Mariä Himmelfahrt: Aufnahme Mariens in den Himmel



Heute ist Mariä Himmelfahrt (Lateinisch Assumptio Beatae Mariae Virginis), das älteste bekannte Marienfest. In Saarland und Teilen Bayerns ist dies noch ein Feiertag. In der römisch-katholischen und altkatholischen Kirche wird dies am 15. August gefeiert, ebenso wie die orthodoxen Kirchen (dort heißt es allerdings je nach Teilkirche Mariä Entschlafung). Die armenisch-apostolische Kirche feiert dies am 29. August.


Cyrill von Alexandrien führte im 5. Jahrhundert ein Marienfest am 15. August ein. An diesem Tag feierten die Heiden (die Nicht-Gläubigen) die Himmelfahrt der Astraea (Gestalt der griechischen und römischen Mythologie). Der Glaube an die Aufnahme Mariens wurde für das 6. Jahrhundert belegt und von Papst Pius XII im Jahr 195 in „Munificentissimus Deus“ (Apostolische Erklärung: „Der unendlich freigiebige Gott“) zum Dogma erhoben. Ein Dogma ist eine grundlegende Lehrmeinung, deren Wahrheitsgehalt unwiderrufbar festliegt.

Über die Aufnahme Mariens in den Himmel wird zwar in den kanonischen Schriften der Bibel nicht berichtet, jedoch lassen sie Hinweise finden wie Offb 12,1. Sie ist theologisch von der Himmelfahrt Christi zu unterscheiden. Dies sieht man auch in den unterschiedlichen lateinischen Begriffen: „Ascensio Christi“ („Auffahrt Christi in den Himmel“) und „Assumptio Mariae“ („Aufnahme Marias in den Himmel“).

Um diesen kleinen Beitrag abzurunden, möchte ich auf ein Gedicht von Rainer Maria Rilke (1875-1926) hinweisen. Das Gedicht lautet „Himmelfahrt Mariä“ und ist auf der Seite Rainer Maria Rilke zu sehen:

I

Köstliche, o Öl, das oben will,
blauer Rauchrand aus dem Räucherkorbe,
[…]

Wie wir nächtens, dass die Brunnen gehen,
hören im vereinsamten Gehör:
bist du, Steigende, in unserm Sehen
ganz allein. Wie in ein Nadelöhr

will mein langer Blick in dir sich fassen,
eh du diesem Sichtlichen entfliehst, –
[…]

II

Nicht nur aus dem Schaun der Jünger, welchen
deines Kleides leichte Wehmut bleibt:
ach, du nimmst dich aus den Blumenkelchen,
aus dem Vogel, der den Flug beschreibt;

[…]

Denn wir bleiben, wo du fortkamst. Jede
Stelle unten will getröstet sein.
Neig uns Gnade, stärk uns wie mit Wein.
Denn vom Einsehn ist da nicht die Rede.

Advertisements

5 Kommentare zu “Mariä Himmelfahrt: Aufnahme Mariens in den Himmel

  1. Mascha sagt:

    Ich habe leider nicht frei 😦 Wie sieht es mit Dir aus, liebe Monika?

  2. O.Ph. sagt:

    Guten Morgen, liebe Monika,

    das Gedicht von Rilke ist ganz wunderbar ..ich lese die Werke dieses Dichters sehr gern – dieses kannte ich noch nicht, und ich finde deinen Beitrag zum Thema Mariä Himmelfahrt sehr interessant, da ich selbst evangelisch bin und mich mit den katholischen Bräuchen weniger auskenne. In Baden-Württemberg ist es kein Feiertag.

    Du hast recht ..wichtig ist, wie man mit den Ängsten umgeht ..

    Liebe Grüße und einen schönen Tag wünscht dir Ocean 🙂

    • Monika sagt:

      Guten Morgen Ocean,

      freut mich, dass Dir das Gedicht gefällt. Ich selbst kannte es bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht. Bloggen bildet weiter.
      Es freut mich, wenn ich Dir mit meinem Beitrag etwas Informationen liefern konnte.

      Ich wünsche Dir auch einen schönen Tag

      Monika

Hier können Sie in die Diskussion einsteigen. Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s