Kultureller Wochenrückblick



Auch diese Woche gibt es wieder viel zu berichten. Hildegard von Bingen und Johannes von Avila wurden zu Kirchenlehrern erhoben, der Wohnungsmangel in Deutschland wurde von der Bundesregierung erneut festgestellt und der Dachverband der Sorben feiert sein 100-jähriges Bestehen. Dies und weitere Themen in meinem nun folgenden Wochenrückblick.

Sonntag 7. Oktober:

Hildegard von Bingen, die Nonne, Äbtissin, Medizinerin und Visionärin, wurde heute zur Kirchenlehrerin von Papst Benedikt XVI. erhoben. Voraussetzungen dafür sind: Förmliche Heiligsprechung, Rechtgläubigkeit der Lehre, eine herausragende wissenschaftliche Leistung sowie eine ausdrückliche Anerkennung vom Papst. Diese Kriterien wurden 1741 von Papst Benedikt XIV. festgelegt. Neben Hildegard von Bingen wird diese Ehre auch dem spanischen Theologen Johannes von Avila zuteil. Die Erhebung geschieht heute, weil heute die Weltbischofssynode unter dem Motto der Neuevangelisierung beginnt.

Montag 8. Oktober:

USA verdächtigen zwei chinesische Konzerne der Spionage, ZTE und Huawei. Die Unternehmen gaben ihre Informationen nur zögernd dem Geheimdienst, was sie vermuten lässt, dass dies zu bösartigen Zwecken missbraucht wird. Viele Unternehmen haben eine merkwürdige Auffassung von Moral. Das Gesetz zu achten sollte aber im Sinne jedes Unternehmens sein.

Dienstag 9. Oktober:

Die Bundesregierung warnt vor Wohnungsmangel in Deutschland. In einigen Städten zeichnen sich jetzt schon Engpässe ab. Nach 2009 liegt nun ein zweiter Bericht vor, in dem die Befürchtung, dass das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann, beschrieben wird. Dadurch gibt es dann höhere Preise bei den Mieten und Nebenkosten, so dass die Einkommensschwächeren Müh und Not haben werden, eine Wohnung zu finden. Im vergangen Jahr erhöhten sich die Mieten bei Neuvermietungen im Durchschnitt um 2,9%.

Mittwoch 10. Oktober:

Zum ersten Mal steht eine Provinzhauptstadt Italiens (Reggio Callabria) unter der Zwangsverwaltung der Zentralregierung. Dies soll mindestens 18 Monate andauern. Hintergrund dafür ist, dass der Stadtradt von Reggio Callabria angeblich mit der Mafia zu tun gehabt hätte. Durch den Bericht einer Untersuchungskommission sei die schwere Entscheidung gefällt worden.

Donnerstag 11. Oktober:

Kurz nach dem Jahrestag (30 Jahre nach Amtsantritt) wird Helmut Kohl geehrt, indem er auf einer Sondermarke Platz findet, die ab heute in den Postfillialen erhältlich ist.. Helmut Kohl war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler und führte die Regierungsgeschäfte somit länger als jeder andere. Briefmarkenmotive werden in Deutschland sehr demokratisch abgestimmt, denn jeder, der will, kann bei den Ideenwettbewerben mit vorgeschlagenen Motiven teilnehmen (800 Ideen pro Jahr werden gesammelt). Die Briefmarken regen dann teilweise Zeitschriften, wie auch Internetbeiträge, wie bei mir jetzt, an, über dieses Thema zu schreiben. Bei der Briefmarke von Helmut Kohl kam die Anregung von der Unionspartei selbst. Weil lebende Personen auf Briefmarken normal nicht gewürdigt werden, haben sie die Entscheidung an das Bundeskanzleramt abgetreten.

Freitag 12. Oktober:

Immer neue Details zu dem GAU in Japan kommen in die Öffentlichkeit. Dieser wurde durch ein Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami am 11. März 2011 ausgelöst. Tepco, das Unternehmen, das das Atomkraftwerk Fukushima betreibt, hat in den letzten Monaten immer die Unvorhersehbarkeit der Katastrophe betont. Sie versuchten schon vor dem Unglück die Gefahren zu verharmlosen, um nicht wegen Sicherheitsmängel schließen zu müssen. Hier muss ich sagen, dass eine solche Profitgier, die auf Kosten von Menschenleben geht, nicht vertretbar ist. Die Frage ist allerdings, ob sich die Betreiber je dafür verantworten müssen.

Samstag 13. Oktober:

Der Dachverband Domowina begeht in Hoyerswerda sein 100-jähriges Jubiläum. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich versprach dabei der sorbischen Minderheit weitere Unterstützung. Die Sorben sind unverzichtbarer Bestandteil der Kultur in Deutschland. Die Sorben sind ein westslawischen Volk, das in der Ober- und Niederlausitz, also in Sachsen und Brandenburg, lebt. In Deutschland sind sie als nationale Minderheit anerkannt. Neben ihrer Sprache und Kultur haben die Sorben auch eine Flagge und Hymne, die offiziell anerkannt ist.

Zitat der Woche:

Wenn Gott mich anders gewollt hätte; dann hätte er mich anders gemacht.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) deutscher Dichter, Naturwissenschaftler und Staatsmann

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18 Kommentare zu “Kultureller Wochenrückblick

  1. Susanne Haun sagt:

    Ein interessantes Zitat von Goethe, aber auch eines, was es den Menschen einfach macht. Ich weiss, es ist schwer, sich zu ändern, aber man kann es wenigstens versuchen….

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Susanne,

      das stimmt. Die Änderung des Menschen gehört aber auch zu einem selbst. Insofern ist eine Änderung auch ein Teil des Selbst. Vielleicht hat Goethe das gemeint.

      Viele Grüße

      Monika

      • Susanne Haun sagt:

        Ja, Monika, nicht die Änderung von Außen durch andere sondern durch einen Selbst…
        Zu Bedenken ist dort nur, dass oft der Anstoss oder die Inspiration von außen nötig ist.
        Einen schönen Wochenbeginn wünscht dir Susanne

  2. Mascha sagt:

    Das von Goethe gefällt mir sehr gut 😀

  3. Vivi sagt:

    ja mir auch, ich lese gerne Zitate von ihm

  4. giselzitrone sagt:

    Ein sehr gutes Zitat.Wünsche einen schönen Sonntag Gruss Gislinde.

  5. kowkla123 sagt:

    Liebe Monika, interessante Informationen für jeden Tag der vergangenen Woche, da ließe es sich ja überall viel diskutieren, z.B. Wohnungsmangel, oder Italien-Zwangsverwaltund oder Japan, ok, will nichrtt alles aufzählen, habe eds jedenfalls auch verfolgt, das Zitat von Goethe ist einfach super zutreffend, einen schönen Sonntag und eine gute Woche, KLaus

  6. Das ist eine ganz hervorragende Idee, dieser Wochenrückblick. Gefällt mir sehr sehr gut. Danke für deine Arbeit, von der ich ab jetzt, an jedem Wochenende profitieren möchte.

    • Monika sagt:

      Guten Abend,

      herzlich Willkommen auf meinem Blog. Danke für das Lob. Das freut mich sehr. Dein Blog gefällt mir auch sehr gut.

      Viele Grüße

      Monika

  7. wildgans sagt:

    Finde ich gut, diesen Rückblick. Lenkt die Aufmerksamkeit auf Dinge, auf die ich meine legen will. Jedenfalls manche. Und du bleibst so schön sachlich! Eine so ganz andere Art, ein Blog zu führen. Schön und DANKE! Außerdem komme ich hierher, um neue interessante Menschen zu entdecken. Die kommentieren nämlich hier. Eingeschlossen natürlich bist du!
    Gruß von Sonja

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Sonja,

      danke für dieses Lob. Das freut mich sehr. Das Sachliche gefällt mir persönlich sehr gut. Der einzige Nachteil dabei ist, dass ich relativ viel Zeit für die Artikel brauche im Gegensatz zu persönlichen Artikeln, die über das Leben des Bloggers gehen. Daher habe ich die Frequenz etwas heruntergedreht.
      Im Rahmen Deines Kommentars möchte ich mich bei allen Lesern und Kommentatoren bedanken. Es wird hier wirklich gut diskutiert und das freut mich.

      Viele Grüße

      Monika

  8. Anna-Lena sagt:

    Mir gefällt dein Wochenrückblick auch sehr, liebe Monika. Die Fülle der Informationen, die wir täglich erhalten, muss einfach gebündelt werden, sonst erschlägt sie uns.

    Einen lieben Gruß,
    Anna-Lena

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Anna-Lena,

      danke für Dein Lob. Da hast Du recht, dass wir wo viele Informationen bekommen und sie nicht mehr bündeln. Das ist ein großer Fehler. Hier hat es auch seine Zeit gebraucht, bis dies hier und mein Blog angekommen bist. Mittlerweile bin ich zufrieden mit dem, was ich erreicht habe und das dank allen Lesern und Kommentatoren.

      Viele Grüße

      Monika

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