Friedensnobelpreis geht an die EU



Die aktuelle Entwicklung hat mich dazu bewogen, noch einen Artikel in dieser Woche zu schreiben und veröffentlichen. Gestern wurde bekannt, dass der Friedensnobelpreis an die EU geht. Dies ist eine Überraschung, denn als Favoriten wurden Menschenrechtler aus Russland gesehen. Einige führende Politiker sehen dies als wichtiges Zeichen in der derzeitigen Krise. Somit würde die Auszeichnung zum richtigen Zeitpunkt kommen.

Die EU sowie ihre Vorgängerorganisationen (zur Geschichte komme ich später in diesem Beitrag) haben eine lange Zeit (mehr als 6 Jahrzehnte) Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten gefördert. Vor allem wurde die Aussöhnung von Deutschland und Frankreich hervorgehoben. Eindeutig positive Reaktionen lassen sich unter Zeit finden. Es gibt aber auch kritische Stimmen zu der Verleihung, wie die Zeit auf der zweiten Seite berichtet. Den blutigen Krieg in Jugoslawien konnte die EU zum Beispiel nicht verhindern.

Gründung der EU

Ursprünglich gab es drei europäische Gemeinschaften zwischen 1951 und 1957:

  1. Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS oder Montanunion): Europäischer Wirtschaftsverband und Vorläufer der Europäischen Gemeinschaft (EG)
  2. Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG): Zusammenschluss europäischer Staaten zur Förderung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik
  3. Europäische Atomgemeinschaft (EAG oder heute auch Euratom): Bildung und Entwicklung von Kernindustrie

Die Benelux-Länder (Belgien, Niederlande und Luxemburg) beschlossen mit dem Benelux-Vertrag eine noch intensivere wirtschaftliche Bindung. Zudem waren in diesen Gemeinschaften die Bundesrepublik Deutschland, Italien und Frankreich vertreten. Dass Deutschland und Frankreich sich nach langen Streitigkeiten hier versöhnt haben, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Frieden und dem Friedensnobelpreis. Im Laufe der Jahre wurde die EU immer größer und beheimatet heute schon 27 Mitgliedstaaten. Für eine schematische Übersicht über die Geschichte und Entwicklung der EU und ihre Vorgänger empfehle ich den Artikel Geschichte der Europäischen Union.

Fazit

Europa und die Europäische Union haben zur Zeit eine Krise und dieser Preis könnte ihnen vielleicht Aufschwung geben, diese Krise zu meistern. Ich jedoch stehe auch diesem skeptisch gegenüber, weil es auch dort Grundlagen benötigt. Damit meine ich, solide Grundlagen, auf denen sich ein gesundes Wirtschaftssystem aufbauen kann. Zudem werden immer noch viel zu viele militärischen Einsätze von der EU gefördert. Zudem ist die Frage, wie gut es ist, dass Organisationen den Friedensnobelpreis bekommen. Die Organisation selbst leistet ja nichts, sondern immer nur die Menschen, die dahinter stehen. Das sieht man schon an der Frage, die nun auftaucht: Wer nimmt den Friedensnobelpreis entgegen. Dies hat die Tagesschau besprochen.

Jedoch muss man auch sehen, dass jede Vergabe des Friedensnobelpreises zu Diskussionen geführt hat. Frisch im Gedächtnis dürfte wohl noch die Vergabe an den US-Präsidenten Barack Obama wegen seinen Bemühungen für die Diplomatie und den Zusammenhalt zwischen den Ländern zu sorgen. Da jedoch Amerika den Irak-Krieg initiiert hat und Obama ihn nicht beenden konnte, so hat auch diese Vergabe einen fahlen Beigeschmack. Demnach gibt es viele Preisträger, die neben ihren positiven Bemühungen für den Frieden auch Negatives getan haben. Dies jedoch wird bei der Vergabe unter den Tisch gekehrt.

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16 Kommentare zu “Friedensnobelpreis geht an die EU

  1. Susanne Haun sagt:

    Eine gute zusammenfassung, danke

  2. Pfeffermatz sagt:

    Ich schließe mich dem oberen Kommentar an – du bringst die Sachlage und auch die Problematik gut und knapp auf den Punkt.

  3. kowkla123 sagt:

    besser kann man esvkaum zusammen fasen, ok, ich meine, es ist sehr diskusionswürdig und zum Teil ist es doch berechtigt, wenn man den Grundgedanken zu Grunde legt, aber wieviel Verstöße gegen den Frieden kommen auch aus der EU, na, ja, ich werde mal einfach ein paar Grüße bestellen, dir danken für den Beitrag und ein gutes WE wünschen, KLaus

    • Monika sagt:

      Guten Abend Klaus,

      danke für das Lob. Das freut mich sehr. Ob es nun berechtigt ist oder nicht, darüber hat die Kommission entschieden. Bei vielen Preisträgern gibt es eine Diskussion. Für und Wider gibt es auf alle Fälle bei der EU. Man darf weder die Leistungen für noch die Verstöße gegen den Frieden hier abwerten.

      Viele Grüße und ein gutes Wochenende auch Dir

      Monika

  4. Sehr gute Zusammenfassung! Ich finde, man kann die EU mit vielen positiven oder negativen Preisen auszeichnen, aber nicht mit dem Friedensnobelpreis. Die ursprüngliche Idee geht dabei verloren.

    • Monika sagt:

      Guten Abend,

      genau das befürchte ich auch. Ich befürchte es aber, wenn der Friedensnobelpreis an irgendeine Institution geht und nicht an Menschen, die friedlich für Menschenrechte „gekämpft“ haben.

      Viele Grüße

      Monika

  5. Hallo Monika,
    Ich finde deinen Bericht über den Werdegang der EU sehr gut geschrieben. Mein Fazit ist, dass die EU als Institution den Preis ohne wenn und aber verdient hat, wer ihn schlussendlich in Empfang nimmt, ist völlig unwichtig. Ich finde, ihr seid in einigen Kommentaren zu kleinlich! Ist die Tatsache, dass wir seit über 60 Jahren Frieden in Mittel-und Südeuropa haben, nicht diese Anerkennung wert??

    Ich meine, dass die Wirtschaftskrise heute auch Teil eines weltweiten, verdeckten Wirtschaft-KRIEGES ist und nicht nur die EU betrifft. Das heutige Wirtschaftsystem muss seit 60 Jahren immer wachsen, ohne Rücksicht auf Ressourcen, Ethik und Natur. Ob es ein weltweit funktionierendes und gesundes System je geben wird, daran habe ich zumindest Zweifel.
    Dir wünsche ich einen schönen Sonntag. Ernst

    • Monika sagt:

      Guten Abend Ernst,

      danke für das Lob. Wie ich schon bei Stachelbeere geschrieben habe, ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt die Diskussion, ob die EU den Preis verdient hat. Dass sie einige, wenn nicht sogar entscheidende Faktoren für den derzeitigen Frieden in Mittel- und Südeuropa, gesetzt haben, bestreite ich nicht. Eine Anerkennung ist es wert. Die Frage ist nur, ob es der Friedensnobelpreis sein muss. Dieser sollte für Menschen vergeben werden und nicht für Institutionen, meiner Meinung nach.

      Wenn Du nun behauptest, dass die Wirtschaftskrise ein versteckter Wirtschafts-Krieg ist, so lautet meine Frage: Da die EU auch in die Wirtschaftskrise verwickelt ist, kann sie dann den Friedensnobelpreis erhalten?

      Die erste Diskussion geht also nicht über die EU, sondern über die Vergabe des Preises (Mensch oder Institution), erst die zweite darüber, ob die EU das verdient hat.

      Viele Grüße und dir auch einen schönen Sonntag

      Monika

      • Ja, er sollte in erster Linie an Menschen vergeben werden, da bin ich mit Dir einverstanden. Das schliesst meiner Meinung nach nicht aus, dass auch mal eine Institution den Preis erhält. Ich sehe das in diesem Falle nicht so eng.
        Ob die Wirtschaftskrise etwas mit dem Friedensnobelpreis zu tun hat, bezweifle ich zumindest.
        Viele Grüsse. Ernst

  6. […] Die EU bekommt den Friedensnobelpreis. Monika gibt einen Überblick. […]

  7. Karin Braun sagt:

    Ob Nobelpreis oder nicht, die Krise wird sich nur durch ein Umdenken lösen lassen. So lange da an den alten Zöpfen festgehalten wird, wird es eher schlimmer … Alles Liebe Karin

  8. […] aussieht, ist noch nicht bekannt. Jedoch ist für mich fragwürdig, wie bei solchen Einsätzen der Friedensnobelpreis an die EU bei solchen Einsätzen gerechtfertigt ist. Darüber habe ich schon damals berichtet. Dienstag 30. […]

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