Filmkritik: Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit


Mr. May kümmert sich um die würdige Bestattung einsamer Verstorbener

Man sitzt im Kino und lässt die Werbung über sich ergehen, ehe es losgeht. Den Trailern für Filme, die „demnächst“, „soon“ oder auch erst in ein paar Monaten anlaufen, schenkt man dabei etwas mehr Aufmerksamkeit, obwohl auf sie natürlich nicht mehr Verlass ist wie auf die Verlagsanpreisungen auf Buchumschlägen. Lässt man sich durch sie trotzdem zu einem Kinobesuch verleiten, kann das gewaltig in die Hose gehen. Es kann aber auch ein Volltreffer sein. Bei „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ war es Letzteres. Weiterlesen

Mein Verhältnis zur gendergeleiteten Sprachverwirrung


Derdiedas Gender
Da ereignet sich ein Kapitalverbrechen, und auf Steckbriefen liest man, die Polizei suche nach „einem Unbekannten“, der der Tat verdächtigt wird. Nur wer im sprachlichen Ausdruck die Eins zu Eins-Wiedergabe der Wirklichkeit sieht, versteht das dahingehend miss, dass hier ein Mann gesucht würde, wobei „ein Unbekannter“ auch noch vieles andere sein könnte. Wer hingegen in der Sprache eine Wirklichkeit mit eigenen Regeln erkennt, weiß, dass unser Unbekannter ein Mann sein kann, aber nicht sein muss. Auch wer „wer“ liest, weiß, dass ein Mann oder eine Frau gemeint sein kann, kurzum ein Mensch gemeint ist, auch wenn dieses Wörtchen (wie „der“ Mensch selber) einseitig maskulin daherkommt. Auf diese sprachliche Maskulinität aber hat es die politische Korrektheit im Gewand des Gender Mainstreaming abgesehen.
Allerdings fällt einem schnell auf, dass die Genderpolizei nicht nach jeder maskulinen Generalisierung, die die Sprache vornimmt, fahndet. Mörder und andere Bösewichter dürfen, s.o., unbehelligt ihr maskulines Unwesen treiben. Weiterlesen

#TubeClash und die Internetserien


Über die Homepage der Tagesschau bin ich auf eine Anime-Serie auf Youtube aufmerksam geworden. #TubeClash ist eine Parodie auf die ganzen Survival-Shows wie das Dschungelcamp und all die anderen, die ich glücklicherweise alle miteinander nicht gesehen habe. Zehn Blogger wurden vom Master auf eine Insel verbannt und müssen dort in zwei Teams mit den Namen Clash A und Clash B á 5 Personen gegeneinander kämpfen. In jeder Episode stirbt eine. Wir Internetbesucher können auf zwei Weisen Einfluss auf das Geschehen üben. Weiterlesen

Das Fest der Kreuzerhöhung


Am heutigen Sonntag, den 14. September, feiert die katholische Kirche das Fest Kreuzerhöhung. Ich bin auf dieses Fest nur deshalb aufmerksam geworden, da es dieses Jahr auf einen Sonntag fällt und es dadurch bei meinem Messbesuch gefeiert wurde.

Die erste Lesung des Tages ist Num 21, 4-9, wo Moses auf das Geheiß Gottes hin eine kupferne Schlange an einer Fahnenstange aufhing und mit Hilfe derer jeder Israelit, der von einer giftigen Schlange gebissen wurde, am Leben blieb. Die Schlangenplage war eine Strafe Gottes für das ungehorsame Volk Israel gewesen. Im Tagesevangelium Joh 3, 13-17 erläutert Jesus dem Pharisäer Nikodemus, der jenen heimlich bei Nacht aufgesucht hatte, das Ziel seiner Sendung. „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ heißt es in der Einheitsübersetzung. Mit einem zeitlichen Abstand zur Kreuzigung am Karfreitag wird auf diese Weise klar, dass das Kreuz zwar ein Zeichen des Leids und des weltlichen Scheiterns eines Verbrechers ist, dass es aber in Wahrheit doch ein Zeichen der Hoffnung und des Sieges ist. Denn das Kreuz ist von Gott erhöht worden.

Das Fest Kreuzerhöhung hat seine Ursprünge bei Kaiser Konstantin im vierten Jahrhundert. Das Christentum etablierte sich nach anfänglicher Verfolgung im römischen Reich. Kaiser Konstantins Mutter Helena fand der Legende nach eine Kreuzesreliquie. Kaiser Konstantin gebrauchte das erhöhte Kreuzesholz als Symbol der Anbetung, aber genauso interpretierten er und seine byzantinischen Nachfolger es als Schutzmacht seiner militärischen Unternehmungen wie z. B. an der Milvischen Brücke 312. Es wurde geraubt und wieder zurückerobert, bis es in einer anderen Schlacht im 12. Jahrhundert verloren ging.

Diese militärische, weltliche Deutung des Sieges durch das Kreuz wird heutzutage abgelehnt und durch einen Sieg des Lebens ersetzt. Wie Mose erhöhte kupferne Schlange die Schlangenplage besiegte, so erkennt der gläubige Christ im erhöhten Kreuz, dem Zeichen des Verbrechens, den Sieg des Lebens über Sünde und Schuld.

Auf dem Weg nach Hause befand ich mich noch ein wenig im Gebet und sah eine Parallelität zur heutigen sündhaften Verwirrung von Teilen der islamischen Welt, die in einem weltlich verstandenen Dschihad einen Sieg ihres Glaubens sieht. Diese Verwirrung zerfrisst den Islam, und es leiden die rechtschaffenen Muslime und die verfolgten Ethnien und Religionen. Da der Islam und das Christentum trotz der im Grundsatz so verschiedenen Traditionen doch an den einen und wahren Gott glauben, so trüben die Verbrechen, die im Namen des Islam ausgeübt werden, auch die christliche Verkündigung. Darum möchte ich bitten, dass auch die Muslime den Sieg Gottes, den Sieg Allahs nicht militärisch verstehen mögen, wie auch Kaiser Konstantins Verwirrung hoffentlich überwunden ist.

Blüte


Vorletzte Woche fand ich abgebrochen auf dem Gehweg eine Blüte. Sie befand sie im besten Zustand, weshalb ich sie aufhob und mit nach Hause nahm. Dort studierte ich ihre Schatten und zeichnete sie. Ich versuchte sie auch zu malen, war aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Die Blüte vertrocknete, doch ich hatte sie schon so intensiv betrachtet und hatte auch meine Zeichnung als Gedankenstütze, dass ich eine Woche später noch einmal ans Werk ging. Auch dieses Mal war es zäh. Doch ganz zum Schluss, als ich schon nicht mehr an ein Gelingen glaubte, nahm ich ein neues Blatt Papier und malte mit Gouache die Blüte und zeichnete in die noch nasse Farbe mit Tusche. Nun hängt das Werk bei mir im Schlafzimmer. Einen Eindruck könnt ihr von dem folgenden Bild gewinnen:

Blüte

Blüte

Mein Verhältnis zu Monsignore Quijote


Ähnlichkeiten sind nicht zufällig. (Foto: Bernhard Huber)

Ähnlichkeiten sind nicht zufällig. (Foto: Bernhard Huber)

Man muss Cervantes nicht gelesen haben, um an diesem Roman seine Freude zu haben, auch wenn es nicht schadet. Denn „Monsignore Quijote“ von Graham Greene ist natürlich vom Cervantes-Don Quijote inspiriert. Das geht so weit, dass beiden ein tiefgründiger, weiser, herzensguter Humor eignet. Weiterlesen

Filmkritik: Madame Mallory und der Duft von Curry


Sorgt für gute Stimmung, wenn man sie nicht bereits mitbringt.

Ich war in froher Stimmung, weil mir an diesem Tag die transzendentale Bedeutung der Hoffnung, ohne die sie in letzter Konsequenz absurd wäre, erschlossen worden ist. Da kam der Film „Madame Mallory und der Duft von Curry“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Weiterlesen