Six-Red-Snooker: Eine schnelle Variante von Snooker



Six-Red-Snooker wird unterschiedlich geschrieben, denn es gibt keine einheitliche Schreibweise dafür (6-Red- oder Six-Reds-Snooker ist auch möglich, manchmal taucht auch der Name Super 6s auf). In der vergangen Woche wurde die Six-Red-Snooker WM in Bangkok ausgetragen. Es ist eine Variante von Snooker. Wie der Name schon verrät, wird das Dreieck der Roten von 15 Kugeln bei Snooker auf 6 Kugeln reduziert. Somit verschiebt sich das Maximum-Break (höchstmögliches Break) von 147 auf 75. Somit erlaubt es nach der Idee kürzere Spiele und eine schnelleres und mitreißenderes Spiel für die Zuschauer.

Turniere

Six-red Snooker International wurde 2008 in Bangkok ausgetragen. Sowohl Amateure wie auch Profis aus der Snooker Main Tour (den Spielern, die bei den Turnieren der World Snooker Association teilnehmen) spielten dort um den Sieg. Ricky Walden holte sich den Titel. Im nächsten Jahr ist das Turnier in Six-red World Grand Prix umbenannt worden mit dem Sieger Jimmy White. 2010 gewann Mark Selby gegen Ricky Walden (nun fand das Turnier unter dem Namen Sangsom Six-red World Championship statt).

Erstmals fand die Weltmeisterschaft vom 14- bis 18. Dezember 2009 in Killarmy (Irland) statt. 28 Profi Spieler aus der Snooker Main Tour nahmen daran teil. 118 Spieler spielten in 20 Gruppen zu 5 und 3 Gruppen mit je Spielern. Alle Spieler spielten gegeneinander in dem Modus Best of 7 (das bedeutet, dass der Sieg bei 4 gewonnen Frames erreicht ist). Bei Punktegleichheit wurden die Frames verglichen. Bei 5 Spielern kamen die ersten 3 in die KO-Runde, bei 6 Spielern dagegen die ersten 4. Bis zum Halbfinale war der Modus Best of 9 (5 gewonnen Frames), im Finale dann Best of 11 (6 gewonnene Frames). Mark Davis siegte im Finale gegen Mark Williams mit 6:3 im Jahr 2009. Wie gesagt, wird die Weltmeisterschaft in dieser Woche in Bangkok ausgetragen. Der Turniermodus hat sich etwas geändert, aber es gibt noch die Gruppen- und KO-Phase.

In der World Serie of Snooker, der Main Tour der Snooker-Profis spielten die Profis 2008/2009 im portugiesischen Portimao in der Gruppenphase mit 6 Roten, um die Frames zu verkürzen. Hierauf aber wurde dies nicht mehr weiter verfolgt.


Vergleich zu Snooker

Die Regeln sind im Prinzip gleich. Es geht darum, dass abwechselnd rot und Farbe gelocht wird. Es gibt gelb (2 Punkte), grün (3 Punkte), braun (4 Punkte), blau (5 Punkte), pink (6 Punkte) und schwarz (7 Punkte). Die Farben werden wieder aufgesetzt. Wenn die letzte Rote gelocht wurde, darf noch einmal die Farbe ausgesucht werden. Hierauf muss dann von der wertniedrigsten bis zur werthöchsten Kugel gelocht werden, also von gelb zu schwarz. Derjenige Spieler mit den meisten Punkten hat den Frame oder das Spiel gewonnen. Meistens geht ein Spiel über mehrere Frames.

Es gibt folgende zwei Regeländerung zu Snooker:

Nach einem Snooker versucht der Spieler, den zu spielenden Ball auf indirektem Weg zu treffen und zwar möglichst so, dass keine Möglichkeiten zum Lochen für den Einstieg liegen bleibt. Foul and Miss wird gegeben, wenn ein Spieler nicht nach seinen Möglichkeiten versucht hat, den zu spielenden Ball zu treffen. Das bedeutet, dass der gefoulte das Recht hat, eine Wiederholung zu verlangen. Bei Snooker kann das so lange dauern, bis einer Snooker benötigt. Bei Six-Red-Snooker dagegen kann nur 5 Mal Foul und Miss gegeben werden. Nach dem 5. Mal gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Der gefoulte Spieler kann aus der Lage weiter spielen.
  2. Der gefoulte Spieler gibt ab an denjenigen, der das Foul begangen hat, aber diesmal ohne Wiederholen, also ohne Zurücklegen bis zu der Situation, die zum Foul geführt hat.
  3. Der gefoulte Spieler kann Ball in Hand auf dem ganzen Tisch in Anspruch nehmen. Er kann also den Spielball überall platzieren, um damit weiter zu spielen.

Die zweite Regeländerung betrifft das Snooker-Legen selbst. Es gibt im Snooker die Möglichkeit, einen sogenannten „Shot to nothing“ zu spielen. Das bedeutet, dass beim Lochen gleichzeitig auf eine sichere Ablage und nicht auf ein Weiterspielen geachtet wird. Dementsprechend ist das Break mangels Fortsetzung zu Ende. Da aber eine Farbe angespielt werden muss, wird eine Farbe genannt, hinter der der Gegner gesnookert wird. Dies jedoch ist beim Six-Red-Snooker verboten. Es muss demnach eine Farbe angesagt werden und darf gleichzeitig nicht die Farbe sein, die zum Snooker führt.

Six-Red-Snoker überzeugt durch Unterhaltung und schnelle Frames, wie es auch beabsichtigt ist. Dennoch verdrängt dies Variante Snooker nicht. Die Main Tour im Snooker hält sich immer noch an die klassische Variante. Die klassische Variante hat auch viele Reize, auch wenn sich das Verständnis der Sportart bei Anfängern schwierig gestaltet. Wenn aber der Zuschauer das Prinzip, das hinter allem steckt, versteht, so birgt Snooker alle Facetten spannungsreicher und unterhaltsamer Abende in sich. Snooker selbst überzeugt im Gegensatz zu Six-Red-Snooker mit seinem dramatischeren Spielaufbau. Die Frames entwickeln sich über mehr Minuten und das taktische Spiel kommt dort öfters zum Einsatz, auch wenn es sich qualitativ auf der gleichen Ebene wie Six-Red-Snooker bewegt. Dramatische Endspiele, nachdem der Gegner nach 60 oder 70 zu 0 hinten gelegen hat, fehlen beim Six-Red-Snooker.

Daher sind beide Varianten sehr interessant, unterhaltsam und aufschlussreich. Dennoch ist mein persönlicher Favorit Snooker, auch wenn Six-Red-Snooker eine gute Abwechslung ist. Meiner Meinung nach besitzt Snooker mehr Dramatik, mehr Facetten und mehr Unterhaltung als Six-Red-Snooker.

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Ein Kommentar zu “Six-Red-Snooker: Eine schnelle Variante von Snooker

  1. […] habe am Anfang dieses Blogs über Six-Red-Snooker geschrieben. Vielleicht hellt dieser Artikel manche Unterschiede zwischen den zwei Varianten auf. […]

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