Banteng: Die Lösung des Rätsels der Woche



Im Rätsel der Woche fragte ich dieses Mal, ob jemand diese Tierart erkennt. Mit einigen Informationen rund um das Tier und seinem Bezug zur Kultur möchte ich das Rätsel auflösen. Vielen Dank an alle, die teilgenommen haben. Erraten hat es leider keiner [Update: es wurde von the Spekator gelöst: herzlichen Glückwunsch, die Antwort kam etwas verspätet, aber durch die Art der Antwort habe ich gelesen, dass er dies noch nicht gelesen hat], aber ich habe auch durch die Antworten gelernt. Ich habe dann jeweils punktuell recherchiert, was der Unterschied ist. Die Informationen über das Banteng schmücke ich zudem mit einigen Fotos, die ich selbst im Tierpark Hellabrunn mit meiner Digitalkamera erstellen konnte.

Banteng

Banteng

Banteng wird auch Sunda-Ochse genannt. Diese Wildrinder finden sich in Südostasien. Die Domestikation des Menschen, also die Zähmung, erfolgte in Form des Balirindes. Deswegen verbreiten sie sich von Südostasien, Java und Borneo auf weitere Inseln in Indonesien aus. In anderen Regionen der Welt sind sie auch ansässig geworden, aber in bedeutend geringerer Zahl.

Aussehen und Lebensweise

Den Hausrindern sehen sie etwas ähnlich, aber nicht ganz. Das Fell ist bei den Männchen schwarzbraun bis gelbbraun, bei den Weibchen rotbraun bis gelbbraun. Beide haben Gesäßflecken und weiße Unterseiten. Mit einem Gewicht von 400 bis 900 Kilogramm und einer Kopf-Rumpf-Länge von 1,8 bis 2,25 m sowie einer Schulterhöhe von 1,2 bis 1,9 m geben sie ein imposantes, aber auch schönes Bild ab. Die Hörner der Bullen sind kräftig und gebogen und können bis zu 70 cm lang werden, bei den Kühen sind sie mit ca. 30 cm erheblich kürzer.

Banteng in der Gruppe

Banteng in der Gruppe

Sie leben in einer Gruppe von 2 bis 40 Kühen und einem Bullen. Männliche Junggesellen schließen sich auch oft zu Gruppen zusammen. Es gibt daneben auch noch Einzelgänger, die nicht mehr zum Führen einer Herde geeignet sind, sei es aus Alter oder Schwäche. Das Jungtier wird 9 Monate gesäugt und ist nach 2 Jahren geschlechtsreif. In tropischen Regenwäldern und lichten Wäldern bevorzugen sie offenere und trockenere Lebensräume. In Gegenden, die bewohnt sind, werden die Wildrinder nachtaktiv und verstecken sich tagsüber.

Banteng und der Mensch

Das wilde Banteng wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources („internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen“, Abk. IUCN) als gefährdete Tierart eingestuft. Die Gründe hierfür reichen von der Abholzung des Regenwaldes bis hin zur Kreuzung des Bantengs mit dem Balirind. Die größte Population von Bantengs befindet sich mittlerweile in Australien, außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes. Sie zählt etwa 8.000 Rinder.

Schon früh entdeckt die Menschen diese Tiere für sich. Nur 5 Rinderarten wurden von den Menschen domestiziert, darunter das Banteng. Einige Jahrhundert vor Christi müssen bereits die ersten Bantengs domestiziert geworden sein. Vermutlich wurden sie zuerst auf Java als nützliche Tiere angesehen, da auf dem Festland schon der Wasserbüffel bevorzugt wurde. Aufgrund des Zentrums der Züchtung (Bali), erhielt die domestizierte Rasse den Namen Balirind. Sie sind kleiner und haben eine längere Halswamme. Zudem sind die Bullen nie ganz schwarz.

Auf Java hingegen unterscheiden sich die gezüchteten kaum von ihren Verwandten, den Wildrindern. Von Bali aus gelangten diese Tiere auf zahlreiche andere Inseln, in denen das Banteng nicht heimisch war. Dort verwilderten sie teilweise. Aufgrund von genetischen Analysen konnte man nun beweisen, dass die früher für Balirinder gehaltenen Tiere in Australien doch reinrassige Bantengs sind.

Banteng

Banteng

Tiere und Kultur

Hier sieht man deutlich, wie die Tiere durch Menschen beeinflusst wurden. Die wilde Art der Bantengs ist vom Aussterben bedroht. Doch es entsteht dadurch die neue Rasse des Balirindes. Die Lebensräume der Tiere schwinden durch die Rodung der Regenwälder. Der Mensch sollte sich seiner Verantwortung gegenüber der Natur bewusst sein, jedoch auch so, dass er sie sich zu Nutze macht, jedoch nicht um jeden Preis. Ich will damit nicht sinnlose Jagden befürworten, sondern den Umgang mit der Natur, der uns erlaubt zu leben. Wir alle gehören letztlich zur Natur und somit sind wir eingebunden in das System.

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11 Kommentare zu “Banteng: Die Lösung des Rätsels der Woche

  1. susannehaun sagt:

    Liebe Monika, danke für deine ausführliche Beschreibung des Rindes.
    Der Mensch ist bei weitem das gefährlichste Element der Natur.
    Ich hoffe, dass die Menschen, die sich auf Werte besinnen in der Mehrzahl sind als die, die es nicht tun.
    Vielleicht retten wir so die Erde, denn wir haben nur eine!
    Grüße von Susanne

    • Monika sagt:

      Guten Abend,

      das habe ich gern gemacht. Mir hat es Freude bereitet das zu recherchieren. Ich würde aber bei der Gefahr des Menschen noch eine Unterscheidung treffen. Wenn Einheimische die Rodung des Regenwaldes brauchen, um überhaupt zu überleben, so ist dies anders zu beurteilen als wenn eine Industrie aus Europa die Rodung in großem Maß vornimmt.

      Viele Grüße

      Monika

      • susannehaun sagt:

        Da hast du recht, Monika,

        viele Einheimische nehmen nur das, was sie wirklich zum Überleben brauchen.

        Das Problem ist der Entwicklungsmißstand auf der Erde…. die Industralisierung, die in der westlichen Welt Anfang des letzten Jahrhunderts begann, beginnt in Schwellenländern jetzt und in manchen Ländern hat sie noch gar nicht begonnen.

        Wir erleben eine weltweite Industralisierung, in der tiefe Klüfte zwischen arm und reich herrschen. Wie ist dieses Problem bloß zu lösen?

        Grüße von Susanne

        • Monika sagt:

          Guten Morgen Susanne,

          ja es ist ein gewisses Dilemna. Das Einzige, was man auch noch berücksichtigen muss, ist, dass auch diejenigen, die die Umwelt retten wollen, Prfoit machen wollen. Einiges regelt sich in der Natur von selbst und Arten sind schon immer ausgestorben. Man kann nicht um jeden Preis eine Art retten.
          Jedoch sollte man pfleglich mit der Natur umgehen.

          Viele Grüße

          Monika

  2. Vivi sagt:

    kannte ich nicht, danke

    • Monika sagt:

      Guten Abend Vivi,

      ich kannte es auch nicht, bis ich diese Art gesehen habe. sie hat mir von Anfang an zugesagt. Es sind schöne Tiere.

      Viele Grüße

      Monika

  3. giselzitrone sagt:

    Ja das sind wahre Worte da sollten sich die Menschen wirklich ,besinnen,aber die grossen denken ja gar nicht daran es geht mit um Profit.Wünsche dir einen schönen Dienstag und Grüsse dich lieb Gislinde.

    • Monika sagt:

      Guten Abend Gislinde,

      ja leider ist das in der Industrie so üblich. Man sollte aber davon unterscheiden, wenn es um das Überleben geht, wie ich in dem einen Kommentar zu Susanne geschrieben habe.

      Viele Grüße

      Monika

  4. kowkla123 sagt:

    hätte ich wirklich nicht gewusst, danke für die ausführlich Beschreibung und ja, meine Vorkommentatoren haben meine Meinung ausgesprochen, die ich zum Menschen im Allgemeinen habe, ich zähle mich zu denen, die das verhindern möchten, was der Mensch so in der Natur vesaut, einen schönen Tag, KLaus

    • Monika sagt:

      Guten Abend Klaus,

      freut mich, dass Dir mein Artikel gefallen hat. Es war auch für mich schön, dies zu recherchieren. ich habe da einiges dazu gelernt 🙂

      Viele Grüße

      Monika

  5. […] den ich angeregt von Monika mit Monika, Papa (emsemsem) und Mama unternommen hatte (vgl. Monikas früheres Rätsel der Woche), schreibe ich momentan an einem Gedichtezyklus Tierpark. Ein Gedicht hieraus nimmt die Atmosphäre […]

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