Einfluss der Musik und deren Wirkung



Musik verfolgt die Menschen immer mehr in immer entlegener Orte. Sei es dass in der Bahn ein Handy mit Musik erklingt, um einen Anruf anzuzeigen. Sei es dass in der Bahn die Kopfhörer von einem Musik-Player zu laut eingestellt sind. Sogar in Kaufhäusern wird Musik angewandt, um die Käufer einzuladen, den Besuch um einige Minuten zu erweitern und mehr zu kaufen. Nicht nur dort verfolgt uns die Musik. In öffentlichen Toiletten oder in Toiletten von Kaufhäusern, Wirtschaften etc. wird Musik eingeblendet. Der Sinn zu dieser ständigen Berieselung erschließt sich mir jedoch nicht ganz. Sie schreckt mich eher ab, als dass es mich anzieht, auch wenn ich selbst Musik sehr gern höre. Doch die allgemeine Meinung ist eher eine andere, denn sonst wäre das keine Gewohnheit.

Die Wirkung der Musik auf Menschen

Um dieses Thema zu begreifen, muss ich zunächst einen kleinen, aber nicht allzu tiefen, Ausflug in die Biologie des Menschen sowie in die Physik machen. Wie kommt überhaupt die Musik an unser Gehör. Der Schall sind longtudinale Druckschwankungen der Luft. Eine Longtidunalwelle bezeichnet in der Physik eine Längswelle, die mit Hilfe eines Mediums in die Ausbreitungsrichtung schwingt (z.B. der Schall). Der Mensch selbst kann nur im Bereich von 16 und 10000 Hz den Schall wahrnehmen. Alles, was unter oder oberhalb dieser Grenzen liegt, ist für den Menschen nicht mehr wahrnehmbar. Über den Gehörgang gelangt der Schall in die Regionen, des Gehirns, die die Töne verarbeiten und uns somit die Töne erst hörbar machen. Diesen Vorgang möchte ich hier nicht im Einzelnen beschreiben, da er mehr zur Biologie als zur Kultur gehört. Dies jedoch hat auch Auswirkungen auf die Kultur, wie wir etwas hören und wahrnehmen. Zur weiteren Information hierzu dient Wikipedia mit einem sehr interessanten Beitrag über Auditive Wahrnehmung.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten des Hörens: Das periphere Hören findet über die Ohren stat. Das Zentrale Hören dagegen leitet die Töne und den Schall an die Nerven weiter und der zentrale Vorgang findet erst im Gehirn statt. Zwei Stufen beim zentralen Hören unterscheiden sich:

  1. unbewusste Verarbeitung (ständig, auch im Schlaf)
  2. bewusste Wahrnehmung (nur im Wachzustand)

Weil die Hörbahn direkt mit dem Limbischen System (verarbeitet unter anderem Emotionen) verbunden ist, beeinflusst Musik die Psyche und das Verhalten der Menschen. Somit komme ich zu meinem eigentlichen Thema, dem Einfluss der Musik auf den Menschen. Doch da all dies zusammenhängt, würde das Verständnis geringer sein, wenn ich nicht kurz darauf eingegangen wäre.

Einfluss der Musik auf die Psyche

Hier unterscheidet man gewöhnlicherweise zwischen tophotrope (beruhigende) und ergotrope (anregende) Musik. Dafür gibt es spezielle Merkmale, doch allein das Gefühl entscheidet letztendlich. Wie wirkt sich aber diese Musik aus. Die beruhigende Musik entspannt und beruhigt die Menschen, die anregenden Musik dagegen versetzt durch den Rhythmus den Menschen in einen Rauschzustand.

Viele Faktoren beeinflussen dabei den Menschen wie z.B. die Umgebung des Hörers, der körperlichen und geistigen Verfassung des Hörers, der Beachtung, die der Musik geschenkt wird. Die Musikalität des Hörers spielt dagegen keine Rolle.

Diese und viele andere Faktoren werden wissenschaftlich untersucht. Somit hat die Werbung und viele andere Spektren eine Grundlage, auf die sie bauen können. Das emotionale Empfinden der Menschen wird in mancher Hinsicht manipuliert, wenn sie Musik hören. Marsch-Musik zum Beispiel animiert die meisten dazu, zu marschieren und nicht mehr über die Inhalte nachzudenken. Schon Diktaturen wie die des Nationalsozialismus haben dies zu ihrem Vorteil genutzt. Heutzutage allerdings ist im Bewusstsein der Menschen eher, wenn überhaupt, dass die Musik einen zum Kaufen in den Supermärkten anregt. Diese Praxis jedoch ist ethisch fraglich. Wenn die Kunden bemerken, dass sie mit einem solchen Trick hintergangen wurden, so stellt sich für sie die Frage, ob sie weiterhin dort einkaufen. Doch da dies sehr verbreitet ist, gibt es wenig Alternativen dazu. Auch die Werbung im Fernsehen, Internet oder Radio ist immer mit Musik untermalt. Je nach geworbenem Produkt werden unterschiedliche Musikrichtungen benutzt. Dies zu analysieren, würde hier zu weit führen. Abschließend möchte ich sagen, dass die Kritik gegen eine solche Praxis nicht laut genug sein darf.

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5 Kommentare zu “Einfluss der Musik und deren Wirkung

  1. Musik und Emotionen

    Das größte Problem bei der Beantwortung der Frage, wie Musik Emotionen erzeugt, dürfte die Tatsache sein, dass sich Zuordnungen von musikalischen Elementen und Emotionen nie ganz eindeutig festlegen lassen. Die Lösung dieses Problems ist die Strebetendenz-Theorie. Sie sagt, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann, sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Beim Vorgang der Identifikation werden die Willensvorgänge dann mit Emotionen gefärbt. Das gleiche passiert auch, wenn wir einen spannenden Film anschauen und uns mit den Willensvorgängen unserer Lieblingsfigur identifizieren. Auch hier erzeugt erst der Vorgang der Identifikation Emotionen.

    Weil dieser Umweg der Emotionen über Willensvorgänge nicht erkannt wurde, scheiterten auch alle musikpsychologischen und neurologischen Versuche, die Frage nach der Ursache der Emotionen in der Musik zu beantworten. Man könnte bei diesen Versuchen an einen Menschen denken , der einen Fernsehapparat aufschraubt und darin mit einer Lupe nach den Emotionen sucht, die er zuvor beim Ansehen eines Films empfunden hatte.

    Doch wie kann Musik Willensvorgänge vermitteln? Diese Willensvorgänge haben etwas mit dem zu tun, was alte Musiktheoretiker mit „Vorhalt“, „Leitton“ oder „Strebetendenz“ bezeichnet haben. Wenn wir diese musikalischen Erscheinungen gedanklich in ihr Gegenteil umkehren (der Ton strebt fort – ich will, dass der Ton bleibt), dann haben wir im Prinzip den Willensinhalt gefunden, mit dem sich der Musikhörer identifiziert. In der Praxis wird dann alles noch etwas komplizierter, so dass sich auch differenziertere Willensvorgänge musikalisch darstellen lassen.

    Weitere Informationen erhalten Sie über den kostenlosen Download des E-Books der Universität München „Musik und Emotionen – Studien zur Strebetendenz-Theorie“.

    Bernd Willimek

  2. Zum Thema „Musik und Emotionen“ verweise ich auf den fünfteiligen Artikel „Warum klingt Moll traurig? Die Strebetendenz-Theorie erklärt das Gefühl in der Musik“. Er wurde letzte Woche im Online-Magazin „musik heute“ publiziert und kann unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden:
    http://www.musik-heute.de/tags/strebetendenz-theorie/
    Bernd Willimek

  3. Da ich mehrfach gebeten wurde, das Prinzip der Strebetendenz-Theorie auf eine Weise darzustellen, so dass sie auch ein Laie mühelos nachvollziehen kann, füge ich dem obenstehenden Artikel eine solche Erklärung bei. Sie ist unter folgendem Link kostenlos abrufbar:
    http://www.willimekmusic.de/erklaerung-strebetendenz-theorie.pdf
    Bernd Willimek

  4. […] ist überflüssig, wenn es um die bloße Existenz geht. Aber sie zu hören, macht glücklich. Die Wirkung der Musik auf die menschliche Psyche ist unbestritten. Ähnliches gilt für die bildende Kunst. Nicht umsonst wurden und werden Bilder […]

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