Zu Monikas Artikel über 40 Jahre Olympiapark möchte ich ein Gedicht über das Fiebern im Fußballstadion ergänzen. In eigener Sache kündige ich an, dass ich die Reihe Sonntagsgedicht künftig nicht mehr wöchentlich, sondern in unregelmäßigen Abständen pflegen werde. Als kleines Trostpflaster gibt es diese Mal ein nettes Bild zur Illustration des Gedichts.
Ich sitze im leeren Stadion
und träume vom letzten Spiel,
ruhig und still.
Ich kratze und sammle die Person,
die im Kessel zerschmolz,
zusammen. Die Flamme reinigte den Stolz
auf die Mannschaft wie Stahl.
Es ging hoch her, das Ziel
schien nah; da glitt der Ball fatal
ins eigene Tor.
Ei Schreck, die Führung weg!
Die Seele ein erkalteter Klumpen.
Da entfachte der Stürmer mit einer plumpen
Täuschung des Torwarts erneut den Jubelchor.
Wir gewannen. Wir zerrannen
vor Freudenhitze.
Jetzt sehe ich die leeren, kühlen Sitze
und frage mich, was die Glut
befeuerte. Das spannende Spiel?
Das Mysterium der Menschenmasse?
Nichts ist mehr da nach anderthalb Stunden
als die warme Erinnerung.

Dein Artikel erinnert mich an mein Traurigsein vom gestrigen Spieltag, Fußball kann viele Emotionen auslösen, Klaus
Das Spiel mag vorbei sein aber die Erinnerung daran kann einem niemand nehmen.