Eugène Sue: Die Geheimnisse von Paris (Teil 1)



Eugène Sue, eigentlich Joseph-Marie Sue (*10. Dezember 1804 in Paris, † 3. August 1857 in Annecy) ist heute als französischer Schriftsteller kaum mehr bekannt. Weil er einer der Gründer des Fortsetzungsromans in den Zeitungen, vor allem in Tageszeitungen, war, ging er in die Literaturgeschichte ein. Sein vermutlich erfolgreichster Zeitungsroman war „Die Geheimnisse von Paris“, das den Geist der damaligen Zeit scheidete. 1843 wurde er damit plötzlich berühmt. Zunächst waren es nur einzelnen Episoden, die planlos waren. Zudem flossen zahlreiche Zuschauermeinungen in die nachfolgenden Episoden ein. Sue leistete damit einen wesentlichen Beitrag, die gesellschaftlichen und sozialen Missstände zur damaligen Zeit aufzuzeigen. Zudem erreichte er damit den Durchbruch des Fortsetzungsromans in den Zeitungen in ganz Europa. Am beliebtesten dafür wurde der Feuilleton-Bereich.

Inhalt und zentrale Personen

Da der Roman aus zahlreichen Episoden besteht, ist es schwer, einen roten Faden zu finden. Doch es gibt zahlreiche zentrale Personen. Obwohl die Orte und Personen zudem rasch wechseln, hat der Leser kaum den Eindruck, dass die Handlung verwirrend ist, da die Handlungen teilweise immer wieder erinnert werden. Mit Vor- und Rückverweisen werden also diese Episoden geschickt miteinander verbunden.

Eine zentrale Rolle spielt der Fürst Rudolf von Gerolstein, der fern von seiner Heimat Deutschland, in Paris den armen und rechtschaffenen Leuten Hilfe verschaffen will. Zunächst ist unklar aus welchen Gründen er dies tut. Doch dies klärt sich im Laufe des Romans. Der ersten Person, der er hilft, heißt Marienblume, die mit dem Tschurimann in Konflikt stand. Da der Tschurimann aber auch ein ehrlicher Mann ist, hilft er auch ihm, seinen Weg in die richtige Richtung zu finden, indem er ihn mit den richtigen Worten ermutigt. Marienblume, die eine traurige Kindheit hinter sich hat, wurde durch zahlreiche Umstände zu einem Leben gezwungen, das ihr nicht angenehm war, da sie unter anderem das Landleben dem der Stadt vorzog.

Herr Rudolf, so ließ der Fürst sich nennen, verhalf ihr zu einer Zukunft. Doch die Vergangenheit und ihre Kindheit holten sie wieder ein, ebenso wie den Tschurimann. Herr Rudolf kämpft für die Guten und gegen die Bösen und begegnet dabei zahlreichen Menschen, die sehr treffend beschrieben werden mit ihrer jeweiligen Geschichte.

Die emotionalen Episoden versetzen den Leser in die Lage, sich diese Situation in Paris Anfang des 19. Jahrhunderts bildlich vorzustellen. Der Leser lernt dabei Charaktere und Gestalten der Schönheit, Hinterlist, Intrige, Unschuld, Hässlichkeit, Treue und vieles andere mehr kennen. Alle menschlichen Eigenschaften sind hierbei in diesem Buch aufgeführt. Auch wenn man am Schluss denkt, dass das Buch einen positiven Ausgang hat, darf man es nicht aus der Hand legen, da eine Wende eintritt, mit der niemand gerechnet hat. Es endet tragisch, aber hat eine solche Liebe in den Handlungen, dass es märchenhaft und zugleich emotional scheinen mag.

Im zweiten Teil gehe ich morgen noch einmal genauer auf die Hauptpersonen ein sowie auf die Sozialkritik des Buches und schließe mit meinem Fazit ab.

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