Oscar Wilde und die Bibel


Oscar Wilde

Oscar Wilde
Foto: Napoleon Sarony (1821-1896)
Da der Urheber schon seit über 70 Jahren tot ist, ist das Bild gemeinfrei.
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Im Rahmen meiner Aktion Vorschläge und Wünsche wurde ich gebeten, auf folgendes Zitat einzugehen: „Wenn ich daran denke, wie viel Unheil diese Buch angerichtete hat, gebe ich alle Hoffnung auf, jemals Vergleichbares zu schaffen. Oscar Fingal O’Fiahertie Wills Wilde (1854-1900) war ein irischer Schriftsteller.

Salome: Ein Stück Wildes in Bezug auf die Bibel

Oscar Wilde beschäftigte sich viel mit der Bibel und das Stück „Salome“ ist in dieser Hinsicht sehr berühmt. Er besaß eine King-James Bibel und war begeistert vom künstlerischen Aspekt, indem er Freunden lange Passagen aus der Bibel vorlas. Er wollte aber auch ihre Geschichten neu erschaffen. Salome zum Beispiel schrieb, weil er der Meinung war, dass beim Lesen der biblischen Lektüre Einzelheiten fehlten. Nachdem er zahlreiche Versionen der Geschichte über Salome erzählte, erblickte er eines Tages ein leeres Notizbuch im Hotelzimmer und schrieb deswegen die Geschichte auf. Das Stück wurde mit großer hast und aus der jeweiligen Stimmung heraus wie viele seiner Werke geschrieben. Salome könnte seiner Auffassung nach sowohl eine Heilige wie auch eine Hure sein, Einerseits stellt er sie mit Wollust, andererseits mit Keuschheit dar.

Das Irentum Wildes

Andererseits aber verkehrte er teilweise die biblischen Aussagen, wenn er der Meinung war, dass Jesus seine Mutter nicht liebte, weil sie Jungfrau war, oder dass der Verrat von Judas aus Liebe geschah. Das zeigt seine Ambivalenz zu der Bibel. Oscar Wilde war durch und durch Ire auf seine provozierende Art und Weise. Er war dabei gegen Bier, die King-James-Bibel, die englischen Tugenden und den angelsäschischen Geist, der phantasielos war. Viele seiner Geschichten sind von seinem irischen Blut und den irischen Geschichten beeinflusst.

Fazit

Das Zitat, das gebracht wurde, passt gut zu Wilde und seinem ganzen Werk. Er hatte stets eine ambivalente Beziehung zur Bibel und somit eine Skepsis gegenüber der Bibel, die auch auf seine irische Überzeugung zurückzuführen ist. Er ergänzt zwar in Salome die Bibel, aber auch dort zeigen sich die Schattenseiten, die er in der Bibel gesehen hat. Er hat Salome zwar keusch und moralisch dargestellt, aber auch schlecht und mit Wollust. Das Zitat bezieht also seine negative Haltung („Wenn ich daran denken, wie viel Unheil dieses Buch angerichtet hat“) gegenüber der Bibel ein, also auch seine Bewunderung für die künstlerischen und stilistischen Elemente („gebe ich die Hoffnung auf, jemals Vergleichbares zu schaffen“).

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Ein Kommentar zu “Oscar Wilde und die Bibel

  1. Anna-Lena sagt:

    Danke für diese interessante Sichtweise, sie war mir neu. Obwohl ich Oscar Wilde immer sehr gern gelesen habe, besonders den Dorian Gray.

    LG Anna-Lena

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