Mein Verhältnis zu zwei zweisilbigen Schlagzeilen nach der vergeigten EM


Wer wie kürzlich das Blatt, das sich tatsächlich einmal „Zeitung“ nannte, heute aber schlicht „Bild“ heißt, die „Suff-Cops“ als Bezeichnung für eine Polizistentruppe erfindet, die die Stadt München auf alkoholdurchtränkte Nachtschwärmer, um sie im Bedarfsfall auf den Pfad der Hemmung zurückzuführen, anzusetzen gedenkt, hat Anspruch auf eine lobende Erwähnung durch mich, was hiermit geschehen ist.

Doch heute geht mein Lob an die Konkurrenz. Das freut mich ganz besonders. Hatte ich doch hier, da und da durchaus Anlass, sie ob der ungezügelten Sprachspiellust zu rüffeln, weil mich das Ergebnis nicht zu Tränen der Freude, sondern der tiefsten Trauer rührte.

Heute aber, am Tag nach der von der Löw-Elf durch ein Handelfmeter- sowie durch ein schusseligkeitsbedingtes Tor vergeigten EM, überhäufe ich die tz München in der mir eigenen hudelnden Art mit Unmengen von Lob, und das für nicht mehr als einen Akzent. Doch der ist mit einer solchen Selbstverständlichkeit platziert, dass man sich fragt, wieso diese Idee nicht schon früher gehabt worden ist:

Foto: Bernhard Huber

Foto: Bernhard Huber

Dagegen nimmt sich die Schlagzeile des Suff-Cop-Erfinders gleich daneben etwas schüchtern aus, obwohl natürlich auch sie mich zu einem dezenten Oh là là veranlasst:

Foto: Bernhard Huber

Foto: Bernhard Huber

Spaßkampagnen zur gesundheitlichen Aufklärung


Regelmäßig belästigt uns die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit ihren obszönen Kampagnen zur Sexualhygiene, für die man sich vor den Kindern weniger wegen ihrer Anstößigkeit, als vielmehr wegen ihrer abgrundtiefen Dummheit fremdschämen muss. In dieser Bundesgesundheitsbehörde sitzen offenkundig Spaßvögel, die den Unfug witzig finden. Weiterlesen

Regelverstoß einer Radfahrerin


Radfahrer dürfen auf dem Zebrastreifen nicht die Straße überqueren. Eine Frau missachtete diese Woche die Regel, was an sich nichts Ungewöhnliches darstellt. Täglich verletzen Millionen Radfahrer, die sich von grünen Politikern aller Lager gedeckt wissen, die Straßenverkehrsordnung. Jene Frau hatte jedoch nur den linken Fuß auf dem Pedal; das rechte Bein überkreuzte sie hinter dem linken und schob mit dem rechten Fuß das Fahrrad an. Diese Verrenkung schien mir das Resultat ihres schlechten Gewissens zu sein, was immerhin Anlass zur Hoffnung gäbe, ein Radfahrer könnte sich bessern. Ich wurde eines Besseren belehrt, als die Frau auf der anderen Straßenseite ihr Fahrrad bestieg und auf dem Gehweg von dannen fuhr.

Zahlenbeispiel zur Inflation überarbeitet


Das Zahlenbeispiel im Artikel „Wie misst man Inflation?“ aus dem Jahr 2012 wurde überarbeitet. Es ist nun pointierter gewählt.

Als extremes Rechenbeispiel nehmen wir einen Warenkorb von zehn Kilo Äpfeln und zehn Kilo Birnen. Letztes Jahr kosteten sie beispielsweise 3€ bzw. 2€ je Kilo. Der Warenkorb kostete also vor einem Jahr 10 * 3€ + 10 * 2€ = 50€. Nehmen wir an, dieses Jahr verdoppelt sich der Preis für die Äpfel auf 6€ das Kilo, der Birnenpreis bleibt jedoch unverändert bei 2€ das Kilo. Der Warenkorb kostet nun 10 * 6€ + 10 * 2€ = 80€. Die Preissteigerung beträgt 60%.

In Wirklichkeit werden aber in diesem Jahr wegen der enormen Preissteigerung aus Protest nur noch Birnen eingekauft. Betrachten wir diesen Warenkorb aus 20 Kilo Birnen, so kommt er auf einen Wert von 20 * 2€ = 40€. Damit würde sich sogar eine Preissenkung von 20% ergeben, im Vergleich zur oben berechneten Preissteigerung von 60% ein substantieller Unterschied. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.

Schöne Pfingsten


Wenn es mit der Ökumene mal wieder nicht so funktioniert, wie man es sich wünscht, verhilft vielleicht die folgende Scherzfrage zu mehr Gelassenheit.

Frage: Wie viele Kirchen gibt es nach der Vereinigung von Katholiken und Protestanten?
Antwort: Drei. Die evangelische, die katholische und die vereinigte Kirche.

In diesem Sinne wünsche ich euch schöne Pfingsten.