Gute Nachricht Bibel


Ich bin auf eine interessante Bibelübersetzung gestoßen, die Gute Nachricht Bibel. Die Sprache wird einfach gehalten und verzichtet auf liturgische Formeln. Hierdurch liest sich die Bibel flüssig. Die Übersetzung ist ein ökumenisches Projekt der evangelischen Bibelgesellschaften und der katholischen Bibelwerke von jeweils Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Ausgabe der deutschen Bibelgesellschaft ist mit verschiedenen Lesehilfen ausgestattet. Es gibt ein ausführliches Glossar, im Text weisen Sternchen auf die dort aufgenommenen Begriffe. Zwei farbige Karten vom alt- und neutestamentlichen Israel verorten die Heilsgeschichte, eine Zeittafel gibt ihre wichtigsten Daten an.

Überrascht hat mich der Vergleich mit der katholischen Einheitsübersetzung von 1980 beim Buch Kohelet. So heißt es dort in Koh 1,14: „Das ist alles Windhauch und Luftgespinst.“ In der Gute Nachricht Bibel lese ich „Alles ist vergeblich. Es ist, als jagtest du dem Wind nach.“ Als Katholik bin ich mit der ersteren Formulierung groß geworden und finde sie sehr lyrisch. Zuerst dachte ich, dass die Gute Nachricht Bibel aus Gründen der Vereinfachung die lyrische Dimension vernachlässigt. Als ich in der Elberfelder Bibel, die sehr wörtlich übersetzen soll, die Formulierung „alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ fand, wurde ich eines Besseren belehrt. Die Erkenntnisse textkritischer Analysen werden – zumindest in diesem Beispiel – berücksichtigt und es wird gleichzeitig auf Lesbarkeit Wert gelegt.

Gelungen ist im Hohenlied der Liebe die Ergänzung der Rollen. Im Originaltext wechselt das Ich ohne textuelle Unterstützung; der Leser muss es sich selbst erschließen. In der Gute Nachricht Bibel werden ein „Sie“ und „Er“ ergänzt und dieses Buch ließt sich wie ein szenischer Dialog.

Ich bin nach der Lektüre von Kohelet und Hohemlied sehr angetan von der Gute Nachricht Bibel und bin auf weitere Entdeckungen gespannt.

Gute Nachricht Bibel. Deutsche Bibelgesellschaft. ISBN 978-3-438-02903-4, andere Ausgaben erhältlich.

Hinweis für die Katholiken: Nach evangelischer Lesart, die bei der Gute Nachricht Bibel übernommen wird, sind verschiedene Bücher des Alten Testaments wie das Buch Judit Apokryphen. Daher sind diese Bücher nicht Teil der Grundausstattung. Wer auf die Vollständigkeit der Bücher, wie er sie von der Einheitsübersetzung kennt, Wert legt, muss die Gute Nachricht Bibel in der Fassung „Mit den Spätschriften des Alten Testaments (Deuterokanonische Schriften/Apokryphen)“ kaufen.

Der Schbini-Kini im Auge seines bayerischen Schöpfers


Frei nach einem Foto von Bernhard Huber

Ich bin in Niederbayern geboren und habe dort am 18. Januar 1975 mit einem Gedicht in der Standardsprache meinen ersten dichterischen Gehversuch unternommen. Obwohl ich das Schriftdeutsche (manche nennen es noch immer „Hochdeutsch“) bis heute als künstlerisches Ausdrucksmittel bevorzuge, so bekenne ich ebenso bis heute, dass ich ohne den bayerischen Dialekt nicht das schreiben würde, was ich so zusammenschreibe. Ich verdanke dem Dialekt, in dem ich meine Muttersprache erkenne, mein Gefühl für die Schönheit der Sprache, dem ich in  bisher 1000 vierzeiligen Versen meinen dichterischen Tribut gezollt habe. Weiterlesen

Selbst Mark Zuckerberg blieb nicht verschont


Es ist schon eine der kurioseren Nachrichten, die ich gelesen habe. Millionen von Nutzer waren davon betroffen, selbst der Gründer von Facebook blieb davon nicht verschont. Irgendein Fehler hat bewirkt, dass bei eben so einigen Nutzern die Nachricht von Facebook erschien, dass sie tot wären. Dies war natürlich mit der Aufforderung verbunden, dass man Beileid spenden und Erinnerungen teilen könne. Das Ganze hätte nicht passieren dürfen, da ja diese Nachricht nur erscheinen darf, wenn eine Bestätigung des Todes Facebook vorliegt, um Irrtümern und Missbrauch vorzubeugen.

Warum dies passiert ist, ist mir momentan nicht bekannt, aber man kann sehen, dass auch soziale Netzwerke nicht vor gravierenden Fehler gefeit sind, dieser ist übrigens schon behoben worden. Der Datensammler Facebook hat somit bei den Kritikern und vielleicht auch einigen anderen somit an Glaubwürdigkeit verloren. Dadurch ist vermutlich ein Image-Schaden entanden.

Ungebetener Ratschlag an die tz


Was sollen die Trumpeltiere dazu sagen? Foto: Bernhard Huber

Was sollen die Trumpeltiere dazu sagen?
Foto: Bernhard Huber

Allerwerteste tz!

Was ist denn da wieder in Dich gefahren, dass Du Dir einen derartigen sprachlichen Missgriff nach dem Motto „Eine Schlagzeile ist eine Schlagzeile ist morgen schon wieder Wurscht“ erlauben zu können glaubtest? Auf mich, der jeden Morgen an Schlagzeilen vorbei ins Büro marschiert, machst Du mit sowas keinen guten Eindruck. Denn merke: Auch verballhornen will gelernt sein. Weiterlesen

Der Heilige Martin wird 1700


Mein Namenspatron wird in diesem Jahr 1700 Jahre alt. Nach dem aktuellen Forschungsstand wurde der Heilige Martin von Tours 316 geboren. Verlässliche biografische Daten gibt es allerdings kaum. Die wichtigste Quelle ist die Heiligenlegende seines Schülers Sulpicius Severus.

Verehrt wird Martins Vita unter anderem für Folgendes:

  • Er half den Armen.
  • Er vollbrachte wundersame Heilungen.
  • Er gründete das erste Kloster in der abendländischen Kirche.
  • Er wählte freiwillig Armut und Keuschheit als Lebensform.
  • Er bekämpfte den Teufel.
  • Er trieb die Christianisierung im heutigen Frankreich voran (wenngleich auch mit Gewalt und Zerstörung von Kulturgütern).

Alles in allem ist der Heilige Martin eine herausragende Persönlichkeit. Martins Verehrung ist jedoch kein Personenkult, sondern die Verehrung von Gottes Werke, die in Martins Biografie sichtbar wurden.

Kirchliche Gemeinschaft mit den Anglikanern


Vor sieben Jahren am 4. November 2009 unternahm Papst Benedikt XVI. einen bemerkenswerten Schritt zur Überwindung der Kirchenspaltung der anglikanischen Kirche. Er erließ eine apostolische Konstitution, die Anglikanern den Eintritt in die „volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche“ ermöglichte, ohne dass sie ihre liturgischen Traditionen aufgeben mussten. Papst Benedikt würdigte damit das Drängen von anglikanischen Gruppen, die Einheit der Kirche wiederherzustellen, als Wirken des Heiligen Geistes.

Papst Benedikt ließ sogenannte Personalordinariate zu. Ordinariate sind für gewöhnlich ortsgebunden. Diese Ordinariate werden jedoch im Einflussbereich einer Bischofskonferenz, also überregional angesiedelt. Mitglieder der Personalordinariate sind ehemalige Anglikaner oder Katholiken, die wie beispielsweise ihre Kinder die Initiationssakramente innerhalb der Personalordinariate empfangen haben. In den Personalordinariaten ist ein eigenes Messbuch, das anglikanische Traditionen übernimmt, zulässig, soweit es vom Heiligen Stuhl approbiert wird. Der Primat des Papstes und der Katechismus müssen anerkannt werden, sodass eine Einheit in Glaubensfragen sichergestellt ist. Eine augenfällige Abweichung von der bisher gewohnten Tradition ist die Möglichkeit einer Dispens des Papstes für vormalige anglikanische Priester, die verheiratet sind, vom Zölibat, sodass sie die Weihe zum katholischen Priester empfangen können. Damit gibt es überraschenderweise verheiratete katholische Priester, wenngleich nur in dem Ausnahmefall der Personalordinariate.

Persönliche Schlussfolgerung

Die Personalordinariate halte ich in mindestens zweierlei Hinsicht für bemerkenswert.

Zum ersten. Nach der Reformation vor 500 Jahren entwickelte sich die Kirche zur Konfession der katholischen Kirche. Die katholische Kirche grenzte sich von den Reformatoren ab und widersprach damit unfreiwillig dem eigenen Anspruch, die heilige, katholische und apostolische Kirche aus dem Glaubensbekenntnis zu leben und zu sein. Mit der apostolischen Konstitution scheint sich diese Hartleibigkeit zu verlieren und eine Rückkehr zu dem einen Leib Christi besser möglich zu sein.

Zum zweiten. Unterschiedliche liturgische Formen widersprechen nicht der Kircheneinheit. Dies bedeutet, dass mehr liturgische Formen als bisher möglich sind. Ergänzungen in den Formen sind, wie ich bei meiner Inventur der Sakramente entfaltet habe, für das Bußsakrament dringend erforderlich. Die Ohrenbeichte ist für viele, die den Missbrauch des Beichtgeheimnisses erlebt haben, nicht zumutbar. Aber auch die Messfeier mit der sehr starken Betonung des Opfercharakters kann durch die Vertiefung anderer Geheimnisse von Jesu Kreuzestod den Katholiken den Empfang der Kommunion erleichtern.