Bergtourismus: Kultur oder lukrativer Umgang mit der Natur?



Bergtourismus ist besonders im ländlichen Raum bekannt. Der Alpenraum bietet dabei viele Arbeitsplätze im Tourismus- und Freizeitbereich an. Tourismus (seit den 80er Jahren gebräuchlich) selbst definiert sich als Überbegriff für Reisen, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft. In einigen Regionen der Welt sind Bergwandern und Bergsteigen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten avanciert. Daher wandelte sich das Bild von der Ruhe in der Natur zum Beispiel in den Alpen in den Massentourismus. Aus Sicht der Natur und Ökologie allerdings gibt es kein konfliktreicheres Thema. Gibt es hierfür nachhaltige Konzepte? Zwar regen die Toruisten die Wirtschaft in diesen Regionen an, aber auch dort gibt es Ängste.

Positives und Negatives für den Bergtourismus

Zunächst hat der Bergtourismus einige positive Aspekte, die ich hier nicht verheimlichen will:

  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Keine Abwanderung im Tourismusgebiet
  • Kommunale Infrastruktur
  • Beträge zur Landschafts-, Umwelt- und Ortsbildpflege
  • Wohlstandssteigerung

Doch es gibt auch viele negative Aspekte, die bei einigen unter den Tisch fallen, weil sie nur an das Vergnügen und ihren Profit denken:

  • Hohes Preisniveau
  • Hohe Tourismus-Abhängigkeit
  • Monostrukturen aufgrund des Tourismus
  • Saisonarbeit mit billigen Arbeitskräften
  • Abwanderung in nicht-touristischen Gebieten
  • Kulturelles Erbe in Gefahr
  • Großer Unterschied zwischen Arm und Reich
  • Einheimische werden als Fremde angesehen
  • Versiegelung naturnaher Flächen
  • Erhöhte Schadstoffkonzentration
  • Artenverlust, da störungsanfällige Arten dem Eingriff in die Natur nicht standhalten
  • Hohe Verkehrsbelastung durch die Reisenden
  • Flugverkehr
  • Zerstörung des Landschaftsbildes durch Seilbahnen, Rodelbahnen, Skilift etc.
  • Erosion, Lawinen

Die Gefahren sind vielfältig und sollten zum Nachdenken anregen, inwiefern es notwendig ist, diese zu fördern.

Gefahren des Bergtourismus

Zunächst gefährden viele Menschen sich selbst, indem sie Wege und Touren einschlagen, denen sie nicht gewachsen sind. Das bedeutet, dass sie sich entweder für zu lange oder zu anstrengenden Touren entscheiden. Die eigene Natur und Biologie missachten die Menschen und versuchen nur, an ihre eigene Grenzen zu kommen oder anderen etwas zu beweisen. Am deutlichsten sieht man das am Beispiel Mount Everest. Zu Hunderten versuchen Touristen diesen Berg zu besteigen. Doch es ist ein sehr gefährlicher und langer Aufstieg. Viele scheitern. Einige wollen aber nicht zugeben, dass es zu viel für sie ist und gehen immer weiter, bis sie den Tod finden, da sie sich mit den Wetterboten und allem anderen schlecht auskennen. Zudem bringt die Höhe zusätzliche Gefahren: Höhenkrankheit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Flüssigkeitsverlust, Erfrierungen und vieles andere.
Zwar fordert auch Reinhold Messner die Aufgabe des Bergtourismus am Mount Everest, weil dort Menschen sterben, doch er selbst hat mit seinen Bergtouren wesentlich zu diesem Tourismus beigetragen. Durch seine unerschrockene Art und durch seine zahlreichen Erfolge wurde er zu einem Idol und einige Menschen wollen um jeden Preis alles ersteigen, was er erstiegen hat.

Sanfter oder Nachhaltiger Bergtourismus – eine Lösung?

Ist sanfter oder nachhaltiger Bergtourismus eine Lösung? Er verspricht, den Berg und die Natur zu achten. Doch ist das möglich bei diesen Massen an Besuchern? Müssten die Reisebüros und Veranstalter dann nicht die Anzahl der Touristen einschränken, damit die Natur geschont wird. Jedes neues Auto, jeder neue Besucher bringt Müll und Verwirrung in diese Natur. Zumal dies dann leicht zu Lawinen führen kann. Dies sind dann lebensbedrohliche situationen, die heraufbeschworen werden, vor allem wenn es sich hier nur um den Sport Ski-Fahren handelt. Dieser Sport vernichtet vieles an der Natur, da die Skier den Schnee niederdrücken, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung gestört werden und noch dazu immer wieder Schneekanonen eingesetzt werden, damit es überhaupt möglich ist, Ski zu fahren. Doch das ist kein sanfter Bergtourismus. Sanfter und nachhaltiger Bergtourismus bedeutet, die Natur und deren Eigenheiten zu achten und nicht zu zerstören. Ist dies überhaupt möglich bei der Masse der Bergsteiger, Skifahrer und Touristen? Ich würde behaupten: Nein aufgrund der oben angeführten Gründe. Was ist Ihre Meinung dazu?

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8 Kommentare zu “Bergtourismus: Kultur oder lukrativer Umgang mit der Natur?

  1. april sagt:

    Nein auch ich glaube nicht, dass das möglich ist. Der Massentourismus ist nicht mehrzu stoppen … das würde ein Umdenken bedeuten, was die meisten aber nicht einsehen und auch nicht wollen. Viele fühlen sich anscheinend auch in der Masse wohl. Es gibt ja da diese Riesenwandergruppen 😦
    Mein Ding ist das alles nicht, aus persönlichen Gründen, aber die Natur leidet durch das Massenauftreten von gedankenlosen Menschen schon sehr. Eine Beschränkung widerspricht dem Geschäftsdenken derer, die die Natur an die Touristen verkaufen …
    LG, April (und danke für deinen ausführlichen Kommentar bei mir. Ich antworte noch darauf.)

    • Guten Abend,

      ja April, leider hast Du wohl recht, dass der Massentourismus nicht mehr zu stoppen ist. Mir ist das auch zu viel. Ich weiß nicht, was die Menschen daran finden, dass sie sich immer in Menschenmassen stürzen. Eine Erholung ist das leider nicht.

      Viele Grüße

      Monika

      P.S. Ich werde mir die Antwort gleich ansehen. DAs Thema ist ja sehr interessant und geht eigentlich jeden hier etwas an.

      • april sagt:

        Meiner Meinung nach kommt der Massentourismus daher, dass die Menschen immer irgendeine Zerstreuung suchen und keine Zufriedenheit in sich selbst suchen. Aber da kann man wohl nichts machen, nur bei sich selbst. (Wir waren früher auch Skifahren in den Bergen.)

        • Das stimmt. Zur Zufriedenheit trägt aber der Massentourismus auch nichts bei. Morgen kommt ein Artikel von mir über die Hektik in den Straßen und den Städten. auch daran ist eine Unzufriedenheit zu sehen, die die Kultur und die Industrie aus uns gemacht hat. Man muss nur noch hetzen.
          Viele Grüße
          Monika

          • april sagt:

            Wenn man arbeiten muss, kann man sich dem schwer entziehen (stelle ich rückblickend fest). Wenn man im ‚Ruhe’stand ist, ist man selbst dafür verantwortlich, ob man sich umstellt und diesen ganzen Hype nicht mehr mitmacht oder ob man so weiter macht. Wir jedenfalls nicht. – Ich bin gespannt auf deinen Artikel.

  2. monisertel sagt:

    Hallo Monika,
    ich denke, „sanfter“ Bergtourismus ist heute nicht mehr möglich. Dafür ist alles, wirklich ALLES, heutzutage auf schnellen Gewinn und noch schnellere Gewinnsteigerung ausgerichtet.
    Allerdings bin ich der Meinung, dass man diesen Wahnsinn (Gruppenwanderung auf den Himalaya, überhängende Glasterrassen an Berggipfeln, unnötiger Einsatz von Schneekanonen, immer mehr Liften und immer mehr und schnellere Sportler zwischen den in der Unterzahl vorhandenen „natürlichen“ Wanderern und Naturliebhabern) nicht unbedingt dem einzelnen Touristen in die Schuhe schieben sollte. Diese Veränderungen werden am grünen Tisch und von Managern gemacht, die nur in Geld rechnen!
    Das ist wirklich sooo schade!
    Einen schönen Tag und liebe Grüße
    moni

    • Guten Abend Moni,

      das stimmt allerdings, dass man das nicht dem einzelnen Touristen in die Schuhe schieben kann. Die Geschäftsleute versuchen aus einer Geschäftsideee ohne Rücksicht auf Verluste das herauszupressen, was geht. Dennoch kann jeder einzelen etwas dagegen tun, behaupte ich. Jeder kann sich überlegen, wie und was er machen möchte. Wenn es keinen so großen Anklang fänden würde, würden nicht so viele künstliche Sachen eingesetzt.
      Bei den Schneekanonen wird der Wahnsinn in der Ski-Saison auf die Spitze getrieben und nicht wenige verunglücken bei einem solchen Urlaub, aber das hält leider keinen ab.
      Die meisten denken nicht darüber nach, welche Auswirkungen ihre Handlungen haben. Das ist ebenso schade wie die Entscheidungen am grünen Tisch.

      Einen schönen Abend und viel Grüße

      Monika

      P.S. Bei unseren beiden Namen muss man wirklich aufpassen 😉 🙂

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