust.

Freitag 26. Oktober:

Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi wurde wegen Steuerbetrugs zu 4 Jahren Haft verurteilt. Berlusconi allerdings profitiert von einer Amnestie. In der ersten Instanz wurde er nur für ein Jahr verurteilt. Die restlichen 3 Jahre fallen jedoch unter die Amnestieregelung von 2006, so das Gericht. Berlusconi war einer von 11 Angeklagten im Mediaset-Verfahren. Beim Verkauf von Fernsehrechten des Unternehmens Mediaset sollen die Kosten auf Hunderte Millionen Dollar aufgebläht worden sein. Update am Samstag: Die Anwälte Berlusconis legen Berufung ein und der Ex-Regierungschef kontert, dass es keine Demokratie mehr gebe. Der Vorhang ist noch längst nicht gefallen.

Samstag 27. Oktober:

Chester Carlson entwickelte das „Elektrofotografie“-Verfahren. Somit konnte man erstmals auf unbeschichtetes Papier kopiern. Nachdem Carlson sich ab 1935 mit der Übertragung von Schrift und Bild auf ein Blatt Papier beschäftigte, entstand 1938 die erste Schriftübertragung nach dem xerografischen Verfahren. Da das Verfahren mit trockenem Toner arbeitet wird es Xerografie (griechisch für „trocken schreiben“) genannt. Kommerziell nutzte die Firma HALOID die Erfindung 1948. Unter dem Namen XEROX brauchte sie den ersten Fotokopierer auf den Markt. Das Patent dazu wurde am 27. Oktober 1937 angemeldet, also vor 75 Jahren.

Zitat der Woche:

In den Sprichwörtern sitzt das Gewissen des Volkes zu Gericht.
Wilhelm Heinrich von Riehl, (1823 – 1897), deutscher Journalist, Novellist und Kulturhistoriker

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7 Kommentare zu “Kultureller Wochenrückblick

  1. giselzitrone sagt:

    Wünsche einen schönen glücklichen Sonntag,und einen guten Start in die neue Woche Grüsse lieb Gislinde.

  2. kowkla123 sagt:

    vielen Dank für den Wochenbericht, das Zitat am Ende fasst das alles gut zusammen, außer der Erfindung der Fotografie, schönen Sonntag, KLaus

  3. Guten Morgen Monika,
    bei uns war gestern auch Bürgermeisterwahl, allerdings viel weniger spektakulär. 😉 Gegen das Volk regieren, ist schon immer irgendwann schief gegangen.
    Was das Doping im Radsport (und woanders) betrifft, sollten sie vielleicht eher die suchen, die nicht dopen… 😉
    Ich schaue das schon lange nicht mehr. Das würde übrigens auch zu deinem Thema Demut passen. Sich und andere annehmen, wie man ist. Vielleicht sollten wir und alle anderen die damit zu tun haben und es vermarkten, mal anerkennen, dass es bei allem Grenzen gibt. Und einfach dem als Sieger gratulieren, der einfach „nur“ der Schnellste und Beste an diesem Tag war. Und nicht immer neue Rekorde erwarten.
    Was nutzt mir ein neuer Rekord, wenn er mit Betrug und zum großen Teil um des Geldes Willen zustande gekommen ist. Mit sportlichem Ehrgeiz hat das nichts zu tun.

    Ja und Berlusconi, wie kann man nur, 😉 der ist schon immer einfach nur der Hammer, die Gier nach Geld hat ihm wohl jeglichen Anstand genommen. Im Gefängnis wird er trotzdem nie landen.

    Ich wünsch dir einen guten Start in die neue Woche
    Ute

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Ute,

      Du hast vollkommen recht: Gegen das Volk zu regieren, das geht immer irgendwann in die falsche Richtung und dann wendet sich das Volk gegen den Staatsmann. Das sieht man auch bei Diktaturen, die gegen das Volk regieren, wie bei der ehemaligen DDR.
      Ich habe Radsport eigentlich noch nie angeschaut. Die sehen mir alle vom Körperlichen so unnatürlich aus, dass ich mir denke, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht. Du hast recht, dass das gut zum Thema Demut passt. Wenn man nicht gewinnt, so war man dabei und hat seine Möglichkeiten voll ausgeschöpft. Ärgerlich ist es immer, wenn man einen Fehler gemacht hat, aber auch das gehört dazu. In diesem Fall, also den Fehler zu akzeptieren und versuchen, sich so zu verbessern. Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass man beim nächsten Mal dann ein anderer Fehler bemerkt. Mit Betrug zu gewinnen, ist nicht ehrlich. Ich finde, dass Lance Armstrong auch die Preisgelder zurückgeben sollte.
      Ich glaube auch kaum, dass Berlusconi im Gefängnis landen wird. Es ist jedoch gut, wenn die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt und versucht, dies zu bestrafen, auch wenn er mit seinem Geld Schlupflöscher suchen kann.

      Viele Grüße

      Monika

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