Naturwissenschaften und Kultur



Haben Naturwissenschaften etwas mit Kultur gemeinsam? Auf den ersten Blick lautet die Antwort „nein“. Doch wenn man sich tiefer mit der Materie beschäftigt kann man zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Die Naturwissenschaften beschäftigen sich empirisch in den verschiedenen Wissenschaften mit der Erforschung der Natur. Kultur dagegen ist alles von Menschen gemachte, da cultura aus dem Lateinischen von „colere“ „wohnen“, „pflegen“ und „den Acker bestellen“ kommt. Ein gegebenes Material (meist aus der Natur) wird in eine Kulturleistung umgewandelt. Doch es kommt etwas Kreatives heraus, das nichts mehr mit der Natur gemein hat. Zudem gelten auch Ideen und Ideologien sowie vieles andere als geistiges Kulturgut. Was haben nun diese verschiedenen Wissenschaften gemeinsam?

Gegensatz von Natur und Kultur

Da Kultur ein sehr vielfältiger Begriff und auch kaum abzugrenzen ist, lässt er sich am Leichtesten im Gegensatz zur Natur erklären. Kultur ist das, was der Mensch von sich aus verändert oder hervorbringt, die Natur (von lateinisch nasci „entstehen, geboren werden“) dagegen existiert ohne menschliches Zutun. Sie lässt sich unterscheiden zwischen belebter Natur wie Pflanzen und Tiere oder unbelebter Natur wie Steine und Wasser. Natur aber lässt sich auch nicht leicht abgrenzen. Diese Definitionen, die ich eben beschrieben habe, sind Konsens in westlichen Kulturkreisen. Doch auch dort gibt es Unstimmigkeiten. Es wird sogar diskutiert, ob der Mensch zur Natur gehört oder nicht. Zudem stellen sich heute die Fragen, ob die Naturkatastrophen von Menschen gemacht sind, geschweige denn von der Rohstoffverknappung. Doch der Mensch muss leben, indem er sich der Natur bedient, nur im vernünftigen Rahmen. Dieses ethische Thema würde allerdings zu weit führen.

Analyse in den Naturwissenschaften

Nehmen wir einmal als Beispiel das FCKW oder CO2: CO2 kommt sogar in der Natur selbst vor, aber der Mensch schleudert durch zahlreiche Maschinen Tonnen von CO2 in die Luft und verhilft somit der Ozonschicht beim Abnehmen, wie zahlreiche Wissenschaftler behaupten. Sehen wir uns dieses Beispiel nun einmal genauer an. Da CO2 in der Natur selbst vorkommt, ist es bestimmt nicht eindeutig zu sagen, was nun die Probleme verursacht, zumal diese Theorie auch wieder Risse bekommt. Schauen wir einmal zurück. Es gab in der langen Geschichte der Erde schon viele dramatischen Klimaveränderungen. Ist das jedes Mal auf den Menschen zurückzuführen? Ich möchte hier nicht noch näher auf diese komplexe Materie eingehen, aber eins zeigt dies ganz klar und eindeutig: Die Naturwissenschaften beobachten und analysieren die Natur. Die Menschen liefern ihnen auch Daten zur Analyse mit Autos und Flugzeugen, da dies jedoch eindeutig keine Natur ist, so ist ein Zusammenhang zwischen Naturwissenschaften und Kultur schon gegeben. Die Naturwissenschaften versuchen so auf den Menschen vielleicht auch Einfluss zu gewinnen.

Die Natur als Vorbild für die Kultur

Die Natur ist logischerweise das Vorbild für die Kultur. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Die Kunst orientiert sich an der Natur, es werden Landschaften gemalt, Tiere in Skulpturen dargestellt und vieles mehr. Natürlich müssen sich auch die Menschen an die Eigenschaften der Natur anpassen, um sie zu ihrem Nutzen zu formen, wie wenn sie Häuser bauen. Nicht jedes Material eignet sich dazu gleichermaßen gut. Die Menschheit hat im Laufe der Geschichte einiges über diese Materialien gelernt und weiß nun, wie man sie nutzen kann. Daraus entsteht Kultur. Viele Prinzipien der Kultur sind der Natur nachempfunden. Nehmen wir einmal das Hochhaus. Es ähnelt in gewisser Weise der Wabenstruktur eines Bienenstocks. Doch nicht nur die Strukturen helfen uns in der Kultur, sondern auch die Naturwissenschaften. Ohne sie wären einige Erfindungen für die Kultur nicht vorhanden. Im Artikel über den Internationalen Weltraumforschungstag habe ich schon auf den Nutzen der Weltraumforschung hingewiesen. Die Weltraumforschung ist eine Naturwissenschaft, da sie die Natur des Weltraums erforscht und analysiert. Aufgrund dessen gibt es Erfindungen, die unser Leben erleichtern und die Kultur prägen. Der Biologe Brian Goodwin geht sogar noch einen Schritt weiter (vgl. Spiegel-Online): Er möchte eine Fusion der Natur- und Geisteswissenschaften. Ob dies jedoch gelingt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedenfalls, dass sich Naturwissenschaften und Kultur nicht voneinander trennen lassen. Die Natur bedingt die Kultur, die Kultur greift auf die Natur zurück und die Kultur beeinflusst die Natur teilweise nachhaltig. Somit beeinflussen sie sich gegenseitig und die Verantwortung des Menschen ist dabei groß.

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2 Kommentare zu “Naturwissenschaften und Kultur

  1. april sagt:

    Im Grunde kommt es in deinem Artikel schon von alleine zum Vorschein: die Welt ist so komplex, dass alle Einteilungen zwar einerseits hilfreich sind, ‚Krücken‘ sozusagen (oder ~schreiben), aber andererseits wiederum künstlich, um die Fülle des Wissens überhaupt bewältigen zu können. Alle Wissenschaften haben untereinander und miteinander mengenlehrenartige Berührungs- und Überschneidungsbereiche. Die Universalgelehrten von früher (Michelangelo, Goethe) wird und kann es nicht mehr geben. (Hoffentlich war das jetzt nicht zu weit am Thema vorbei).

    Und ja, die Natur ist sicher ein Vorbild bei gestalterischen Werken, ob bewusst oder unbewusst (die Harmonie, die Formen). Ein unerschöpfliches Thema übrigens ..

    LG, April

    • Monika sagt:

      Hallo April,

      ich finde nicht, dass es am Thema vorbei ist, denn genau das ist das Schwierige. Einerseits bräuchte man ein allgemeines Wissen, andererseits ist das nicht mehr möglich. Man kann sich aber Methoden aneignen, um sich in alle Wissenschaften zu arbeiten. Dies sollte kultiviert werden meiner Meinung nach.

      Viele Grüße

      Monika

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