Altersarmut und Niedriglohn: Die neue und alte Diskussion


Leeres Portemonnaie?

Leeres Portemonnaie im Alter?
Foto: Traumrune
Lizenz: CreativeCommons by-sa-2.0-de (Kurzfassung)
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Hier möchte ich in einem kurzen Artikel auf dieses Thema eingehen, da es heute eine neue Sachlage gibt. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes legen erschreckende Tatsachen fest, die auch auf die Rente Auswirkungen hat.

Heute habe ich folgendes gelesen:
„Taxifahrer, Frisöre und Gastro-Angestellte: Ihr Verdienst liegt meist unter der Niedriglohngrenze, sie bekommen weniger als 10,36 Euro brutto pro Stunde. 2010 stieg laut Statistischem Bundesamt abermals der Anteil der Geringverdiener.“
auf Tagesschau.

Jeder fünfte Beschäftigte arbeitet also momentan für einen Niedriglohn. Da ist es kein Wunder, wenn über geringe Rente diskutiert wird. Zufällig wurden diese Zahlen heute bekannt. Erst vor Kurzem wurde schon die Zuschussrente diskutiert und ist immer noch nicht aus den Schlagzeilen gekommen. Wenn das Argument kommt, dass man mittlerweile doch privat vorsorgen müsste, frage ich mich, wie das der Großteil der Bevölkerung bei den geringen Löhnen leisten kann. Ist das dann noch ein Sozialstaat?

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20 Kommentare zu “Altersarmut und Niedriglohn: Die neue und alte Diskussion

  1. kowkla123 sagt:

    es ist eine logische Kette und wie soll der, der wenig verdient vorsorgen und damit die Bedingungen für die Zusatzrente erfüllen, die müssen sich ja richtig vera….vorkommen, KLaus

  2. Mascha sagt:

    Die Spalte zwischen Reich und Arm wird immer größer…..wirklich sozial ist das nicht mehr. Die heutige Rente ist ein Witz!!!!

    • Monika sagt:

      Guten Morgen,

      ja, Mascha, das ist nicht mehr schön, wie das hier läuft. Die Splate wird größer, aber keiner macht wirklich etwas dagegen.

      Viele Grüße

      Monika

  3. regenbogenlichter sagt:

    Irgendein Bundeskanzler hat mal gesagt, mit der BILD kann man ein ganzes Volk regieren und so ist es. Die Regierung Schröder hat damals den „Florida-Hans“ aus der Versenkung geholt, als sie die Hartz-Reformen machen wollten und jetzt haben sie schnell das Thema, damit es die Leute bis zu den Wahlen wieder vergessen haben. Spätestens seit der Regierung Schröder hat auch der Sozialstaat in dem Sinne abgefrühstückt. Jetzt regiert nur die Macht des Geldes. Frau Merkel und Co. machen da fleissig weiter. Man braucht nur mal schauen, wer die Finanzkrise zahlt.
    Das mit der Rente konnte ich mir schon lang ausrechnen. 2030 noch 43% vom Gehalt, da brauche ich noch nicht mal einen Taschenrechner. Was sie nicht sagen, davon gehen ja noch Sozialbeiträge, wie Krankenkasse etc. ab und es wurde auch so abgesenkt, um die Prozente für die Arbeitgeber zu deckeln. Was am Arbeitsmarkt für Jobs entstehen, ist schon lange klar, jetzt gab es nur nochmals die schriftliche Bestätigung. Ebenso, dass die vielen Langzeitarbeitslosen mal Sozialfälle werden.
    Und mit 5€ Riester kann man auch nicht vorsorgen, da kassieren die ersten 5 Jahre nur die Versicherungen. Für mich wäre das Geld in der staatlichen Rentenversicherung besser aufgehoben. Und als Wahlgeschenk, von dem vielleicht 2 € im Monat rumkommen, will man auch noch die Beiträge senken.
    Hier müsste dringend ein System wie in der Schweiz her. In dem ausnahmslos alle einzahlen, auch Beamte (bei denen wissen sie auch, was man so braucht, auch wenn die ständig jammern) und Selbstständige, mit einer betrieblichen Altersvorsorge und einer privaten.
    Ich frage mich allerdings auch manchmal, wofür ich nachts um 3 Uhr aufstehe, bis nachts ein Uhr und an Wochenenden und Feiertagen arbeite. Absonsten haben wir es schon noch ganz komfortabel, ein Thai hat mal zu uns gesagt, wenn ihr keine Arbeit habt, bekommt ihr wenigstens etwas vom Staat, hier hat man nichts zu essen!!! Den Satz vergesse ich nie, denn dort gibt es weder staatliche Rentenversicherung, keine Krankenversicherung nichts. Und privat kann das kaum jemand zahlen.
    In dem Sinne, liebe Grüße und einen schönen Abend
    Ute

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Ute,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Die Hartz-Reformene haben auch sehr viel mit der Problematik zu tun, dementsprechend auch die Riester-Rente, wie Du sie angesprochen hast. Leider können viele sich es nicht mehr leisten, für die Rente vorzusorgen. Vom System in der Schweiz weiß ich nicht genau, wie das funktioniert. Es müsste hier aber eine Änderung des Systems her. Das hast Du ganz richtig gesagt. Selbstständige sorgen meist nicht für ihre Rente vor und das ist ein fataler Fehler ihrerseits, da sie dann selbst die Leidtragenden sind. Hier geht es aber nicht um den Fehler der Einzahlenden, sondern darum was die Einzahlenden am Schluss bekommen werden. Ich finde, dass da noch ein kleiner Unterschied besteht, auch wenn man so natürlich das Geld beim Einzahlen steigern könnte. Das Problem wäre dann vermutlich auch nicht gelöst. Das demografische Problem würde auch hier, zwar später, aber dennoch, zuschlagen. Weniger jungen Menschen bedeuten weniger Einzahler. Bei unserem System bedeutet das aber, dass der Rententopf immer kleiner wird für die immer größer werdenen Zahl der Alten.
      Der Vergleich mit den Thai ist zwar so, dass ich sage: Auch dort müsste einiges gemacht werden. Doch hier nennt man sich Sozialstaat. Diese Zuschussrente und private Vorsorge ist aber kein Sozialstaat mehr, da die Schwachen so nicht mehr gestützt werden. Das ist dann auch kein Vorbild mehr für die Thai oder andere, das nachzumachen.

      Viele Grüße und einen schönen Tag

      Monika

      • regenbogenlichter sagt:

        Hallo Monika,
        genau darum ging es mir, was der Einzahler unterm Strich rausbekommt. Deswegen wie in der Schweiz, alle sollten in das System einzahlen. Hier zahlen genau die gut verdienenden nicht ins System ein, erhalten aber, wie die Beamten, recht hohe Pensionen aus Steuermitteln. (1400 € Mindestpension) für die sie selbst so gut wie nichts tun. Die Beamtenbezüge zählen zu den höchsten Posten im Staatshaushalt. Mit dem Schweizer System würden sie selbst für ihre Rente sorgen und die Steuermittel blieben für anderes.
        Es gäbe dann zwar mehr Empfänger, aber die Rentenkassen wären auch weit besser ausgestattet. Dazu kommt noch die betriebliche Rente und die Schweiz hat schon lange einen flächendeckenden Mindestlohn, mit dem man dann sicher auch die dritte Säule, die private Vorsorge finanzieren kann. Voraussetzung sind natürlich vernünftige Löhne und nicht solche „Krachverträge“, bei denen erst mal 5 Jahre nur die Versicherungen etc. kassieren, ehe was angespart wird. Und damit wirklich was unterm Strich rauskommt, muss man schon richtig viel einzahlen. Das kann kaum einer. Nur eine Lizenz zum Gelddrucken für die Versicherungen.
        Versteuern muss man es später auch noch. Für mich einer der größten Schwindel, die je beschlossen wurden.
        Was den demographischen Faktor betrifft, da ist schon was dran, aber haben die jungen Leute denn Arbeit? Die sind bald 30, ehe sie ins Berufsleben einsteigen und kriegen dann oft befristete Verträge, zum geringen Lohn. Da habe ich schon lange Zeit gearbeitet.
        Es würde sicher erst mal helfen, wenn alle einzahlen und man von den unseligen Billigjobs wegkommt. Aber dann wäre es gleich vorbei, mit Jobwunder…und guten Statistiken. In der Schweiz gehen die Unternehmen seltsamerweise auch nicht pleite.
        Allerdings gibt es dort in der Regel nur 20 Tage Urlaub und erhaltene Sozialhilfe muss man zurückzahlen, wenn man wieder Arbeit hat.
        Aber das scheint viele Deutsche nicht zu stören, die Schweiz ist „voll“… den Schweizern ist es da inzwischen schon fast zu „deutsch“.
        Gerechter finde ich das auf alle Fälle, da jeder seinen Beitrag leistet. Und bis jetzt geht es schon ganz gut. Selbst wegen Krankheit erwerbsunfähige, bekommen noch ein relativ hohes Krankengeld.Schau mal, was du hier bekommst. Mit sozial hat das nichts zu tun, vollkommen richtig. Aber das hatte ich ja auch so geschrieben.
        Liebe Grüße
        Ute

        • Monika sagt:

          Guten Abend Ute,

          vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Es ist ein Thema, zu dem man viel schreiben könnte und doch ist noch nicht alles gesagt. In vielen Punkten stimme ich da mit Dir überein, dass es in der Schweiz besser aussieht. Das Problem ist aber auch, dass diejenigen, die viel Geld ihr Geld in die Schweiz und sontige Steueroasen transportieren, so dass sie weniger von ihrem Geld zahlen müssen. Dies geht dann AUCH bei der Rentenkasse ab. Das sollte man zu den anderen Faktoren nicht unterschätzen.
          Einen wesentlichen Punkt hast Du in diesem Beitrag auch angesprochen: Die Billigjobs. Derjenige, der nur wenig verdient, hat kein Geld vorzusorgen. Diese sind auch noch eine Bremse für junge Leute unter 30 Jahren, eine Familie zu gründen. Mehr Familien würden das Problem aber etwas entschärfen. Derjenige, der aber kein oder wenig Geld verdient, weil es Praktika gibt und die meisten Firmen so billige Arbeitskräfte suchen und sogar rotieren lassen anstatt zu übernehmen, wird wohl kaum eine Familie gründen.
          Die Frage ist nur: Wenn das kein Sozialstaat mehr ist, gibt es dann keine Instrumente, dagegen etwas zu unternehmen? Kommt keine Partei auf die Idee mal nachzufragen, ob es gegen das Grundgesetz verstößt? Wenn dann das Bundesverfassungsgericht eingeschaltet wäre, wäre ich mir allerdings nicht sicher, welche Entscheidung es treffen würde.

          Viele Grüße

          Monika

          • regenbogenlichter sagt:

            Guten Abend Monika,
            ja das ist ein Endlosthema und so lange Kommentare hab ich wohl noch nie geschrieben. 😉
            Ehe von dem Geld etwas in den Steueroasen landet, rechnen sich die Unternehmen ja schon hier arm. Bestes Beispiel…die Fusion von Porsche und VW. Die ist nur jetzt schon über die Bühne gegangen, weil sie dadurch massiv Steuern sparen. Oder Öko-Steuer, manche Unternehmen verbrauchen massiv Strom, um eine Befreiung zu bekommen. Dabei hat die Regierung in den letzten Jahren massive Steuergeschenke an die Klientel gemacht. Und andere Länder schlagen noch ganz anders zu. Es ist wohl einfach menschlich, wenn man ihm den kleinen Finger gibt, nimmt er die ganze Hand. Das zieht sich durch seine ganze Geschichte.
            Und die Politiker, sobald die an der richtigen Stelle sitzen, sehen die auch nur noch, wie sie mit dem Ar…an die Wand kommen. Und wo sie nach der Politik möglichst einen guten Posten bekommen. Die leben auch in ganz anderen Welten. Denen müsste man mal für ein Jahr das ganze Geld wegnehmen, Wohnung suchen lassen, wenn die nur 1 qm zu groß ist, geht sie nicht usw. Dann würden sie vielleicht munter werden. Wenn sie mal einen Monat davon leben müssten, was sie sonst für ein Essen ausgeben…oder auch gesponsert bekommen.
            So weit weg von Griechenland sind wir nicht, finde ich und wir brauchen uns nicht weit aus dem Fenster lehnen.
            Vielleicht wäre auch die Schweizer Lösung gut. Spezielle Steuersätze für Gutverdiener, die dann aber auch zahlen, nix Schlupflöcher…die Steuern bekommen aber die Gemeinden und entsprechend niedriger wird auch der Steuersatz für alle, die da wohnen. Aber dafür bräuchte es aber auch ein paar „patriotischere“ Menschen und Unternehmen. Irgendwie sehe ich da hier keinen.
            Liebe Grüße
            Ute

            • Monika sagt:

              Guten Morgen Ute,

              es freut mich, dass Du hier so viele Kommentare schreibst. Es ist auch ein Thema, das wirklich alle angeht.

              Du hast recht, dass sich die Unternehmen hier schon arm rechnen. Dadurch kommen ja auch dann die Billigjobs zustande, die dann den Rattenschwanz mit der Rente nach sich ziehen, da die meisten jungen Leute nicht mehr einzahlen können. Ob es menschlich ist, dass man die ganze Hand nimmt, wenn einem der kleine Finger gegeben wird, weiß ich nicht. Es ist wohl eher auch eine Frage der Einstellung und der Ethik. Ich glaube nämlich nicht, dass es in anderen Ländern genauso ist. Hierzulande hat das Geld leider enorme Anziehungskraft und steht als Statussymbol. Das ist einer der Gründe, warum die Unternehmen sich da immer das Beste herausholen (auf Kosten aller Menschen).
              Dass die Politiker nicht anders sind, sieht man ja am Besten bei Gerhard Schröder, der nach seinem Kanzleramt zu Gazprom gewechselt ist. Es ist nicht nur das Geld, das sie verdienen, sondern auch die Lobbyarbeit der Firmen. Diese drrückt sich, wie Du schon sagtest in kostenlosen Abendessen oder Geld aus. Sie lässt die Ethik zurückstehen und somit haben wir auch hier wieder eine Verbindung zur Rente. Es ist ein Teufelskreis, aus dem man schwer wieder herauskommt, weil alle Faktoren auf etwas anderes hinarbeiten. Bis wir eine ähnliche Lösung wie in der Schweiz haben und wieder einen sozialeren Staat haben, müssen wir wohl noch lange warten.

              Viele Grüße

              Monika

              • Liebe Monika,
                ja genau da meinte ich mit „menschlich“, also nicht im Sinne von gut, sondern eine der schlechten Eigenschaften der Menschen. Die Gier nach Gold und Geld hat den Menschen schon immer nichts Gutes gebracht.
                Das kann ich so „unterschreiben“.
                Ich wünsche dir einen schönen Tag
                Ute

                • Monika sagt:

                  Guten Abend Ute,

                  dann sind wir hier ja gleicher Meinung.

                  Viele Grüße

                  Monika

                  P.S. Auch wenn man immer irgendetwas zu diesem Thema anmerken könnte, denn es ist ein Endlos-Thema.

  4. einfachtilda sagt:

    Ok, alles schon geschrieben, selber darüber mit anderen Gedanken gemacht und mir graut wahrlich vor der Zukunft.

    LG Mathilda 🙂

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Mathilda,

      man muss sich leider mit dem Thema auseinander setzen. Es betrifft nämlich uns alle. Dennoch bin ich der Meinung, dass man auch hier nicht den Kopf in den Sand stecken sollte.

      Viele Grüße

      Monika

  5. luiselotte sagt:

    Ich war mal nur für kurze Zeit arbeitslos und wenn das Sozialamt gekonnt hätte, hätten sie mir meine zusätzliche Rentenversicherung aufgelöst, in die ich brav jedes Monat einzahlte (nur während der sechsmonatiger Hartz IV-Zeit nicht – ich hab bis heute noch nicht das Geld vom ALG I, was mir zugestanden hätte, weil ich ja jahrelang arbeite und eigentlich kein Mensch für Hartz IV gewesen wäre). Die Versicherung erklärte dem Sozialbürgerhaus, dass meine Zusatzrente nicht aufgelöst werden könnte….boah, die regten sich auf, weil sie mich bezahlen mussten….schon irgendwie verrückt…alles….es werden Millionen hin und her geschoben, und im Kindergarten kommen Kinder ohne Brotbüchse und sie sollen von 7 – 17 Uhr ohne Essen durchhalten….)Liebe Grüße, Luise-Lotte

  6. […] In diesem Zusammenhang möchte ich auf meinen Artikel von Anfang der Woche hinweisen: Altersarmut und Niedriglohn. Meiner Meinung nach ist das nicht ausreichend. So kommt man in einen Teufelskreis, denn die, die […]

  7. Ebbes sagt:

    Nun ich hab auch ein Problem arbeite im Zollernalbkreis bei einem Autopflege Service, nun man hat mir bei der Einstellung ein Anfangsgehalt von Netto 1300.-€ versprochen, aber als der erste Zahltag kam waren es nur 1000.-€ Netto und das bei 160 Stunden im Monat, so kann es einem gehen, wenns Ihnen nicht passt können Sie ja kündigen, tolle Antwort oder !!

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Ebbes,

      herzlich Willkommen auf meinem Blog. Das ist sehr schade und sicherlich auch sehr frustrierend und verdeutlicht als Beispiel die prekäre Situaton.

      Viele Grüße

      Monika

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