Quizshows: Geschichte und Entwicklung



Zuerst möchte ich auf einen Blogbeitrag von Gedankenfest hinweisen über Manipulation der Medien. Dort ist das Problem der Medien treffend formuliert. In gewisser Weise hat dieses Thema hier auch dahimt zu tun, da die Quizshows in Manipulationen verstrickt waren und sie die Medien immer noch prägen. Quizshows („to quiz“ bedeutet „beäugen“ oder „befragen“) gibt es zur Zeit viele und in vielen Formaten. Sie haben regen Zulauf in den Zuschauerzahlen, da diese mit raten können und vielleicht sogar gewinnen können, wenn sie Kandidaten sind. Das große Geld zieht die Leute an, dort mitzuspielen. Doch die meisten machen sich keine Gedanken darüber, was sie mit dem vielen Geld dann machen und verschleudern viel von dem gewonnen Geld anstatt sich einfach klar zu werden über die neue Situation, denn diese zieht Bittsteller aus Familienkreisen und Bekanntenkreisen an. Die Spannung ist neben dem Raten genauso wichtig: Welche Lösung ist nun richtig? Wird der Kandidat es schaffen? Zu den Quizshows gibt es meistens Spiele, mit denen man selbst die Rolle des Kandidaten um Spielgeld antritt. Diese sind sehr beliebt, um sein eigenes Wissen zu testen.

Geschichte

Die Prozentzahl der Fernsehbesitzer stieg im Zeitraum von 1950 bis 1959 von 9% auf 86% in den amerikanischen Haushalten. Dementsprechend gewann das Medium immer mehr Einfluss auf die öffentliche Meinung. Gleichzeitig herrschte im Rahmen des Kalten Krieges ein wissenschaftlicher und technologischer Wettkampf zwischen den USA und der Sowjetunion. Daher wurde Intelligenz und persönliches Wissen als Sinnbild für die technologische und intellektuelle Überlegenheit der USA angesehen.

In diesem Rahmen wurde 1955 die Quizshow „The $64.000 Question“ vom US-Sender CBS gestartet. Sehr schnell wurden Kandidaten ausgesucht, die bei den Zuschauern Sympathien erregten, um die Zahl der Zuschauer zu steigern. Indem sie versuchten, diese möglichst lange dabei zu behalten, betrogen sie die Zuschauer. 1956 strahlte der NBC die Sendung „Twenty One“ aus. Das Kartenspiel „Blackjack“ wurde zum Vorbild für den Ablauf der Sendung.

Skandale

Schon früh gab es den Verdacht, dass die Quizshows betrügen würden. Doch es wurde erst spät aufgedeckt. In Bezug auf die Quizsendung „Dotto“ berichtete ein Reservekandidat, wie die Siegerin hinter der Bühne in einem Notizbuch mit allen Fragen und Antworten las. Daraufhin erschienen 1958 die Bekenntnisse von Stempel („Twenty One“), dass er und zahlreiche andere die Antworten auf die Fragen schon vor der Sendung bekommen hätten. Der Auftritt sei zuvor geplant worden mit Stottern und anderen Gesten, die den Anschein erweckten, dass er die Antworten vorher nicht wusste. Als ihm eines Tages gesagt wurde, dass er verlieren müsse, weil er der Quote schade, wollte er sich rächen. 1958 ging dies vor ein New Yorker Gericht. Mitchel Schweitzer, der damalige Richter, der 1970 wegen Korruption au der Anwaltskammer ausgeschlossen wurde, verweigerte die Beweismittel zu veröffentlichen.

Der Kongress-Sonderausschuss für legislative Aufsicht befragte hierauf die Kandidaten und Produzenten und ermittelte weiter. Doch die Kandidaten bangten um ihren Ruf und wollten deshalb vor Gericht nicht aussagen. Die Leugnung der Sender und Sponsoren half nichts, denn es wurden immer mehr Shows überführt („Name That Tune“ und „The Big Surprise“: Es wurden die gleichen Fragen wie beim Casting gestellt. „For Love or Money“: Geräte wurden manipuliert, um möglichst wenig Gewinne ausschütten zu müssen, u.v.a.). James Snodgras schließlich sagte unwiderlegbar aus, dass ihm die Antworten per Einschreiben gesendet wurden. Dies war eindeutig zu beweisen. Die Manipulationen aber waren nicht strafbar nach amerikanischem Recht. Daher gab es nur Urteile wegen „Behinderung der Justiz“ oder „Falschaussage“, aber die Betrüger wurden frei gesprochen.

In den USA wurden die Moderatoren und Verantwortlichen sofort entlassen. Die Quizshows unterlagen seither einer strengen staatlichen Kontrolle. Auch der Begriff machte eine Wandlung durch. Es handelte sich nun um „Game Shows“. In Deutschland dagegen entwickelten sich die Quizsendungen weiter, obwohl auch hier die betroffenen Formate ausgestrahlt wurden („Alles oder nichts“ war „The $64.000 Question“ und „Hätten Sie’s gewusst?“ war „Twenty One“). Manipulation war hier also kein Thema in dieser Beziehung.

Fazit

Quizshows sind eigentlich zu unterscheiden von Game Shows. In den einen geht es um das Raten und in dem anderen um Spiele, auch wenn sie heutzutage immer wieder vermischt werden. In den USA gibt es streng genommen keine Quizshows mehr durch die Skandale. Das Format aber wurde durch die Game Shows aufrecht erhalten. Neben diesem Skandal gibt es zahlreiche andere Manipulationen, die jedoch nie so gravierend waren wie der erste. Doch lässt es die Frage zu: Kann man sich sicher sein, ob nicht doch irgendwie manipuliert wird? Die Quizshows haben je ihren eigenen Charakter. Es gibt große wie „Wer wird Millionär“ oder auch kleine wie „Kneipenquiz“. Der Charme dieser Shows ist jeweils ein anderer. Ob aber die Flut der Quizshows nicht einmal zu viel ist, bleibt abzuwarten. Sie überfluten uns tatsächlich. Immer kommen neue Quizformate auf dem Markt, doch das Prinzip bleibt gleich. Eigentlich müsste es mit der Zeit langweilig werden. Doch durch die neuen Möglichkeiten, die jede neue Quizsendung anbietet, werden die Zuschauer angezogen. Irgendwann aber wird auch dieser Hype meiner Meinung nach sein Ende haben, wenn die Möglichkeiten der einfachen Manipulation stärker an die Öffentlichkeit getragen wird.

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